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22. Januar 2010, 09:25 Uhr

Haiti berappelt sich langsam

Die Banken öffnen, es gibt Benzin und der Hafen von Port-au-Prince ist teilweise wieder nutzbar: Nach der Erdbebenkatastrophe in Haiti wird die Lage der Bevölkerung langsam besser.

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Ein Lazarettzelt in Port-au-Prince: Auch die medizinische Versorgung der Bevölkerung hat sich verbessert© Charles Trainor Jr./AP

Knapp zehn Tage nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti wird die Situation der Millionen Bedürftigen langsam besser. "Es ist schwer, so zu arbeiten wie vorher, aber wir sind dabei, wieder die Kontrolle zu erlangen", sagte Präsident René Préval. Die Hilfe laufe immer besser an. Das Land beginne wieder inmitten der Ruinen zu "funktionieren". So würden Zapfsäulen wieder aufgefüllt und viele Banken hätten seit Donnerstag wieder geöffnet.

Der Hafen von Port-au-Prince wird von US-Helfern weiter instandgesetzt und ist bereits teilweise nutzbar. So können auch Schiffe mit Hilfsgütern anlegen – eine wichtige Entlastung für den Flughafen der Hauptstadt. Dort wurde mittlerweile ein Kontrollturm von der US-Armee eingeflogen, der alte war durch das Beben zerstört worden. Der neue Tower wird durch zwei Diesel-Generatoren mit Energie versorgt.

Französische und amerikanische Helfer begannen zudem an einem zentralen Platz in der Innenstadt Schutt und Abfälle wegzuräumen. Dort leben zahlreiche Menschen, deren Häuser zerstört wurden, auf der Straße.

Verteilung von Nahrungsmitteln endet in Tumult

Auch das Rote Kreuz erklärte, Hilfe komme nun an. Allerdings ist die Verteilung der Hilfsgüter immer noch äußerst schwierig. Der Versuch der Deutschen Welthungerhilfe, Bohnen, Reis und Salz an Bedürftige zu verteilen, endete trotz guter Vorbereitung am Donnerstag in einem Tumult, bei dem junge Männer Frauen und Kinder abdrängten und die Hilfsgüter raubten.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hält die Anfangsprobleme der Helfer ebenfalls für überwunden. Bei einem Gottesdienst für die zehntausenden Toten in New York hatte er bereits am Mittwoch (Ortszeit) gesagt: "Ich weiß, dass es in den ersten Tagen gewisse Verzögerungen gab. Aber mittlerweile haben wir ein sehr effektives System aufgebaut, um Engpässe zu umgehen." "Die Phase des Rettens ist jetzt fast abgeschlossen, jetzt muss die Versorgung der Menschen und vor allem der Wiederaufbau in den Mittelpunkt rücken."

Der Internationale Währungsfonds (IWF) forderte für Haiti Wiederaufbauhilfen nach dem Vorbild des Marshall-Plans. "Ich bin überzeugt, dass Haiti, das auf unglaubliche Weise von vielerlei getroffen wurde (...), etwas Großes braucht", sagte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn in Hongkong.

Experten rechnen noch monatelang mit Nachbeben

Zwei weitere Nachbeben haben unterdessen das Katastrophengebiet erschüttert und die notleidenden Menschen abermals in Panik versetzt. Einer der Erstöße erreichte nach Angaben der US-Erdbebenwarte eine Stärke von 4,9. Berichte über neue Schäden oder Verletzte gab es nicht. Seit dem verheerenden Beben vom 12. Januar, dem vermutlich 200.000 Menschen zum Opfer fielen, ist die Region um Port-au-Prince von mindestens 50 Nachbeben erschüttert worden. Die Arbeit der Bergungsmannschaften wurde dadurch immer wieder unterbrochen.

Nach Ansicht von US-Experten werden die Nachbeben noch Monate, vielleicht sogar Jahre andauern. Zwar würden die Abstände zwischen den einzelnen Erdstößen mit der Zeit größer. Nach wie vor drohten in den kommenden Monaten aber auch Erschütterungen mit großem Zerstörungspotenzial, heißt es in einer Lageeinschätzung der US-Erdbebenbehörde USGS.

Spendenkonten Vermutlich 200.000 Menschen sind bei dem schweren Erdbeben in Haiti ums Leben gekommen. Unzählige sind obdachlos, verletzt und hilfsbedürftig. Wenn Sie für die Opfer der Naturkatastrophe spenden wollen, finden Sie hier eine Liste mit Hilfsorganisationen, die vor Ort die Bedürftigen unterstützen.

mad/DPA/AFP
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
1valentino (22.01.2010, 12:10 Uhr)
Trauer
...man muss wirklich dankbar sein, das man in Deutschland von solchen Umweltkatastrophen verschont bleibt. Zumindest bis jetzt. 200.000 Tote - unfassbar. Die armen Menschen.
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