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26. Juni 2007, 11:59 Uhr

"Pommes und Steak wären gut"

Erstmals hat der inhaftierte Marco W. seine Sicht der verhängnisvollen Nacht erzählt. Demnach hat ihn die 13-jährige Charlotte angemacht - und war enttäuscht, dass es nicht zu mehr gekommen ist. Der Schüler berichtet auch von den langen Tagen im Knast und dem schlechten Essen.

In einem Interview mit einer türkischen Zeitung schilderte Marco erstmals seine Haftbedingungen© THW Uelzen/DPA

Der in der Türkei inhaftierte deutsche Schüler Marco W. hat in einem Interview mit der Zeitung "Hürriyet" seine Unschuld beteuert. Er forderte die 13 Jahre alte Charlotte aus Großbritannien, die ihn des sexuellen Missbrauchs beschuldigt, auf, die Wahrheit zu sagen und ihre Anzeige zurückzuziehen. Der Schüler aus Uelzen sitzt seit zehn Wochen im Gefängnis. Für seine Freilassung setzen sich Außenminister Frank-Walter Steinmeier und der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff ein. Der Schüler betonte, er werde in der Haft nicht misshandelt und müsse auch nicht hungern. Marco W. sagte der Zeitung (Dienstagausgabe), er habe Charlotte in einer Discothek kennengelernt. Einen Tag später hätten sie sich zusammen am Strand gesonnt. Am dritten Abend habe sie ihn in ihr Zimmer eingeladen.

Verhaftung erst zwei Tage nach der bewussten Nacht

Dort kam es seinen Worten zufolge zu sexuellen Kontakten, allerdings hätten sie keinen Geschlechtsverkehr gehabt. Das Mädchen habe verärgert ausgesehen, als er das Zimmer verlassen habe, "weil sie mehr von mir erwartete". Beim Frühstück einen Tag später habe sie ihn merkwürdig angesehen. Einen weiteren Tag später sei die Polizei gekommen und habe ihm von der Anzeige berichtet. Mit seinen Eltern sei er in das Büro des Staatsanwalts gegangen, um eine Aussage zu machen, sagte Marco W. weiter. Dann sei er einem Gericht vorgeführt und verhaftet worden. "Ich war geschockt, als die Polizei mir sagte, dass sie erst 13 ist", erklärte der Schüler.

"Wenn ich gewusst hätte, dass sie 13 ist, wären wir nicht so weit gegangen." Er wünsche sich nur, dass die Wahrheit ans Licht komme und das Verfahren eingestellt werde. "Ich bin kein Krimineller. Ich bin ein Mitglied des Technischen Hilfswerks." Seine Tage im Gefängnis von Antalya beschreibt Marco W. als "unendlich lang". Andere Deutsche gebe es unter seinen 30 Mitgefangenen nicht, aber ein Mann aus dem Kosovo spreche Deutsch.

Keine Schläge oder Misshandlungen in der Haft

Er sei in Haft nicht Opfer von Gewalt oder Misshandlungen geworden. Auch das Essen sei gut. Allerdings wäre es nicht schlecht, wenn es auch einmal "Pommes und Steak" geben würde, sagte der Schüler. Seine Familie dürfe er immer donnerstags für zehn Minuten sehen. Er habe sich zwar nicht über die Haftbedingungen beschwert, habe seinen Eltern aber erzählt, wie schwierig es sei, mit so vielen Leuten einen Saal, eine Dusche und eine Toilette zu teilen, sagte er dem Blatt.

Gut sei, dass es einen Innenhof gebe, der von morgens sieben bis abends acht Uhr geöffnet sei. Allerdings sei es in Antalya im Moment so heiß, dass man keine Lust habe hinauszugehen. Sie könnten aber duschen, wann immer sie wollten. Eine angebotene Verlegung in ein neues Gefängnis habe er abgelehnt. Im jetzigen Gefängnissaal habe er Freundschaften geschlossen. "Es gibt keinen anderen Deutschen, aber einen aus dem Kosovo, der Deutsch kann."

Anwalt: Eltern geht es schlecht

Der deutsche Rechtsanwalt des 17-Jährigen bewertet den positiven Bericht über Haftbedingungen und Zustand seines Mandanten skeptisch. "Nachdem das Gefängnis als sehr schlecht beschrieben wurde, habe ich den ganz stillen Verdacht, dass nun die Zustände besser gemacht werden sollen als sie sind", sagte Jürgen Schmidt in Uelzen. Für die Eltern sei das Interview ihres Sohnes Marco mit der "Hürriyet" keine Beruhigung. Beiden Elternteilen gehe es nach wie vor sehr schlecht.

