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7. Februar 2009, 20:45 Uhr

Gutachter belastet Althaus

Lange hat es gedauert, nun sind erste Ergebnisse durchgesickert: Mehr als einen Monat nach dem tödlichen Skiunfall des thüringischen Ministerpräsidenten mit einer Skifahrerin sieht ein Gutachter die Schuld offenbar bei Dieter Althaus. Dem Bericht zufolge war Althaus schnell unterwegs - und auf der falschen Piste.

Das technische Gutachten zum folgenschweren Skiunfall des thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus liegt nach Informationen des "Spiegels" jetzt der Staatsanwaltschaft im österreichischen Leoben vor. Demnach habe der Politiker offenbar einen Fahrfehler begangen, hieß es im Vorabbericht am Samstag.

Althaus war am Neujahrstag in Österreich mit der 41-jährigen Skifahrerin Beata C. zusammengestoßen. Sie wurde getötet, er erlitt schwere Kopfverletzungen. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft in Leoben, Walter Plöbst, wollte auf Nachfrage den Bericht weder bestätigen noch dementieren.

Nach Auswertung des polizeilichen Unfallberichts, des rechtsmedizinischen Befunds und einer Besichtigung des Unfallorts kam der Sachverständige laut "Spiegel" zu dem Ergebnis, dass Althaus mit rund 40 Stundenkilometern von der Piste "Die Sonnige" in die "Panorama"-Abfahrt eingebogen und knapp 15 Meter bergauf gefahren war. Die Frau sei deutlich langsamer mit etwa zehn Stundenkilometern die "Panorama"-Abfahrt hinabgefahren. Althaus habe ein Absperrnetz, das aus Sicherheitsgründen über einen Teil der "Panorama"-Piste gespannt sei, umkurvt und sieben Meter dahinter die Frau in einem Winkel von etwa 90 Grad getroffen, heißt es dem Bericht zufolge in dem zehnseitigen Gutachten.

Zwar äußere sich der Sachverständige nicht zur Schuldfrage, die Rekonstruktion habe aber ergeben, dass für die Frau keine Chance bestanden habe, den Unfall etwa durch Ausweichen zu verhindern. Die Rechtsanwälte der beteiligten Parteien, Alexander Rehrl aus Salzburg und Walter Kreissl aus Liezen, lehnten der Zeitschrift zufolge eine Stellungnahme mit dem Hinweis ab, das Gutachten sei ihnen nicht bekannt.

Der Ministerpräsident befindet sich derzeit in einer Reha-Klinik am Bodensee und ist nach Angaben seiner Ärzte voraussichtlich in der ersten Märzhälfte vernehmungsfähig. Die Staatsanwaltschaft in Österreich ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.

AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 10)
 
