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26. Februar 2010, 14:52 Uhr

Polizei findet drei Tote in Sinsheim

Offenbar hat ein 48 Jahre alter Mann seinen Sohn und seine Frau erschossen und anschließend die Polizei gerufen. Als die Beamten eintrafen, fanden sie vor der Tür den Wohnungsschlüssel und im Haus drei Leichen.

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Die Polizei wurde offenbar vom Täter selbst gerufen© Ronald Wittek/DPA

Familiendrama in ländlicher Idylle: Im nordbadischen Sinsheim hat ein 48-jähriger Mann seine Familie ausgelöscht. Er erschoss nach Angaben der Polizei seine ein Jahr jüngere Frau, den 23-jährigen Sohn und den Hund der Familie. Bevor der Vater sich selbst umbrachte, alarmierte er am späten Freitagmorgen die Polizei. Die drei Leichen wurden kurz darauf im Wohnhaus der Familie gefunden. "Alles deutet auf eine schreckliche Familientragödie hin", sagte ein Polizeisprecher. "Das genaue Motiv ist noch unklar." Es wurde allerdings ein Abschiedsbrief gefunden.

Möglicherweise hatte der 48-jährige Inhaber einer Baufirma große Sorgen. In dem Ort war bekannt, dass das Unternehmen der Familie schon seit längerer Zeit insolvent war. Außerdem wurde am Freitag im Nachbarort der Vater des 48-Jährigen beerdigt. Als die Trauerfeier um 13 Uhr begann, war der Sohn mit seiner Familie schon seit rund zwei Stunden tot. "Es ist eine doppelte Tragödie", sagte der Polizeisprecher.

"Begreifen kann ich es jetzt noch nicht"

"Wir sind erschüttert. Gestern hat man sie noch auf der Straße gesehen - nun leben sie nicht mehr. Niemand hätte das für möglich gehalten." Nachbarn hatten von dem schrecklichen Geschehen nichts mitbekommen und waren sichtlich schockiert. "Begreifen kann ich es jetzt noch nicht", sagte eine 23-jährige frühere Schulkameradin des getöteten Sohnes, der in Heilbronn studiert haben soll.

Sie beschrieb die Familie, die schon seit vielen Jahren in dem 2000-Einwohner-Ort wohnte, als ruhig und zurückgezogen. Der Sohn habe sich aber sehr um einen älteren Nachbarn gekümmert. Das Verhältnis der Familienmitglieder untereinander beschrieben Anwohner als gut. Vater, Mutter und Sohn wurden regelmäßig morgens beim Spaziergang mit dem Hund gesehen.

Mit Handfeuerwaffe erschossen

Der Familienvater hatte am Freitag gegen 11 Uhr bei der Polizei angerufen und gesagt, es sei etwas Schlimmes passiert. Er gab die Adresse an und sagte, dort lägen drei Leichen. Der Hausschlüssel sei unter der Fußmatte vor der Tür zu finden. Die Beamten entdeckten dann die Toten und auch einen Abschiedsbrief. Über den Inhalt wurde zunächst nichts bekannt. Die Frau, der Sohn und der Hund wurden mit einer Handfeuerwaffe erschossen. Der Vater tötete sich laut Polizei mit einer anderen Waffe. Die Ermittler gehen davon aus, dass alle am späteren Morgen starben. Zuständig ist das Dezernat Kapitalverbrechen der Heidelberger Polizei.

Die drei Toten sollten an diesem Samstag in Heidelberg obduziert werden. Ob der Mann eine Waffe besitzen durfte und woher er diese hatte, wurde zunächst nicht bekannt. Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln wegen eines zweifachen Tötungsdelikts mit anschließender Selbsttötung.

DPA/APN
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
Veritas44 (27.02.2010, 17:19 Uhr)
an reeder
Du hast vollkommen Recht und ich stimme dir in allen Punkten zu.
Aber ich stelle fest, dass man mit der Meinung, unverständlicherweise oft anstösst
HenningHerbst110 (27.02.2010, 11:46 Uhr)
Deutsche erleben Dramen.
Hätte es sich um einen Türken oder Araber gehandelt, dann wäre von Ehrenmord die Rede. Wenn ein deutscher Familienvater durchdreht und die Familie umbringt, ist nur von einem Drama die Rede. Durch diese Ungleichbehandlung werden Klischees erzeugt, die eine multikulturelle Gesellschaft nicht braucht.
GermaninUS (27.02.2010, 01:53 Uhr)
Umdenken...
...ist angesagt. Neue Wege finden. Vieles funktioniert eben nicht mehr wie einst. Sich umzubringen oder zu flennen ("das Ausland ist schuld") ist keine Lösung.
reeder (27.02.2010, 00:08 Uhr)
Ganz genau, wir Deutschen arbeiten wie die Bekloppten, im Vergleich zu anderen Ländern und von unserem hart erarbeiteten Geld sehen wir nicht viel weil alles in irgendwelche Länder am Arsch der Welt verpulvert wird. In dem Punkt bin ich definitiv gerne rechts. Hat zwar nicht so viel mit dem Thema hier zu tun, aber muß trotzdem gesagt werden. Wenn die nicht bald aufhören das ganze Geld ins Ausland zu schmeißen dann trete ich noch einer rechten Partei bei.
Veritas44 (26.02.2010, 22:12 Uhr)
Deutsche Schicksale
Man kann es nicht fassen was unter deutschen Dächern los ist. Für solche Tragödien gib es keine Hilfe.
Hauptsache wir retten die ganze Welt.
Epedemic (26.02.2010, 20:41 Uhr)
...
Mein beileid!
Ich wohne in der nähe kenne diese Personen aber nicht. Trotzdem mein Beileid allen Angehörigen.

Der Anfang des Endes?
arniston (26.02.2010, 18:27 Uhr)
das wachstum.
das ist harz-schlagmichtod,
die menschen sind dem druck , der geldgier nicht mehr gewachsen.
von morgens bis abends wachstum .und wenn das wachstum nicht wachsen will, dann kommt das wachstumbeschleunigungsgesetz.
höcher schöner,weiter, bis in den tod,
nein danke.
selbsverständlich mein beileid für die hinterbliebenen.
 
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