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4. Februar 2009, 10:38 Uhr

Mutmaßlicher CIA-Mann war "der Chef"

Die Hintergründe der "Sauerland-Gruppe", die 2007 Terroranschläge in Deutschland geplant haben soll, werden immer mysteriöser: Ein mutmaßlicher Kontaktmann des US-Geheimdienstes CIA spielte bei der Attentatsvorbereitung eine größere Rolle als bislang bekannt. Von Rainer Nübel

Sauerland-Gruppe, Terroranschlag, Deutschland, Hintermänner, CIA, BKA

Den drei Mitgliedern der "Sauerland-Gruppe" wird vorgeworfen, einen Terroranschlag in Deutschland geplant zu haben© Uli Deck/Ronald Wittek/DPA

Es sollte offenbar der größte Terroranschlag in der Geschichte der Bundesrepublik werden: Die Mitglieder der so genannten "Sauerland-Gruppe" wollten im Herbst 2007 - laut Anklage der Bundesanwaltschaft - amerikanische Kasernen, Pubs oder Diskotheken in deutschen Großstädten in die Luft sprengen. Die jungen Muslime um den Ulmer Konvertiten Fritz Gelowicz sollen sich dazu zwölf Fässer Wasserstoffperoxid beschafft haben, das in einer Mischung mit Mehl nach Berechnungen von Gutachtern des Bundeskriminalamts (BKA) eine Sprengkraft von 410 Kilogramm TNT gehabt hätte. Anfang September 2007 waren Gelowicz sowie seine Glaubensbrüder Adem Yilmaz und Daniel Schneider im sauerländischen Oberschledorn festgenommen worden.

Wenige Wochen vor dem Prozessbeginn am 24. März erweist sich der Terror-Fall jedoch zunehmend als Agenten-Stück. In der Hauptrolle: Mevlüt K., ein 29-jähriger Türke aus Ludwigshafen. Das BKA ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts, bei der Beschaffung und Übergabe von 26 Sprengzündern an die "Sauerland-Gruppe" eine zentrale Rolle gespielt zu haben. K. soll zudem Kontakte zu hochrangigen al-Kaida-Mitgliedern und tschetschenischen sowie iranischen Mudschahidin haben. Doch seine Rolle ist noch in anderer Hinsicht interessant: Nach Informationen aus Sicherheitskreisen soll es sich bei Mevlüt K. um einen Kontaktmann des türkischen Geheimdienstes MIT und der amerikanischen CIA handeln.

Kontaktmann für die amerikanische CIA

Schon im Herbst 2001, unmittelbar nach den Terroranschlägen von New York und Washington, hatten sich amerikanische und deutsche Sicherheitskräfte für K. interessiert. Seine Wohnung in Ludwigshafen war damals durchsucht worden. Anfang 2002 wurde er auf dem Flughafen von Ankara festgenommen und saß bis November 2003 in türkischer Haft. In dieser Zeit wurde Mevlüt K. vermutlich vom türkischen Geheimdienst MIT angeworben. Später soll er nach Informationen aus Sicherheitskreisen im Fall der "Sauerland-Gruppe" auch als Kontaktmann für die amerikanische CIA gedient haben.

Der mutmaßliche CIA-Informant aus Rheinland-Pfalz soll in den Attentatsvorbereitungen dieser Terrorzelle eine zentrale Rolle gespielt haben, wie aus Ermittlungsunterlagen des BKA hervorgeht. Demnach soll er die Person mit dem Tarnnamen "sut" sein, über den die Beschaffung der 26 Sprengzünder maßgeblich gelaufen sein soll. Fritz Gelowicz soll mit "sut" konspirativ kommuniziert haben.

Sprengzünder in Schuhen

Über den jungen Alaeddine T. aus Wolfsburg soll Mevlüt K. im August 2007 zunächst 20 Sprengzünder an Gelowicz weitergeleitet haben. Angeblich waren sie in Schuhen versteckt, die K. in einer Istanbuler Moschee dem damals 15-jährigen Deutschen tunesischer Abstammung mitgegeben hatte.