sportartmakler (09.02.2009, 09:18 Uhr)
das ist ein wunderbares
thema um die allgemeine wut und ohnmacht des kleinen mannes gegenüber politikern rauszulassen. herr althaus könnte beliebig ersetzt werden...
er gehört natürlich als politker höher bestraft, nicht zuletzt wegen dem hier diagnostiziertem größenwahn...
am ende bleibt fahrlässiges verhalten, ob grob oder leicht wird nicht hier entschieden. der tod dieser frau und sein anteil daran wird ihn wohl zeitlebens begleiten, was spielt da ein jursitisches urteil noch für eine rolle wenn selbst der ehemann das geschehen als unfall wertet, zumindest offiziell?
faculdoc (08.02.2009, 21:36 Uhr)
Last und Belastung gegen Althaus
Liebe Redaktion, schliesst doch bitte
diese KommentarEbene und meldet Euch journalistisch erst wieder, wenn die Richter aus Österreich entschieden haben (sollten )! Was soll dieses hier noch immer vorzufindende unsubstantiierte Gefasel . Althaus muss Zeit seines Lebens mit der objektiven Katastrophe eigener Selbstüberschätzung fertig werden.
Das zu einem derartigen Verhalten konkludent Schaderersatz und ( hoffentlich !!! )
Strafverfahren logische Folgen sein sollten, steht außer Zweifel. Ich hoffe de jure-wegen ( nein- keine Schadenfreude ! ) sehr, dass die österreichischen Gerichte andere Qualität besitzen . Am Ende aber wurde vier Kindern die Mutter durch fahrlässiges Verhalten eines Leichtferigen gewaltsam entrissen.
Den aprobierten Vertretern ist eine " gute Hand und gutes Gehör " zu wünschen .
you_me_2 (08.02.2009, 19:38 Uhr)
Also Geisterfahrer
...und wenn ich mir das Bild ansehe,dann kann er die Frau eigentlich nicht übersehen haben, denn durch das Netz kann man wohl durchsehen. Vielleicht ist's ihm doch zum Abbeigen nach rechts zu schnell geworden, dass er den Gegenhang wählte.
Aber sowas sieht man ja öfter "begeisterten" Sportlern, wie der Ministerpräsident einer ist. Alles mögliche machen, aber nichts richtig machen, und drei Wochen Skifahren im Jahr machen noch lange keinen guten Skifahrer, aus Sicht der richtigen Skifahrer ist sowas eher ein Stümper, aber das merken solche Pseudosportler in ihrer Selbstüberschätzung zumeist nicht und wie es dann endet, sieht in diesem Fall.
Wenn er in die Bäume gerasselt wäre, dann wärs gerecht gewesen, aber so hat er in seiner Hybris 4 Kindern die Mutter genommen.
Eisenbaer (08.02.2009, 13:42 Uhr)
Nun denn...
...Herr Althaus hat nicht die vorgesehene Piste benutzt und ist nicht nach rechts abgebogen, sondern geradeaus weitergefahren. Hierbei musste er ein "Sicherheitsnetz" umkurven und 7 Meter dahinter stieß er mit der Frau zusammen. Kann es wohl sein, dass er die Frau deshalb nicht bemerken konnte, weil er durch das "Sicherheitsnetz" abgelenkt war? Ja, vielleicht haben die beiden einander gar nicht kommen sehen, weil durch das "Sicherheitsnetz" die beiden für einander unsichtbar waren?

Fragen, nichts als Fragen. Nur eines ist klar: Hätte auch die Frau einen Helm getragen, dann wäre sie höchst wahrscheinlich noch am Leben.
Mule (08.02.2009, 13:21 Uhr)
Hoffentlich...
ist der Teppich groß genug, damit man sämtliche Unannehmlichkeiten, die aus dieser Angelegenheit erwachsen können, darunter kehren und verschwinden lassen kann. Gehen wir doch einfach zur Tagesordnung über und bejammern den "armen" Herrn
Althaus. Wie kann sich auch nur eine einfache Skifahrerin ihm in den Weg stellen?! Haben Politiker nicht überall und zu jeder Tages- und Nachtzeit ihre eingebaute Vorfahrt dabei?? Aber "Gott sei Dank" gibt es ja für solche Unfälle keine greifenden Gesetze.
feingold (08.02.2009, 11:25 Uhr)
Nicht nur ein Gutachten...
...sondern auch ein Schnellachten.
Alle Achtung!
arniston (08.02.2009, 09:52 Uhr)
gutachter ?
man nehme eine einbahnstrasse und fahre in gegenrichtung hinein.dann lässt über einen gutachter feststellen, dass ich fast so fahre wie auf brandenburgs strassen..
bei aller traurigkeit, sehr ungewöhnlich...
Mastergirl (08.02.2009, 08:18 Uhr)
Größenwahn
Der Größenwahn macht ofensichtlich auch auf der Piste nicht halt. Nach dem Motto:"Le roi, c'est moi" - ich darf alles...auch falsche Wege nehmen und Absperrgitter umfahren. Das ist jetzt die Quittung. Ich glaube nicht, dass sich da etwas "zumwinkeln" lässt kralli. In Österreich sind -zum Glück- andere Gesetze.
flyingfree (08.02.2009, 08:01 Uhr)
Selbst wenn er schuldig wäre
Der Unfallhergang war bekannt, ansonsten lese ich hier nichts neues.
"...Zwar äußere sich der Sachverständige nicht zur Schuldfrage..."
kralli19 (08.02.2009, 00:21 Uhr)
Ach was...
Ach was, da lässt sich doch bestimmt noch irgendwas "zumwinkeln", damit es gimpflich für ihn ausgeht...
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