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1. April 2010, 18:47 Uhr

Highnoon für die Parkplatz-Sheriffs

Abschleppfirmen haben ein lukratives Geschäftsmodell entdeckt: Sie räumen Privatparkplätze frei - und fordern Unsummen von den Falschparkern. Doch jetzt graben Gerichte ihnen das Wasser ab. Von Roman Heflik

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Abgeschlepptes Auto: Parkplatz-Sheriffs wie die Parkräume KG machen mit Falschparkern lukrative Geschäfte© Picture-Alliance

Noch heute rast Mathilde Scheuermair der Puls, wenn sie an den 2.November zurückdenkt. "Das war der Tag, an dem ich den teuersten Parkplatz meines Lebens bezahlt habe", erinnert sich die aufgebrachte Münchnerin. Glaubt man Scheuermairs Aussage, wurde sie gezwungen, für rund fünf Minuten Falschparken 185 Euro zu zahlen.

In der Nähe des Münchner Ostbahnhofs sah sie die Einfahrt zu einem großen Parkplatz in der Nähe der Gleise. Die gepflasterte Fläche habe zwar nicht ganz offiziell ausgesehen, gibt die Seniorin zu, "aber es hat so geregnet, dass ich dachte: Na, da fahre ich mal rein". Doch noch während sie aus ihrem BMW ausstieg, seien ihr Zweifel gekommen, sagt die Autofahrerin. Als sie zur Einfahrt gegangen sei, um nach Verbotsschildern zu schauen, habe sie plötzlich einen Abschleppwagen über den Platz fahren sehen. "Der muss schon da gewesen sein und auf der Lauer gelegen haben", versichert Scheuermair.

Sie eilte zu ihrem Wagen zurück, doch der Abschleppwagen hatte sich bereits quer hinter ihr Auto gestellt. Der Fahrer habe ein EC-Kartenlesegerät gezückt und erklärt: "Wenn Sie nicht sofort zahlen, nehme ich das Auto mit, dass wird Sie dann rund 400 Euro kosten." Wohl oder übel zahlte die Rentnerin – und bekam eine Quittung der Firma Parkräume KG, Nummer 19631. Die Firma Parkräume bestreitet, dass sich der Vorfall so zugetragen habe: Weder habe man gelauert, noch den Wagen blockiert. Scheuermair habe auf dem deutlich gekennzeichneten Privatparkplatz "mindestens 15 Minuten" geparkt.

Wer sich zu zahlen weigert, erhält sein Auto nicht zurück

So wie Mathilde Scheuermair ergeht es inzwischen immer mehr Autobesitzern in Deutschland. Hunderte, wenn nicht gar Tausende Falschparker dürften mittlerweile Firmen wie der bundesweit agierenden Parkräume KG oder der in Hamburg tätigen Aktiv Transport ins Netz gegangen sein. Beide Unternehmen gehören zu einer neuen Boom-Branche in Deutschland, den so genannten Parkraum-Bewirtschaftern - von Betroffenen meist nur als "Abschleppmafia" bezeichnet. Doch vor Gericht weht den Unternehmern jetzt ein rauer Wind ins Gesicht: Gegen einige laufen Verfahren wegen Nötigung, außerdem steht die Höhe der Gebühren auf dem Prüfstand.

Das Geschäftsmodell der Parkraumbewirtschafter in dieser Form ist erst wenige Jahre alt, macht aber nach Einschätzung des ADAC derzeit in Deutschland Schule: Im Auftrag von immer mehr Grundstücksbesitzern wie beispielsweise Supermarktketten oder Krankenhäusern überwachen die Firmen Privatparkplätze - und lassen Falschparker von Subunternehmern rigoros an den Haken nehmen. Dafür fordern sie von den Abgeschleppten horrende Summen an Schadenersatz. Wer sich weigert zu zahlen, erhält sein Auto nicht zurück.

Seite 1: Highnoon für die Parkplatz-Sheriffs
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Seite 3: "Das geht den Besitzstörer nicht das Allergeringste an"
 
 
KOMMENTARE (10 von 26)
 
LaoLu (03.04.2010, 13:40 Uhr)
Genau, Jazebel,
die Behinderten können auch ruhig ein paar Schritte laufen!
Jazebel (03.04.2010, 11:18 Uhr)
weg mit disen ganzen Spezielparkplätzen
Eltern-Kind-Parkplatz, Frauenparkplatz, Behindertenparkplatz-wer braucht sowas? Gleiches Recht für alle im demokratischen Staat. Dann müssten auch nicht immer so viele Parkplätze gezwungenermßen leer stehen weil mal wieder zuviele Behindertenparkplätze da sind, die eh kaum jemand nutzt.
LaoLu (02.04.2010, 14:24 Uhr)
Trallallaa hat das sehr schön ausgedrückt:
Faulparker.

Die sind das Problem.
meriva (02.04.2010, 09:05 Uhr)
Wer ist wer?
Wer sind denn hier bie "Bösen", die die rücksichtslos und egoistisch (ist heute in unserer Gesellschaft normal) Parkplätze unberechtigt belegen, oder die Firmen, die sich dagegen wehren, nachdem Ermahnungen bei solchen Leuten meist nichts nützen? Wenn man manche Leserbriefe hier sieht, glaubt man, dass sich viele rücksichtslose Parker noch im Recht fühlen!
allesistklar (02.04.2010, 04:11 Uhr)
Und 20 Euro pro Minute sehe ich durchaus nicht als übertrieben an.
und noch ne Flasche aufmachen....
allesistklar (02.04.2010, 04:10 Uhr)
Der Auftraggeber war REAL MARKT
So hat die Parkräume KG in Wiesbaden erst in der vergangenen Woche im Auftrag eines Real-Marktes 40 Autos abgeschleppt - von einer einzigen Parkfläche an einem einzigen Tag.
+++++++
Einfach nicht mehr einkaufen - bei dem Markt!
spamonmass (02.04.2010, 00:25 Uhr)
verständnis
ich habe meine wohnung in der fußgängerzone einer großen deutschen stadt, mein parkplatz liegt paar meter zur hinterseite. da bei uns akute parkplatznot herrscht, auch bezahlparkplätze sind rar, wird meine parkplatz (mit nummernschild versehen) oft und z.t. über stunden hin zugeparkt. es ist wohl verständlich, dass ich mich zutiefst ärgere, dass diese parasiten ungeschoren davon kommen.

einen abschleppdienst habe ich noch nie geholt, ich weiß auch nicht warum. vllt weil ich ärger aus dem weg gehen will?! ich weiß nicht.

von diesem gesichtspunkt gönne ich jedem mit absicht falschparkendem halter abgeschleppt zu werden. aber diese wegelagerei und systematische abkassierei ist natürlich nicht gerecht.
Corazito3333 (02.04.2010, 00:02 Uhr)
Tippfehler
keine Ausfahrt mehr......
Corazito3333 (01.04.2010, 23:59 Uhr)
Auch die Polizei bedient sich dieser Methoden
Altstadt - abgefahrene Bürgersteige
-da war mal eine Ausfahrt, inzwischen steht ein anderes Haus dort, auf jeden Fall gibts eine Ausfahrt mehr, aber keiner hat den Bürgersteig repariert und die POLIZEI
vergibt hurtig Strafzettel.
zack (01.04.2010, 23:57 Uhr)
Wichtig ist, dass die Abzocker aus der Not kein Geschäft machen können.
Sonst nichts.
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