Unter der Führung von Mevlüt K. seien auch weitere sechs Zünder nach Deutschland zur "Sauerland-Gruppe" geschmuggelt worden, aus dem Kosovo, wie die Terrorermittler herausfanden. Fünf serbische Islamisten sollen daran beteiligt gewesen sein, von denen einige im niedersächsischen Bad Harzburg gemeldet sind. Aus abgehörten Gesprächen geht hervor, dass Mevlüt K., der mutmaßliche CIA-Informant, für sie "der Chef" war, von dem die jeweiligen Anweisungen kamen.

Fall noch undurchsichtiger

Was den Fall noch undurchsichtiger macht: Wichtigster Kontaktmann von Mevlüt K. in Deutschland war nach BKA-Erkenntnissen der 26-jährige Somalier Ahmed H. aus Ludwigshafen. Es handelt sich um jenen Ahmed H., der zurzeit wegen Mordes an drei georgischen Autohändlern vor Gericht steht - zusammen mit einem Deutsch-Iraker, der als höchst fragwürdiger V-Mann jahrelang für das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz im Islamisten-Milieu gearbeitet hat - und ausgerechnet auf den jungen Somalier Ahmed H. angesetzt war.

Ahmed H., so geht aus BKA-Akten hervor, hatte in der Zeit der Anschlagsvorbereitungen regelmäßig telefonischen Kontakt zum "Chef" Mevlüt K., der sich in der Türkei aufhielt. In den Gesprächen sei es immer wieder um die Zünder gegangen. Am 3. August 2007 soll der Somalier in Mannheim die sechs Sprengzünder an den Rädelsführer der "Sauerland-Gruppe", Fritz Gelowicz, übergeben haben. Einen direkten Beleg für diese Übergabe gibt es allerdings nicht, beide konnten zu diesem konkreten Zeitpunkt nicht observiert werden.

Maßgeblicher Mann bei der Beschaffung

Mevlüt K. soll der maßgebliche Mann hinter der Beschaffung der Zünder gewesen sein. Deutsche Ermittlungsakten weisen ihn als hochkarätigen Islamisten aus: Er habe dem Netzwerk des 2006 von den Amerikanern getöteten al-Kaida-Topterroristen al Sarkawi angehört und dort logistische Aufgaben erfüllt. Zudem sei er Kopf einer Gruppierung, die sich mit Anschlagsplanungen beschäftige, und verfüge über Kontakte zu Dschihad-Kämpfern in Tschetschenien und dem Iran. Mevlüt K. ist von libanesischen Behörden international zur Festnahme ausgeschrieben - wegen des Versuchs, durch Bildung einer al Kaida-Zelle im Libanon Terroranschläge zu verüben. Doch Mevlüt K., der mutmaßliche CIA-Mann, lebt nach stern.de-Informationen in der Türkei als freier Mann.

Mitarbeit: Özlem Gezer, Martin Knobbe

Von Rainer Nübel
 
 
KOMMENTARE (10 von 74)
 
