Kim Jong Un will Annäherung an Südkorea

1. Januar 2013, 11:32 Uhr

Mit seiner Neujahrsansprache hat der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un für eine Überraschung gesorgt. Er kündigte einen "radikalen Umschwung" an - nicht nur in Bezug auf Südkorea.

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Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat sich für einen "radikalen" Wechsel in der Politik seines seit Jahrzehnten abgeschotteten Landes ausgesprochen. "Es ist wichtig, die Konfrontation zwischen dem Norden und dem Süden zu beenden", sagte Kim in seiner am Dienstag im Staatsfernsehen gesendeten Neujahrsbotschaft. So könne "die Teilung des Landes beendet und seine Wiedervereinigung erreicht werden". Die Vergangenheit zeige, dass Konfrontation zwischen Landsleuten zu "nichts als Krieg" führe.

Zugleich hat er die Verbesserung des Lebens der Bevölkerung zum obersten Ziel im neuen Jahr erklärt. 2013 werde ein Jahr "großer Schöpfungen und Veränderungen sein, die einen radikalen Umschwung bewirken", versprach Kim am Dienstag in der ersten Neujahrsansprache eines Herrschers des kommunistischen Landes seit 19 Jahren.

Ziel: ein "wirtschaftlicher Riese" werden

Kim knüpfte an die Gepflogenheit seines Großvaters Kim Il Sung an, zum neuen Jahr eine Ansprache zu halten. Der als Staatsgründer verehrte Diktator starb 1994. Dessen Sohn und Nachfolger Kim Jong Il hatte so gut wie nie öffentliche Reden gehalten. Unter seiner Herrschaft waren die Ziele für das neue Jahr in einem Leitartikel der offiziellen Zeitungen umrissen worden. Nach seinem Tod vor einem Jahr war sein Sohn zum neuen Machthaber ausgerufen worden.

Kim Jong Un forderte in seiner im Staatsfernsehen gezeigten Rede einen radikalen Umschwung, der das Land zu einem "wirtschaftlichen Riesen" machen und den Lebensstandard der Menschen anheben solle. Die Landwirtschaft und Leichtindustrie stünden dabei im Zentrum. Das verarmte, aber hochgerüstete Nordkorea ist seit Jahren auf Hilfe von außen angewiesen.

Streitpunkt Raketentests

Der erfolgreiche Start einer Weltraumrakete in Nordkorea im Dezember soll dabei laut Kim als Ansporn für die Anstrengungen der Menschen dienen. Die USA, Südkorea und andere Staaten sehen in dem Start am 12. Dezember einen verdeckten Test für die Entwicklung von Interkontinentalraketen, die mit Atomsprengköpfen bestückt werden können. Nordkorea spricht von einem Satellitenstart zu friedlichen Zwecken.

Die Beendigung der Landesteilung sei eine wichtige Aufgabe, "die Konfrontation zwischen Nord- und Süd-(Korea) zu beenden", sagte Kim. Neue Vorschläge nannte er nicht. Vielmehr bekräftigte er die Forderung Pjöngjangs, die Abkommen von den bisher einzigen beiden gesamtkoreanischen Gipfeltreffen 2000 und 2007 umzusetzen. Kim nannte die Abkommen "große Wiedervereingungsprogramme". Zugleich betonte er, dass es nötig sei für Nordkorea, bessere Waffen zu entwickeln, und die militärische Stärke auszubauen.

Nordkorea hatte den Kontakt zur Regierung des scheidenden südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak abgebrochen. Lee hatte sich von der "Sonnenscheinpolitik" seiner beiden Vorgänger distanziert. Im Februar übernimmt Lees konservative Parteifreundin Park Geun Hye das Präsidentenamt. Im Wahlkampf hatte die im Dezember gewählte Park gesagt, eine Politik des Vertrauens zu Nordkorea aufbauen zu wollen.

tkr/DPA/AFP
 
 
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