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4. Januar 2012, 14:57 Uhr

"Ullis" große Schwester bringt mehr Wind und Regen

Tief "Ulli" war nur ein Vorgeschmack: Jetzt bringt "Andrea" deutlich stärkeren Wind nach Deutschland. Das Sturmtief erinnert in den Ausmaßen an den Jahrhundertsturm "Kyrill", wird aber wohl nicht die gleichen Auswirkungen haben. Von Rebecca Brockmeier

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Stürmisch, stürmischer, "Andrea": Das neue Tief bringt jede Menge Wind© Wolfgang Runge/DPA/INO

Kaum ist Tief "Ulli" über Deutschland hinweggefegt, da steht auch schon der nächste Sturm in den Startlöchern: Südlich von Island formiert sich derzeit Tief "Andrea" und nimmt Kurs auf Deutschland, wie der Deutsche Wetterdienst meldet. Noch handle es sich um ein normales Tiefdruckgebiet, doch in den nächsten Stunden werde sich "Andrea" zu einem ausgewachsenen Orkan entwickeln, prognostiziert Meteorologe Dominik Jung vom Onlinewettdienst wetter.net. Nachdem "Ulli" als erster Orkan des Jahres insgesamt nur kleinere Schäden anrichtete - vor allem im Harz pustete er einige Bäume um, Verletzte gab es nicht - wird "Andrea" am Donnerstag deutlich kräftiger nachlegen. "Wir erwarten morgen früh schwere Sturmböen", warnt Wetterexperte Jung.

Los geht es am frühen Morgen in Nordrhein-Westfalen und in Teilen Niedersachsens. Für Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Hessen hat der Deutsche Wetterdienst bereits Unwetterwarnungen herausgegeben. Vom Westen aus zieht "Andrea" am Donnerstag dann über ganz Deutschland hinweg. Einzig in Mecklenburg-Vorpommern werde es relativ ruhig bleiben, so Jung. Im Flachland seien Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern drin. Orkanböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 150 Stundenkilometer erwarten das Mittelgebirge. In Gipfellagen wird es mit windigen 200 Stundenkilometern mehr als ungemütlich. Was Entstehung und Entwicklung betrifft, weist "Andrea" laut wetter.net starke Ähnlichkeit zu Jahrhundersturm "Kyrill" auf, der 2007 in ganz Europa für Verwüstung sorgte. Der Wetterdienst gibt jedoch Entwarnung: Das aktuelle Sturmtief werde sich bei weitem nicht so verheerend auswirken, wie der Orkan von vor fünf Jahren.

Wer am Donnerstag draußen unterwegs ist, sollte sich dennoch vorsehen. Gefahr droht vor allem von oben: Wegen des Dauerregens der letzten Wochen ist der Boden derart aufgeweicht, das Pflanzen und Bäume keinen Halt mehr finden. Auch der ein oder andere Strommast könnte durchaus Opfer des Sturms werden, warnt Meteorologe Jung. Behinderungen im Flugverkehr seien ebenfalls nicht ausgeschlossen.

Warmes Wetter sorgt weiter für verfrühten Frühling

Neben heftigem Wind bringt Orkan "Andrea" auch neuen Regen nach Deutschland. Laut wetter.net sind örtlich Überflutungen möglich. Am Donnerstagabend sinkt die Schneefallgrenze auf 400 Meter, in den Alpen fallen voraussichtlich 50 bis 100 Zentimeter Neuschnee. Dort sei so viel von der weißen Pracht liegen geblieben, wie seit zehn Jahren nicht mehr, so Wetterexperte Jung. Langfristig bleibe das Wetter in ganz Deutschland weiterhin wechselhaft und windig.

Kleines Trostpflaster für alle vom Schmuddelwetter Genervten: Auch in den nächsten Tagen werden frühmorgendliches Vogelgezwitscher und die ersten frischen Triebe für einen Hauch von Frühling sorgen. Denn Tief "Andrea" hat nicht nur neuen Regen und jede Menge Wind im Gepäck, sondern sorgt auch weiterhin für milde Temperaturen. Nur am Wochenende wird es kurzzeitig ein wenig kälter. Der Winter lässt also weiter auf sich warten: Mit kaltem Wetter oder gar einem verspäteten "Horrorwinter" sei also weiterhin nicht zu rechnen, sagt Meteorologe Jung voraus.

Von Rebecca Brockmeier
 
 
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