The_Fiddler (06.02.2009, 12:35 Uhr)
wie...
unerwartet.
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O-Ton: Aber der Staat könnte doch niemals..."
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Und ob er kann er hat früher schon und er wird immer wieder. Jetzt nochmal über 9/11 nachdenken.
endbenutzer (05.02.2009, 10:30 Uhr)
@kaisergarten:
"..Aufgelöste Dienststellen, Schnittstellen nicht definiert, falsche Telefonnummern, ahnungslose und entscheidungsunwillige Vorgesetzte und dann fliegen die auch noch in die falsche Richtung - Verschwörung?.."
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Ich schrieb bereits, dass zur Ausführung der Anschläge vom 11.Sept. sicher keine Massen von Menschen involviert sein mussten. Es genügt, wenn 2 oder 3 Personen den Plan beschließen. Für die Rekrutierung und "Ausbildung" der Selbstmordattentäter braucht man nur eine Person, die man hinterher recht einfach beseitigen kann. Fertig. Davon abgesehen: Die Anschläge vom 11.September wurden immer als besonder clever und vorausschauend geplant beschrieben. Was ist daran clever, sich 10 Flugzeuge auszusuchen, die innerhalb einer Stunde von einem Flughafen aus starten? Dazu genügt ein Blick auf die schwarze Anzeigentafel im Terminal. Sich so einen "genialen Plan" zurechtzuzimmern ist eine Übung für 12-jährige.
kaisergarten (05.02.2009, 10:08 Uhr)
Fakten
Es gibt ja jede Menge zusammengetragene Fakten zu 9/11. Sehr viele von diesen dokumentieren die Inkompetent der gesamten beteiligten US Behörden. Nur z.B. der Punkt, dass die Flugabwehr überhaupt nicht funktionierte, obwohl doch in Übungen die volle Einsatzbereitschaft dokumentiert wurde. Diesen Punkt nehmen viele zum Anlass zu sagen - "das hat jemand gedreht, das gibt es doch gar nicht" - schaut man sich alleine die Details zu diesem Vorgang an könnte man sich totlachen, wenn es nicht so tragisch wäre. Aufgelöste Dienststellen, Schnittstellen nicht definiert, falsche Telefonnummern, ahnungslose und entscheidungsunwillige Vorgesetzte und dann fliegen die auch noch in die falsche Richtung - Verschwörung? Schauen sie doch mal in Ihren eigen Alltag was da alles schiefgeht, was eigentlich klappen sollte. Was ist wahrscheinlicher in einem Land in denen Stromversorgungsnetzte und Brücken einfach mal zusammenbrechen - Verschwörung oder Unfähigkeit. Natürlich will die US Regierung nicht das soetwas rauskommt - ist doch auch nicht schön, wenn rauskommt, das man alles hätte verhindern können, aber die zig US-Geheimdienste, die untereinander um die Kompetenzen rangeln, die Puzzle aus Eitelkeit und Hoheitsfragen nicht zusammentragen haben. Alle sog. Fakten die die 9/11 Verschwörungsgläubigen zusammengertragen haben lassen sich auf diese Art erklären - inzwischen liegen auch ausführlichste Untersuchungsberichte vor. Oder ein weiters Bsp. - World Trade Center - der sog. Brandschutz: Ein Witz nach heutigen Maßstäben. Unzureichend, schlampig und teilweise nicht vorhanden. Tragende Konstruktionen aus blanken Stahl - dazu gibt es ne tolle Dokumentation. Fragen Sie mal nen Stahlbauer wie schnell reiner Stahl an Festigkeit verliert - in Deutschland werden Sie so eine Bauweise nicht finden. Die Verschwörung (die kleine) die es in diesem Zusammenhang gibt ist die, dass man eigentlich den Betreiber des WTC verklagen hätte müssen - wegen grober Fahrlässigkeit. Geht aber nicht - ist ja ein guter Rep....etc.etc...
endbenutzer (05.02.2009, 09:20 Uhr)
@kaisergarten:
"...es gibt keinen Inside Job - dafür sind die entsprechenden Kanidaten einfach zu inkompetent..."
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Was ist das denn für eine Meldung? Wenn hier immer wieder nach Fakten gefragt wird, möchte ich schon gerne wissen, aufgrund welcher Informationen du dies behaupten kannst. Wer sind "die entsprechenden Kandidaten"? Etwa George W. Bush? Der war sowieso schon immer eine Marionette von Hallyburton und Co. Der zählt sowieso nicht.
kaisergarten (05.02.2009, 08:30 Uhr)
Gähn...
