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13. Juli 2009, 07:55 Uhr

Kim Jong Il soll schwer krebskrank sein

Seit Monaten wird über die Gesundheit von Nordkoreas Diktator spekuliert. Jetzt wurde bekannt, dass Kim Jong Il an Bauchspeicheldrüsenkrebs leiden soll. Ein südkoreanischer TV-Sender meldet, er habe nur noch fünf Jahre zu leben. Angeblich soll sich sein Sohn Jong Un bereits für die Machtübernahme bereit halten.

Kim Jong Il, Nordkorea, Gesundheitszustand, Krebs

Fernsehaufnahmen von Kim Jong Il bei der Feier zum 15. Todestag von Staatsgründer Kim Il Sung, seinem Vater, am 8. Juli© KRT/Reuters

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Il ist einem Medienbericht zufolge an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt. Die Krankheit des 67-Jährigen sei lebensbedrohlich, berichtete der südkoreanische Nachrichtensender YTN am Montag unter Berufung auf Geheimdienstkreise in Südkorea und China. Er werde vermutlich nicht mehr länger als fünf Jahre leben. Der bösartige Tumor soll bei ihm im Sommer des vergangenen Jahres gefunden worden sein, als er einen Schlaganfall erlitten haben soll. Der südkoreanische Geheimdienst erklärte, er könne den Bericht nicht bestätigten.

Kims Gesundheitszustand gibt seit Monaten Anlass zu Spekulationen. Am vergangenen Mittwoch hatte der Diktator an der Gedenkfeier zum 15. Todestag von Staatsgründer Kim Il Sung, seinem Vater, teilgenommen. Auf Bildern des Fernsehnachrichtendienstes APTN von der Veranstaltung wirkte Kim noch stärker abgemagert und hatte weniger Haare als im April, seinem letzten öffentlichen Auftritt. Damals war er erstmals seit Berichten, dass er im Sommer vergangenen Jahres einen Schlaganfall erlitten haben soll, in der Öffentlichkeit aufgetreten.

Die angeschlagene Gesundheit Kims hat auch die Sorge in der Region ausgelöst, dass sich die Lage in dem abgeschotteten kommunistischen Land wegen möglicher Machtkämpfe um seine Nachfolge destabilisieren könne. Zuletzt hatte Nordkorea durch eine Reihe von Raketentests und einen zweiten Atomtest die Spannungen im Streit um seine Waffenprogramme weiter angeheizt.

Beobachter vermuten, dass Nordkoreas Raketentests auch Teil der Pläne Kim Jong Ils sein könnten, die Machtübertragung an seinen jüngsten Sohn Jong Un abzusichern. Dieser ist erst Mitte Zwanzig. Südkoreanische Medien hatten Anfang Juni berichtet, Kim habe kurz nach dem weltweit verurteilten Nukleartest in Nordkorea am 25. Mai die wichtigsten Institutionen davon informiert, dass er Jong Un zu seinem Nachfolger bestimmt habe.

Bauchspeicheldrüsenkrebs Bauchspeicheldrüsenkrebs wird oft erst spät erkannt und ist daher sehr gefährlich. In Deutschland ist er nach Statistiken des Robert Koch-Instituts in Berlin mit 10.000 Todesopfern die vierthäufigste Krebs-Todesursache. Die Bauchspeicheldrüse liegt im linken Oberbauch und produziert Verdauungsenzyme sowie das Hormon Insulin. Die Symptome des Tumors treten meist erst auf, wenn der Krebs bereits fortgeschritten ist. Dazu zählen vor allem Schmerzen im Oberbauch, Gewichtsverlust und Gelbsucht. Die Prognose für Patienten ist schlecht: Nur 6,4 Prozent der Männer leben mit der Diagnose länger als fünf Jahre. Die Heilchancen sind selbst dann gering, wenn der Tumor entfernt wird. Denn oft haben sich bereits Metastasen gebildet, wenn der Krebs diagnostiziert wird. Chemotherapie oder Bestrahlung sind nur als ergänzende Maßnahmen geeignet. Die Ursache von Bauchspeicheldrüsenkrebs ist unbekannt. Experten vermuten einen Zusammenhang mit starkem Rauchen, fettreichem Essen und Alkohol.

DPA/AP/Reuters
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
islaender (13.07.2009, 10:36 Uhr)
Pankreas NPL
So wie er auf diesem Bild aussieht, macht er es garantiert keine 5 Jahre mehr.
gesox (13.07.2009, 10:29 Uhr)
Krank war er schon immer
Aber nun ist er immerhin ein Beweis dafür, WIE sicher auch nordkoreanische AKWs sind.
quakenderfrosch (13.07.2009, 10:05 Uhr)
Vielleicht hilft eine Behandlung in Amerika .
Es scheint nicht so weit her zu sein mit den Künsten nordkoreanischer Medizin . Sonst hätten die längst versucht die Bauchspeicheldrüse zu ersetzen . Vielleicht fehlen ja wirklich nur noch einige Schritte bei der Zusammensetzung, die nur in der Schwerelosigkeit funktioniert ? Das wäre dann Pech für den Diktator, daß alle Raketen schon kurz nach dem Start zerbrachen . Aber fürs Überleben in seiner Unendlichkeit wird der sicherlich noch drauf kommen sich die notwendigen Ersatzteile in den USA einsetzen zu lassen - drei Cognac weniger und für die Anzahlung des Hinfluges reichts !
undjetztnochder (13.07.2009, 09:46 Uhr)
5 Jahre?
Das klingt jetzt vielleicht etwas makaber, aber: wer es mit einem Pankreaskarzinom, noch dazu einem metastasiertem, schafft, 5 Jahre zu überleben, dürfte vorbehaltlos als medizinisches Wunder gelten. 5 Monate ist das wohl wesentlich realistischer.
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