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7. Dezember 2009, 11:47 Uhr

Bund zahlt für Kundus-Angriff

Intern wird der Luftangriff von Kundus weiter für Unruhe sorgen, nach außen arbeitet die Bundesregierung an der Wiedergutmachung. Es wird Entschädigungszahlungen an die Angehörigen der zivilen Opfer geben, ein Anwalt aus Bremen verhandelt mit der Regierung.

Kundus, Luftangriff, Afghanistan, Popal

Opfer des Angriffs im Unfallkrankenhaus von Kundus: Der Bund will Entschädigungen für die Folgen des Luftschlags zahlen

Die Bundesregierung wird die Angehörigen der zivilen Opfer des Luftangriffs in Nordafghanistan entschädigen. Das teilte der Sprecher des Verteidigungsministeriums am Montag mit. Wie die Entschädigung konkret umgesetzt werde, verhandelt das Ministerium nun mit dem Anwalt der Angehörigen, Karim Popal aus Bremen.

Der deutsch-afghanische Rechtsanwalt hat 78 Vollmachten von Hinterbliebenen der Opfer des Luftschlags vom 4. September, bei dem bis zu 142 Menschen getötet und verletzt worden sind - darunter auch viele Zivilisten. Der deutsche Oberst Georg Klein hatte US-Kampfjets zur Bombardierung zweier von Taliban entführter Tanklastwagen im nordafghanischen Kundus angefordert. Der Angriff und das darauf folgende Kommunikationsdesaster hat bereits zum Rücktritt von Minister Franz-Josef Jung sowie zur Entlassung von Bundeswehrgeneralinspekteur Wolfgang Schneiderhan und Verteidungsstaatsskretär Peter Wichert geführt. Auch der neue Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist durch den Vorfall in Bedrängnis gekommen.

Der Sprecher sagte, es werde geprüft, ob es im Sinne der Angehörigen außergerichtlich eine Lösung geben könne, um einen möglicherweise jahrelangen Rechtsstreit zu vermeiden. Dazu gehöre die Frage, wer anspruchsberechtigt sei. "Fakt ist, es wird eine Lösung geben." Popal hatte zuvor erklärt, er hoffe auf eine außergerichtliche Einigung mit der Bundesregierung. Scheitere dies, wolle er auf Schadenersatz wegen fehlerhaften und grob fahrlässigen Verhaltens der Bundeswehr klagen.

DPA/ben
 
 
KOMMENTARE (10 von 47)
 
Administrator (07.12.2009, 16:25 Uhr)
Liebe User,
vielen Dank für Ihre Kommentare. Wir schließen die Debatte an dieser Stelle.

Herzliche Grüße,

Ihre stern.de-Admins
laeppe (07.12.2009, 16:23 Uhr)
@chrgue Mal ehrlich
wie merken Sie das die Opfer entschädigt werden - wenn man sie nicht entschädigt glauben Sie dann
Sie hätten einen Euro mehr in der
Geldbörse ? Und das Geschrei ist erst recht nicht zu verstehen da die Summe vermutlich zu den bereits entstandenen Gesamtkosten dieses
Krieges lächerlich ist.
warbird (07.12.2009, 16:21 Uhr)
Gute Idee
Deutschland hats ja... Immer weiter so, schickt meine Steuergelder nach Afghansitan. Die kommen doch vor Lachen nicht in den Schlaf.
SLCentral (07.12.2009, 16:21 Uhr)
UNGLAUBLICH DIE KOMENTARE
Die typischen FDP-Wähler beschweren sich hier, dass man sie um ein Paar Euro ärmer macht und mit diesen die TOTEN Familienangehörigen in Afghanistan entschädigt. Ich finde das ganze mehr als lustig. Die Betrüger beschweren sich, dass sie betrogen wurden.

Da scheint mir, dass manche hier in Deutschland komplet einen Realitätsbezug verloren haben.
- FDP steht der USA nahe und da befindet ihr euch doch in bester Gesellschaft und das habt ihr VOR den Wahlen gewusst.
- Schrecklich, dass ihr den Zivilisten übelnimmt, dass diese sich an einem umgekippten Laster bedienen. Erinnert euch nur ruhig an die Nachkriegszeit in Deutschland, da wäre so etwas genau so möglich in Mangelzeiten.

- Fairer Weise muss ich sagen, dass ich ein Russlanddeutscher bin und das Desaster der Sovjets dort von meinen Eltern erzählt bekommen habe. 70% der Soldaten haben nie wieder ziviles Leben führen können. Ich kann da Parellelen zu der heutigen Zeit erkennen.