"Wir hoffen, dass die Appelle der Politiker zur Freilassung des Jungen etwas bewirken", sagte der Rechtsanwalt. Wichtig sei, dass die 13-jährige Britin zur Aussage vor Gericht in die Türkei reist. Sonst könne "alles sehr lange dauern". Kontakt zur Gegenseite in Großbritannien habe er bislang nicht.

Die Eltern wollen dem Anwalt zufolge vorerst nicht mehr öffentlich auftreten oder Interviews geben. "Das verkraften die nicht, das können die einfach nicht", sagte Schmidt.

Es war bereits der neunte Türkei-Urlaub

Marco W. verbrachte nach eigenen Angaben zum neunten Mal mit seinen Eltern und seinem 20 Jahre alten Bruder den Urlaub in Antalya. Die Familie wähle den Ort immer wieder aus, weil das Klima dort gut für seine Hauterkrankung sei, sagte er.

Der Spendenaufruf für die Unterstützung des in der Türkei inhaftierten Marco W. findet regen Zuspruch. Rund 10.000 Euro hatten seine Freunde vom Technischen Hilfswerk bis Montagnachmittag gesammelt, wie Patrick Friede am Dienstag in Uelzen berichtete. Inzwischen haben sich nach seinen Angaben auch in anderen Städten Menschen bereit erklärt, für den 17-jährigen Schüler zu sammeln, so in Berlin, Stuttgart und Cottbus. Friede zeigte sich erschüttert über das aktuelle Aussehen seines Freundes: "Wenn ich mir das Foto in der "Bild"-Zeitung ansehe, weiß ich, dass es ihm nicht gut gehen kann. Ich kenne einen anderen Marco", sagte Friede. Der 17-Jährige ist nach diesen Angaben seit sechs Jahren beim THW. Die "Bild"-Zeitung hatte in ihrer Dienstagausgabe einen Auszug aus einem Interview mit der türkischen Zeitung "Hürriyet" nachgedruckt und veröffentlichte darin auch zwei aktuelle Fotos des Jugendlichen.

AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 65)
 
