Obama stützt US-Kommandeur Allen

14. November 2012, 09:00 Uhr

Das Pentagon ermittelt wegen "unangemessener" E-Mails, aber Obama stärkt Afghanistan-Kommandeur John Allen den Rücken. Die Petraeus-Affäre wird auch Thema auf einer Pressekonferenz des US-Präsidenten.

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Der US-Kommandeur in Afghanistan, General John Allen, genießt weiterhin den Rückhalt von US-Präsident Barack Obama. Der Präsident habe Hochachtung vor Allen und seinen Diensten für das Land, sagte Obamas Sprecher Jay Carney vor Journalisten in Washington. Und auch Verteidigungsminister Leon Panetta sprach dem General sein Vertrauen aus.

Allen war in den Skandal um die außereheliche Beziehung des zurückgetretenen CIA-Chefs David Petraeus hineingezogen worden. Das Pentagon hatte erklärt, gegen Allen sei wegen "möglicherweise unangemessener" E-Mails an eine der Protagonistinnen der Affäre eine Untersuchung eingeleitet worden. Obama lädt am Mittwoch zu einer Pressekonferenz ins Weiße Haus. Er wird sich dabei zur Affäre Petraeus äußern müssen, aber auch zu den Ermittlungen gegen General John Allen, dem Kommandeur der internationalen Afghanistantruppe. Unklar war zunächst, ob Obama bereits einen Nachfolger für Petraeus präsentieren wird.

Allen und Petreaus setzen sich für Kelley-Schwester ein

Der Chef des Geheimdienstes CIA trat Ende der vergangenen Woche wegen einer außerehelichen Beziehung zurück. Die US-Bundespolizei war bei den Nachforschungen zu der außerehelichen Beziehung zwischen Petraeus und dessen Biografin Paula Broadwell auf eine Vielzahl von E-mail-Kontakten zwischen Allen und der 37-jährigen Jill Kelley gestoßen. General Allen bestritt eine außereheliche Beziehung zu Kelley. Laut "Washington Post" soll es zwischen Allen und Kelley einen E-Mail-Austausch mit 200 bis 300 Nachrichten gegeben haben. Über die Inhalte der Nachrichten ist bislang nichts bekannt.

Kelley scheint die Schlüsselfigur in der Petraeus-Affäre zu sein. Sie hatte sich hilfesuchend an das FBI gewandt, nachdem Broadwell in ihr eine Nebenbuhlerin sah und ihr Droh-E-Mails geschrieben hatte. Der TV-Sender ABC berichtete, sowohl Petraeus als auch Allen hätten sich in einem Sorgerechtsverfahren für Kelleys Zwillingsschwester Natalie eingesetzt. Jill Kelley habe sich in einem Telefongespräch mit der Polizei auch als Honorarkonsulin ausgegeben und praktisch Personenschutz verlangt, hieß es in weiteren Berichten.

Petraeus vor Senatsausschuss

Völlig unklar ist allerdings weiterhin, ob Petraeus oder Allen Geheimnisse weitergegeben haben. Der Politologe Stephen Biddle von der George Washington University bezweifelt, dass es tatsächlich einen "nennenswerten Geheimnisbruch" gab. "Aber die Affäre brachte eine Möglichkeit mit sich, die in Zukunft hätte ausgenutzt werden können", zitierte CNN Biddle.

Zugleich wurde am Dienstag bekannt, dass Petraeus demnächst vor einem Senatsausschuss über den tödlichen Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi aussagen soll. Der Geheimdienst CIA war wegen der Attacke Anfang September in die Kritik geraten, weil er danach nicht rasch deutlich gemacht habe, dass es sich um einen Terroranschlag gehalten haben soll. Bei dem Angriff waren vier Diplomaten getötet worden, darunter der US-Botschafter in Libyen.

jar/DPA/AFP
 
 
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