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16. September 2010, 10:42 Uhr

Sarkozy streicht Kindergeld für Schulschwänzer

Wenn Frankreichs Nachwuchs nicht regelmäßig zur Schule geht, haben die Eltern keinen Anspruch auf Kindergeld. Der Senat verabschiedete jetzt das Gesetz, dem Präsident Nicolas Sarkozy höchste Priorität einräumt. Die Maßnahme könnte auch bald deutschen Schulschwänzern drohen.

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Wenn die Kinder nicht ordnungsgemäß die Schulbank drücken, bekommen Frankreichs Eltern kein Kindergeld© Colourbox

Den Eltern von Schulschwänzern wird in Frankreich künftig kein Kindergeld mehr gezahlt. Der Senat verabschiedete am Mittwochabend eine entsprechende Maßnahme, die auch in Deutschland diskutiert wird. Präsident Nicolas Sarkozy hatte sich für die Initiative stark gemacht und den Kampf gegen das "Krebsgeschwür" des Schwänzens als "absolute Priorität" bezeichnet. Bildungsminister Luc Chatel nannte die Streichung des Kindergeldes ein "letztes Mittel" bei Eltern, die ihre Kinder nicht unter Kontrolle hätten. In Deutschland hatte CDU-Generalsekretär Volker Kauder eine Kürzung des Kindergeldes für Schulschwänzer ins Gespräch gebracht.

Die französische Opposition kritisierte die Entscheidung. Es handele sich um eine "populistische und aggressive Maßnahme", die sich gegen die ärmsten Familien richte, sagte Marie-Christine Blandin von den Grünen. Wenn ein Kind mindestens vier halbe Tage pro Monat unentschuldigt fehlt, muss der Schulleiter das der Schulaufsicht melden. Es folgt dann eine Warnung an die Familie. Falls das Kind im nächsten Monat dann wieder ohne Entschuldigung wegbleibt, wird das Kindergeld gestrichen. Das Geld wird wieder gezahlt, wenn der Schüler einen weiteren Monat lang regelmäßig zur Schule gekommen ist. Die Nationalversammlung hatte dem Gesetzentwurf bereits Ende Juni zugestimmt.

swd/AFP
 
 
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