sachsenwini (27.06.2007, 12:11 Uhr)
Die ergötzliche Geschichte von der Reiberei an der schlummernden Jungfrau
Die ergötzliche Geschichte von der Reiberei an der schlummernden Jungfrau ist natürlich genau solcher Unsinn wie die Aussage des Jungen, dass sich die Dreizehnjährige im Beisein ihrer Schwester und deren Freund vor ihm ausgezogen haben soll.
Haben die Beiden denn keinen Anwalt, mit dem sie Ihre Fantasiegeschichten etwas glaubhaft abstimmen können?
Die reden sich ja Beide um Kopf und Kragen, und die internationale Presse ergötzt sich daran.
H.P. (27.06.2007, 08:15 Uhr)
BLA BLA BLA
>Ruestem (26.6.2007, 14:50 Uhr)
>BLA BLA BLA
>Bleibt bei Eurer EU und der >Mittelalterzeit. Und bitte kommt >auch nicht in die Türkei, wenn Ihr >solche Erwartungen habt, mit einer >13 Jährigen sexuellen Kontakt zu >pflegen.
Lieber Ruestem, was mir auffällt, warum sind so viele Türken so schnell eingeschnappt und beleidigt, man kann über alles reden und diskutieren, wenn die Türkei weitaus besser ist als Europa, so finde ich das sogar gut, dann könnte ich mir überlegen in der Türkei zu wohnen, ich bin an kein Europa gebunden, mir geht es halt um die Menschenwürde, um einen jungen Mann, der durch eine kleine Liebesromanse schon 10 Wochen in einem türkischen Gefängnis sitzt. Nicht um bewusst mit einer Minderjährigen in der Türkei Sexualkontakt zu haben, was Du hier unterstellst. Ich kenne sehr viele Türken, ich habe also keine Vorurteile gegen Ausländer, ich bin Amateurfunker und habe ständig mit dem Ausland zu tun, ich freue mich über jeden neuen Kontakt mit Menschen in anderen Länder. Wie gesagt, mir geht es einfach nur um die Würde des Menschen und was die Religion betrifft, so hat jede Religion ihre Schattenseite, heute ist es der Islam, der besonders zu kritisieren ist, es wird nie ein Welt geben, wo eine bestimmte Religion die Weltherrschaft übernimmt, wenn das im Koran oder in der Bibel steht, ist das eine Lüge. Es geht um das Selbstbewusstsein des Menschen, die Selbsterkenntnis, die eigentliche „religio“, die Rückbindung zum SELBST!
Gruß Heinz
http://www.naturkatastrophen.com
murat06 (27.06.2007, 08:05 Uhr)
Sachlich bleiben.
Liebe Redaktion,
warum denn nicht gleich eine sachliche Darstellung des Falles drucken? Diese Hetze auf die Türken und das Schüren von Türkei- und Türkenängste waren doch nicht nötig.
"Aus meiner Sicht ist der türkische Staat hier nicht weniger rechtsstaatlich vorgegangen, als es der deutsche getan hätte." Vollkommen richtig!
Und warum wird hier nicht über die Mutter dieser Minderjährigen ausführlich berichtet? Warum wird keine EU Selbstkritik geübt?
Mit freundlichen Grüßen
kummi (27.06.2007, 00:18 Uhr)
@Loki-Asgard
Das ist allerdings richtig. In einer solchen Position muss er natürlich besonders verantwortungsbewusst sein, das ist klar. Kinderschänder sehen oft recht harmlos aus. Ich möchte ihn zwar jetzt nicht als Kinderschänder an den Pranger stellen. Aber die Medienberichte sprechen dagegen. Jetzt man muss nur noch 1+1 zusammen zählen. Anfangs: „War nur Schmusen und Knutschen.“,und nun?: „Die Hose war unten, wir wollten Sex.“ Da verstrickt sich doch jemand in Lügen. Also ein positives Licht wirft das nun nicht gerade. Wenn sich herausstellt, das die Vorwürfe wahr sind sollte er ruhig 8 Jahre bekommen. Unsere Bildzeitung würde schreiben: „ Pädophiler beim THW“. Das ist natürlich auch schlimm für die THWler. Die machen machen wirklich gute Arbeit. Nur unsere Politiker sollten ich raus halten. In diesem Fall gilt türkisches Recht.
Loki-Asgard (26.06.2007, 23:53 Uhr)
@Kummi
Ich finde Schwerwiegend kommt noch hinzu das Marco jugendleiter beim THW ist.Bei dieser Tätigkeit kommt er natürlich mit Jugenglichen stark in kontakt.Ich hoffe das da nicht noch mehr zutage tritt,auch hier in Deutschland.
kummi (26.06.2007, 23:46 Uhr)
@Loki-Asgard
Da muss ich ihnen Recht geben.
Wer in solch ein Land reist sollte ich in jedem Fall mit der Gesetzeslage auseinander setzen. Das gilt auch für Sitten. (z.B. kurze Hosen in Tunesien).
Und selbst wenn sie sich als 15 ausgegeben hat, Unwissen schützt vor Strafe nicht. Wenn es hart kommt sollte er sich auf 8 Jahre Haft einstellen, die natürlich in der Türkei zu verbüßen ist. So einfach ist das. Das Mädel ist etwas frühreif, das ist soweit klar. Nur mir kommst so vor als ob der Bengel für seine 17 ziemlich unreif und zurückgeblieben ist. Mit 17 weiß man(n) normalerweise was man zu tun und zu lassen hat. Wirkliches echtes Mitgefühl kann ich leider nicht empfinden. Wenn es nach mir ginge: Kinderschänder, Haft bis zum natürlichen Tode, Einzelhaft bei Brot und Wasser.
Gruß
Loki-Asgard (26.06.2007, 23:15 Uhr)
@Thomas11
Ein 17jähriger der sexuellen kontakt mit einer 13jährigen hat ist ein Kinderschänder.Außerdem glaube ich nicht daß sie das Recht haben irgendjemandem den Mund zu verbieten.Ich gehe davon aus das Marcos Aussagen Schutzbehauptungen sind.
khst (26.06.2007, 22:36 Uhr)
Was schreibt eigentlich die englische Presse ?
Hallo, weiss jemand von euch was eigentlich die englische Presse dazu schreibt ??
Thomas11 (26.06.2007, 21:50 Uhr)
@Loki-Asgard
Loki-Asgard, Sind Sie nicht der Typ von gestern, der Marco bereits als „Kinderschänder“ abgestempelt hat, obwohl dies ein Gericht noch nicht bewiesen hat? Wenn ja, dann gehören Ihre unqualifizierten Meinungen nicht hier her. Ich weise darauf hin, dass es dies eine Aussage von Marco ist, um sich zu entlasten. Dazu wird doch ein Angeklagter noch das recht haben? Oder ist das Ihrer Meinung nach auch schon Verboten.
Wie auch immer. Solange ein Entlastender Punkt der Aussage nicht widerlegt werden kann, gilt diese als Glaubwürdig.
Loki-Asgard (26.06.2007, 21:32 Uhr)
@Thomas11
Was soll denn das für eine Aussage sein "Ich kann sich vorstellen daß das Mädchen keine Jungfrau mehr ist"? Ich zum Beispiel kann mir durchaus vorstellen morgen im Lotto zu gewinnen.Wer ist denn dann Schuld sollte dem nicht so sein? Und die Aussage von Marco vorbehaltlos als Wahrheit darzustellen hat auch schon einen seltsamen Geschmack.
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