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8. April 2010, 12:39 Uhr

Obama und Medwedew besiegeln Abrüstung

Großer Bahnhof und große Historie in Prag: US-Präsident Barack Obama und sein russischer Kollege Dmitri Medwedew haben den Nachfolger des Start-Abkommens unterzeichnet. Er bringt die atomwaffenfreie Welt ein bisschen näher.

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Geschichte wird gemacht: Dmitri Medwedew (l.) und Barack Obama in Prag© Filip Singer/Epa

US-Präsident Barack Obama und der russische Präsident Dmitri Medwedew haben am Donnerstag in Prag ein Abkommen zur atomaren Abrüstung unterzeichnet. Der Nachfolgevertrag des Start-Abkommens von 1991, das im Dezember ausgelaufen war, sieht eine Obergrenze von 1550 atomaren Sprengköpfen pro Seite vor. Die Zahl der Trägersysteme - Raketen, U-Boote und Flugzeuge - soll auf jeweils 800 in den USA und Russland sinken.

In dem Vertrag geht es um atomare Langstreckenwaffen, die das jeweils andere Land erreichen können. Sie waren in der Zeit des Kalten Krieges zwischen den USA und der Sowjetunion angehäuft worden und sollten das "Gleichgewicht des Schreckens" sichern. Die USA und Russland hatten sich nach fast einem Jahr der Verhandlungen im vergangenen Monat auf die weitere Reduzierung dieser Atomwaffen geeinigt.

Der Hauch der Historie

Obama sagte nach der Unterzeichnung, der Vertrag werde die USA und die Welt sicherer machen. Das Abkommen sei ein "wichtiger Meilenstein. Er wolle den Vertrag noch bis Jahresende im Senat ratifizieren lassen. Obama dankte seinem "Freund und Partner" Medwedew für die gute Zusammenarbeit. Der Kremlchef Medwedew bezeichnete den "historischen" Vertrag als Erfolg für die internationale Gemeinschaft. "Nach diesen sicher nicht leichten Verhandlungen gibt es keinen Sieger und keinen Verlierer. Der Erfolg gehört beiden Ländern und mit ihnen der ganzen Welt." Am Vormittag hatten sich die beiden Präsidenten in der Prager Burg getroffen, wo sie vom tschechischen Staatsoberhaupt Vaclav Klaus begrüßt wurden und bei strahlendem Sonnenschein vor Fotografen posierten. Prag ist inzwischen ein geschichtsträchtiger Ort in Sachen Abrüstung: Vor einem Jahr hatte Obama hier bei einer Grundsatzrede für das Ziel einer atomwaffenfreien Welt geworben.

Während Medwedew am Nachmittag nach Russland zurückreisen wollte, hat Obama für den Abend Staats- und Regierungschefs aus elf Staaten Mittel- und Osteuropas in Prag zu einem Treffen eingeladen. Dabei wird es auch um die Raketenabwehr gehen. Die ehemaligen Warschauer-Pakt-Staaten treten für den Abwehrschild ein und fürchten, dass die USA gute Beziehungen zu Moskau wichtiger nehmen könnten als ihre Sicherheitsinteressen. Russland wiederum behält sich vor, von dem neuen Atomabkommen zurückzutreten, sollte es durch die Raketenabwehr seine Sicherheit bedroht sehen. Nach dem glanzvollen historischen Moment dürfte es am Abend für Obama also zu heiklen Gesprächen kommen. Der US-Präsident hofft "auf einen konstruktiven Dialog" mit Russland"Wir haben vereinbart, unsere Diskussionen über die Raketenabwehr fortzusetzen, einschließlich des Austauschs unserer Einschätzung von Gefahren."

APN/DPA/ben
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
Aquarius2 (08.04.2010, 22:40 Uhr)
Absolute Schizophrenie
Nur noch 3.100 mal Hiroshima.
.
Nun können wir alle nur noch einmal sterben.
Mein Gott, bin ich erleichtert!
jetrabbit (08.04.2010, 15:15 Uhr)
ja der künstliche weltfrieden
suggeriert, wir müssen unseren politikern ewig dankbar sein. künstliche angst erzeugen ist das nur. ich jedenfalls falle nicht auf die knie und bedanke mich.
kabelmann (08.04.2010, 13:56 Uhr)
Na dann ist ja gut
Mit 1500 Sprengköpfen können sowohl Amerikaner als auch Russen die Welt nur noch 400mal zu Asche verbrennen und nicht mehr wie bisher 4000mal.

Da haben wir echt Schwein gehabt, dass es so "große" Politiker gibt, die sich für die atomwaffenfreie Welt einsetzen - natürlich sollte immer der andere atomwaffenfrei bleiben, sonst isses ja die Mühe nicht wert.
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