- Pristigeprojekt der "Demokratie" nach westlichen Vorbild kommt ins Schwanken. Das war abzusehen.
Aber da muss man wenigstens zu diesem Prestigeprojekt stehen und die Zivilisten, die dort ums Leben kamen entschädigen.
- Nachdem in der Schweiz bereits Moscheen verboten wurden wird es für den selbsternannten Westen immer schwieriger diesen "Demokratiekrieg" zu rechtfertigen....... und Geld stinkt nicht.

Fazit: Wenn schon Kriegsparteien wählen, dann auch dazu stehen.

giangastone (07.12.2009, 16:20 Uhr)
Konsequenzen jetzt
Raus, raus und nochmals raus. Überlasst das Land sich selbst, den Taliban, Warlords oder sonst wem und schont unsere Jungs und unsere Geldbeutel. Danach einfach 5 Jahre nix mehr aus Afghanistan berichten, bis der Pulverdampf sich gelegt hat und die Blutströme abgeflossen sind. (Ich will dann aber auch keinen jammern hören.) Deutschland hat so weniger innenpolitischen Ärger und wir können uns in Ruhe um die Schweinegrippe kümmern. ICH HAB´S SO SATT...
laeppe (07.12.2009, 16:18 Uhr)
Wie wäre es wenn hier etliche Kommentatoren
einen Sonderflug buchen würden um
sich in Afghanistan mal kundig zu machen ?
Wie abfällig hier zum Teil geschrieben wird da passt dann tatsächlich die schwarze Regierung
mit ihren Lügen bestens dazu.
SethusCalvisius (07.12.2009, 16:14 Uhr)
@chrgue
Ich bin ja weiß Gott kein Freund der derzeitigen Regierung, aber ich muss sagen, dass Sie mit Ihrer menschenverachtenden Einstellung bei Schwarz-Gelb Gott sei Dank keine politische Heimat haben. Es gibt doch (leider) in unserem Parteienspektrum noch für Sie passendere Gruppierungen, Parteien, die den Wert eines Menschenlebens wie SIe an der Nationalität festmachen.
Übrigens: In Deutschland wurden nach dem Krieg auch Kohlen geklaut. Das ist so, wenn man arm ist. Aber wir, die auf unseren fetten Hintern sitzen und jammern, wenn das Benzin mal 2 Cent teurer wird, können das natürlich nicht mehr nachvollziehen.
chrgue (07.12.2009, 16:14 Uhr)
@laeppe
Ja, laeppe (leitet sich das ab von läppisch?), selbstverständlich ist nur Ihre Meinung statthaft, überaus ehrenwert und zutiefst gerecht. Ich geben Ihnen Recht in der Meinung, wir hätten in Afghanistan nichts, aber auch gar nichts verloren, doch wenn wir aus übergroßer Loyalität zu den Amis schon zum Gewehr greifen müssen, dann - bitteschön - mit allen Konsequenzen und nicht auch noch zahlen für Benzindiebe, während hierzulande Rentner teilweise am Hungertuch nagen, du Schöngeist!
auwei (07.12.2009, 16:09 Uhr)
Verlogenheit doch besser?
Vielleicht hätte man dabei bleiben sollen, das "Ding" in Afghanistan NICHT Krieg zu nennen - jetzt scheinen hier ja alle Hemmschwellen gefallen zu sein und man darf ohne weiteres auf alles bomben, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Mal im Ernst, liebe Kommentatoren: Die "markigen" Sprüche sind ironisch, oder? Wenn nicht, dann ist es sehr traurig, wie schnell zerbombte Zivilisten an Bedeutung verlieren, wenn "unser " Geld im Spiel ist. Auwei!!!
stratoarmin (07.12.2009, 16:05 Uhr)
Alles nicht so schlimm
... ab sofort werden wir also zivile Opfer, sofern noch am Leben, oder eben die Familien mit Geld entschädigen. Die Amis machen das doch auch so. Vor meinem geistigen Auge flimmern so groteske Rechnungen, auf denen dann gelistet ist "Bombardement am soundsovielten ... 25 Männer je 300 $, 6 Kinder männlich je 100 $, 4 Ziegen je 30 $, 3 Frauen je 20 $, 2 Kinder weiblich 5 $ .... Summe XXXXX !!! GROTESK!

Zur gewählten Bombengröße: wäre die Toten jetzt noch töter, wenn der Herr Oberst nicht die kleinen, sonder die großen oder mehr Bomben bestellt hätte?

Der Schwachsinn, der hier verzapft wird, ist eigentlich kaum noch zu überbieten. Oder doch? Ich bin gespannt, was Tigerente noch so alles verbockt.


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