. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
13. Juli 2003, 17:02 Uhr

"Weder humorvoll noch intelligent"

Nach dem Rücktritt des italienischen Staatssekretärs streben Rom und Berlin eine rasche Normalisierung an. In Interviews verteidigte Stefani aber erneut seinen Artikel und gab dem Kanzler einen Seitenhieb mit.

Das Kanzler-Paar in Novillara (2002): Im nächsten Sommerurlaub soll es wieder nach Italien gehen© AFP

Nach dem Rücktritt des italienischen Tourismus-Staatssekretärs Stefano Stefani streben Rom und Berlin eine rasche Normalisierung ihrer Beziehungen an. Der italienische Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi forderte am Wochenende beide Länder auf, nun so schnell wie möglich wieder zu Weisheit und Gelassenheit zurückzufinden. Der zurückgetretene italienische Staatssekretär Stefano Stefani legte jedoch noch einmal nach und warf Bundeskanzler Gerhard Schröder in einem Zeitungsinterview Humorlosigkeit und mangelnde Intelligenz vor.

"Vielleicht im Ton ein wenig übertrieben

Stefani sagte der "Corriere della Sera" vom Sonntag, seine Bemerkung über die Deutschen als "supernationalistische Blonde" habe sich nicht gegen alle Deutschen gerichtete, sondern gegen den deutschen EU-Abgeordneten Martin Schulz. Dieser hatte sich kritisch zur Amtsführung des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi geäußert. Vielleicht habe er im Ton ein wenig übertrieben, räumte Stefani ein. Darum habe er sich am nächsten Tag bemüht, seine Aussagen zu klären.

"Hätte Schröder Humor, oder wäre einfach intelligent, hätte er das verstanden und wäre nicht beleidigt", sagte Stefani der Zeitung, zog jedoch seinen Kommentar zu Schröders Intelligenz sofort zurück. Er glaube nicht, dass andere Touristen Schröders Beispiel folgen und ihren Urlaub in Italien absagen würden. "Nur ein Idiot würde so etwas tun", sagte er. "Ich kenne die Deutschen gut. Sie planen ihren Urlaub ein Jahr im Voraus, sie sind Planer, pingelig."

Rücktritt nach anti-deutschen Ausfällen

Stefani war am Freitagabend nach massiver Kritik aus dem In- und Ausland an seinen anti-deutschen Ausfällen zurückgetreten. Zuvor hatte ihn Ministerpräsident Silvio Berlusconi nach dessen eigenen Angaben zu dem Schritt aufgefordert. Angesichts der Verstimmung mit Deutschland sei er gebeten worden, seinen Platz zu räumen, sagte Stefani der "Corriere della Sera". "Jemand musste geopfert werden."

Ciampi sagte der "Bild am Sonntag": "Wir dürfen nicht zulassen, dass die schmerzhafte Polemik, die die deutsch-italienischen Beziehungen gestört hat, einen Schatten auf unsere künftige Zusammenarbeit wirft." Er sei fest von der Freundschaft zwischen Deutschland und Italien überzeugt. Natürlich seien deutsche Urlauber in Italien sehr willkommen.

Nächstes Jahr wieder nach Italien

Regierungssprecher Bela Anda kündigte an, Bundeskanzler Gerhard Schröder werde den Sommerurlaub im nächsten Jahr gemeinsam mit seiner Familie wieder im Haus seines Freundes Bruno Bruni in Italien verbringen. Anda bezeichnete den Rücktritt Stefanis als eine "souveräne Entscheidung" der italienischen Regierung, die die Bundesregierung nicht zu kommentieren habe. Schröder könne jedoch seiner Familie nicht eine neuerliche Umplanung des Urlaubs zumuten und bitte deshalb seine italienischen Freunde, besonders die in der Region um Pesaro, um Verständnis dafür, dass es bei der Absage bleibe.

Stefani erklärte in der Samstagausgabe "Bild"-Zeitung: "Teile meines Artikels in der Parteizeitung ’La Padania’ haben in den letzten Tagen zu Verstimmungen im deutsch-italienischen Verhältnis geführt. Das tut mir Leid, das war nicht meine Absicht". Der ehemalige Staatssekretär beteuerte: "Ich liebe Deutschland." Die Deutschen seien vorbildliche Nachbarn und verlässliche Freunde.

 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Deutsch-italienischer Streit Trostpreis für die Kanzler-Gattin

Silvio Berlusconi hatte sich doch noch dazu durchgerungen - Staatssekretär Stefani musste seinen Hut nehmen. Und Fiat kündigte an, der Kanzler-Gattin das erste Modell des neuen Lancia Ypsilon schenken zu wollen. mehr...

Silvio Berlusconi Mein Schloss, mein Sender, mein Staat

Italiens Premier Silvio Berlusconi stellt seinen Reichtum schamlos zur Schau. Die Macht liebt er mehr als die Wahrheit. Seine Selbstüberschätzung ist grenzenlos. mehr...

Bonmots von Berlusconi "Der Duft der Unantastbarkeit"

Berlusconis Entgleisung bei seinem Debüt als EU-Ratsvorsitzender hat quer über alle Partei- und Ländergrenzen hinweg Entrüstung ausgelöst. Und sie war bei weitem nicht seine erste. mehr...

Das Deutschlandbild im Ausland Das Deutschlandbild im Ausland

Ein Staatssekretär im italienischen Wirtschaftsministerium beschimpfte pauschal deutsche Urlauber als "supernationalistische Blonde". Welche Klischees im Ausland kursieren. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe