. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
26. Januar 2010, 10:58 Uhr

Mehr Soldaten, mehr Ausbilder, mehr Defensive

Die Zeit des Spekulierens ist vorbei: Deutschland will 500 Soldaten plus "flexible Reserve" mehr nach Afghanistan schicken und dennoch sehr viel "defensiver" agieren. Wie das geht, erläuterte die Kanzlerin. Der Abzug der Bundeswehr, so Außenminister Guido Westerwelle, beginnt 2011.

Afghanistan, Westerwelle, Merkel, Truppen, Aufstockung, Taliban, Soldaten

Sie bekommen bald Verstärkung: Bundeswehrsoldaten im Camp östlich von Kundus© Anja Niedringhaus/AP

Nach Tagen des Spekulierens ist die Katze aus dem Sack: Die Bundesregierung will zusätzlich zu den bisher 4500 Soldaten weitere 500 nach Afghanistan schicken. Darüber hinaus sollen 350 Soldaten als "flexible Reserve" dienen, die für kurzfristige Einsätze, beispielsweise vor den Parlamentswahlen, an den Hindukusch berufen werden sollen.

Trotz der Aufstockung nannte Bundeskanzlerin Angela Merkel die neuen Strategie der deutschen Truppen einen "sehr viel stärker defensiven Ansatz". Denn künftig sollen sich 1400 der dann 5000 Soldaten um die Ausbildung der afghanischen Truppen kümmern. Bislang sind zu diesem Zweck nur 280 Soldaten vor Ort.

Die Ausbilder sollen laut Merkel einen neuen Ansatz verfolgen, der den Schutz der Bevölkerung gleichrangig einbezieht. Damit ist gemeint, dass die Soldaten die Feldlager öfter verlassen und die afghanischen Sicherheitskräfte auf ihren Patrouillen begleiten. Die Ausbildung selbst erfolgt hauptsächlich im Feldlager. Als Ziel wird gesetzt, rund 172.000 einheimische Soldaten und 134.000 Polizisten auszubilden.

Die Ziele der Regierung

Zugleich will die Bundesregierung ihre finanzielle Hilfe für den Wiederaufbau in Afghanstan aufstocken. Merkel kündigte an, dass der Betrag von 210 Millionen auf 430 Millionen Euro pro Jahr mehr als verdoppelt werden soll. Die Ziele, die mit dem Geld erreicht werden sollen: Der Zugang der Menschen zu Energie und Trinkwasser soll von 22 auf 50 Prozent steigen. Statt 30 Prozent sollen künftig rund drei Viertel "Zugang zum Arbeitsmarkt" haben, und langfristig sollen 60 Prozent der Kinder zur Schule gehen. Alle Zahlen beziehen sich auf den Norden des Landes, der auch künftig das Einsatzgebiet der Bundeswehr sein soll.

Zudem will Deutschland 50 Millionen Euro in einen 350 Millionen schweren internationalen Fonds zahlen, der sich um die Reintegration von Taliban-Aussteigern in die afghanische Gesellschaft kümmert.

Der Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan soll im nächsten Jahr beginnen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte in Berlin: "Wir wollen 2011 mit dem Abbau unseres eigenen Kontingentes beginnen." Ziel der neuen Afghanistan-Strategie der Bundesregierung sei eine Abzugsperspektive. Dafür sollten die Voraussetzungen geschaffen werden.

Was sagen die Amerikaner?

Mit diesem Konzept im Gepäck fährt Außenminister Guido Westerwelle zur Afghanistan-Konferenz in London, die am Donnerstag stattfindet. Ob der "defensive Ansatz" und die geplante moderate Aufstockung auf die Gegenliebe der Verbündeten trifft, ist zweifelhaft. Die Amerikaner forderten zuletzt deutlich mehr Truppen von den Partnern. Der Oberbefehlshaber am Hindukusch, General Stanley McChrystal, kritisierte die mangelnde Risikobereitschaft der Bundeswehr.

ben
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Afghanistan-Strategie "Bundeswehr darf sich nicht einigeln"

Bislang hält sich die Bundesregierung bedeckt, wie genau die neue Afghanistan-Strategie aussehen wird. Der Schwerpunkt liegt laut Entwicklungsminister Dirk Niebel beim zivilen Aufbau. Für die Bundeswehr heißt das: raus aus den Camps. mehr...

Afghanistan-Strategie Nato plant fünf weitere Jahre am Hindukusch

Mit viel mehr Geld und Zeit will die Nato den Frieden in Afghanistan erzwingen. Der Entwurf für die Abschlusserklärung der Strategiekonferenz in London sieht noch mindestens fünf Einsatzjahre vor. Taliban-Kämpfer sollen zudem mit Millionen Dollar zum Aufgeben verlockt werden. mehr...

Bundeswehr in Afghanistan McChrystal fordert mehr Risikobereitschaft

Mehr Soldaten, höhere Risikobereitschaft: Stanley McChrystal, Oberbefehlshaber der Nato-Soldaten in Afghanistan, schwört die internationale Schutztruppe auf seine neue Strategie ein. Besonders kritisch sieht er das zögerliche Vorgehen der Deutschen am Hindukusch. mehr...

 
stern testen, Serie sichern

Jetzt den stern inklusive der aktuellen Gesundheits-Serie testen! Jetzt sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (8/2012)
Whitney Houston