es gibt keinen Inside Job - dafür sind die entsprechenden Kanidaten einfach zu inkompetent. Die Wahrheit ist ganz einfach: Der BND/ CIA bezahlt Spitzel, die in Wirklichkeit die größten Verbrecher sind. Wie das möglich ist? Weil diese Beamten denken alle und alles kaufen zu können. Is aber nicht so. Geld nehmen die schon, aber Ihre Gesinnung ändern sie nicht. Zu 9/11 gibt es auch nichts weiter zu sagen - OnceKnown hat sich ja rührend bemüht - das bringt aber eh nixs - Mulder von Akte X läßt grüßen. PS: Nur soviel - von irgendwo muss eine Drohne abgeschossen werden - am hellichten Tag - so ein Ding sieht man und hört man. Ich hab auf Youtube nur ne fette Explosion gesehen. Wer sich fragt wie ein Flugzeug das Pentagon durchschlagen kann, der kann sich ja noch mal das Flugzeugunglück von Amsterdam in Erinnerung rufen, als ne Boing zwei Häuserblocks zerfetzte.
Peach303 (05.02.2009, 00:56 Uhr)
Schwarz-Weiss-Malerei
Ich hab mir die ersten Kommentare durchgelesen. Es ist immer die gleiche Schwarz-Weiss-Malerei. Die Mondlandung war kein Fake. Und Elvis wurde auch nicht von Aliens entführt! Aber das Elvis nicht von Aliens entführt wurde ist kein Grund zu behaupten, dass Dienste bei Anschlägen nicht ihre Finger im Spiel haben! Vielleicht gibt es ja nicht nur zwei Extreme? Sondern eine Mitte in der vielleicht die Wahrheit liegt?
Buch-Tip: "Terrorziel Europa" von Jürgen Elsässer. Ein sehr gut recherchiertes Buch.
onkel.erwin (04.02.2009, 22:34 Uhr)
@OnceKnown
die evidenz für eine drohne des typs global hawk ergibt sich aus dem vergleich des charakteristischen längsprofils dieses flugkörpers mit dem bild aus dem pentagon-video: beide stimmen völlig überein. nachweis: youtube: pentagon secrets und youtube: missiles? some say yes.
im übrigen stört mich etwas ihre penetrante, typisch rabulistische art, in der diskussion forderungen zu stellen, die keiner erfüllen kann. es geht nicht darum, den hergang der inszenierung nachzuweisen, sondern festzustellen, dass die offizielle darstellung nicht stimmen kann. und dazu reichen die jetzt gebrachten fakten zehnmal aus, da sie nicht widerlegbar sind. ihre penetranz in der diskussion riecht mir zu sehr nach auftragsarbeit, rhetorischer schulung und nlp. ein laie sind sie nicht, eher berufsideologe.
Clibanarius (04.02.2009, 22:06 Uhr)
Es gibt noch...
...eine andere, realistischere und einfachere Theorie. Die Anschläge sind so abgelaufen, wie sie auch derzeit dargestellt wird.
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Allerdings wussten engste, höchste Kreise von Administration und Geheimdienst von den Plänen der Attentäter länger vorher Bescheid. Liessen sie aber, zumindest was die Einschläge aufs WTC und Pentagon angeht, gewähren als sie nach Planspielen über die möglichen Risiken, Folgen und "Chancen" (die sind ja allseits bekannt) merkten wie ihnen unverhofft in die Hand gespielt wurde. Das könnte auch die widerwillige "Bemühung" der US-Administrative um Aufklärung erklären.
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Also nichts mit ferngelenkte Flugzeuge und schauspielende Angehörige etc.
OnceKnown (04.02.2009, 21:09 Uhr)
@onkel.erwin
Ich stelle fest, dass Sie nicht wissen wo die Passagiere geblieben sind und das Sie offensichtlich auch nicht daran interessiert sind, es zu erfahren. Interessant. Eben das übliche Verschwörungs-Blahblah.
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Das Video vom Pentagon ist so verpixelt, dass man kaum was erkennen kann und sie können sogar den genauen Typ der "Drohne" nennen. Beeindruckend; oder eben auch nicht. Wo ist das Flugzeug abgeblieben? Die Fluggesellschaft vermisst nämlich eines und ein tonnenschwerer Jet verschwindet nicht so einfach aus den Büchern.
onkel.erwin (04.02.2009, 20:57 Uhr)
werter OnceKnown,
selbstverständlich fange ich wieder damit an, ich kann sie ja nicht dumm sterben lassen. nur immer schön ruhig bleiben, ihnen fliegt ja schon der geifer in fetzen vom maul. da sie sich immer noch nicht die youtube-seite angesehen haben, hier nochmal die adresse: youtube / anschlag auf pentagon 9/11 wo ist das flugzeug ? und / flug 93 der große schwindel.
jeder halbblinde kann sich davon überzeugen, dass eine drohne vom typ global hawk ein loch in die pentagon-außenmauer reißt und einen röhrenförmigen durchschuss von 2,20 meter durchmesser in drei von fünf stahlverstärkten gebäudeblocks erzeugt. flugzeugtrümmer finden sich nicht. die augenzeugen sprechen von einer rakete und bemerken korditgeruch. für die fluglotsen verschwindet flug 77 der AA 45 minuten vor dem einschlag von den radarschirmen - und mit ihm die passagiere. fragen sie doch die us-regierung, wo die geblieben sind. vielleicht bekommen sie eine antwort. dann gibt es ein linientreues medienopfer weniger.
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