Kim Jong Un versetzt Raketen in Alarmbereitschaft

29. März 2013, 08:45 Uhr

Sie sollen jederzeit abgefeuert werden können, um die USA und Südkorea zu treffen: Machthaber Kim Jong Un hat die Alarmbereitschaft für Nordkoreas Raketen befohlen. Er wolle eine Rechnung begleichen.

Als Reaktion auf neue Übungsflüge kernwaffentauglicher US-Bomber in Südkorea hat das kommunistische Nordkorea seine Atomkriegsdrohungen verschärft. Machthaber Kim Jong Un habe in einer nächtlichen Dringlichkeitssitzung mit Spitzen der Armee den Befehl erteilt, die strategische Raketeneinheiten in Angriffsbereitschaft zu versetzen, berichteten die Staatsmedien des Landes am Freitag. Die Raketen sollten "jederzeit" abgefeuert werden können, um das Festland der USA, deren Militärstützpunkte auf Hawaii, Guam und andere Gebiete im Pazifik sowie Ziele in Südkorea zu treffen.

Erneut unterstellte Pjöngjang den USA, einen Nuklearkrieg vorzubereiten. Mit den Flügen von B-2-Langstreckenbombern über Südkorea wollten die USA ein entsprechendes Ultimatum setzen. Das sei keine militärische Machtdemonstration mehr. Nach dem Urteil Kim Jong Uns sei deshalb die "Zeit gekommen, mit den US-Imperialisten eine Rechnung zu begleichen", berichtete die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA.

Begleitetet von neuen Angriffsdrohungen gegen die USA und Südkorea hatte dass oberste Truppenkommando des Landes bereits am Dienstag erklärt, alle Feldartillerie- und strategischen Raketeneinheiten seien in "höchste Alarmbereitschaft" versetzt worden. Nordkorea verfügt nach Meinung von Experten nicht über die Kapazitäten für einen direkten Atomangriff auf die USA. Doch befürchten Südkorea und die USA, Nordkorea könne andere militärische Provokationen unternehmen. Vor einer Woche hatten beide Verbündete einen Einsatzplan für den Fall jeder Art von Provokationen durch Nordkorea unterzeichnet.

Tarnkappenbomber üben Angriffsflüge in Südkorea

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hatten sich seit dem dritten nordkoreanischen Atomtest im Februar deutlich verschärft. Angesichts der Ausweitung von UN-Sanktionen wegen des Tests und der jährlichen amerikanisch-südkoreanischen Militärübungen hatte Nordkorea einen Nichtangriffspakt mit Südkorea für ungültig erklärt.

Am Donnerstag hatten zwei Tarnkappenbomber der Typs B-2 Spirit der US-Luftwaffe Angriffsflüge in Südkorea geübt. Die Bomber hätten auf dem Weg von Missouri nach Südkorea und zurück über 10.000 Kilometer zurückgelegt, hatte die US-Armee erklärt. Bereits zuvor hatten amerikanische B-52-Langstreckenbomber an den Übungen in Südkorea teilgenommen. Nordkorea fühlt sich durch diese Flüge provoziert.

Die gemeinsame Militärübung mit Südkorea diene der Verteidigung, hatte das Weiße Haus am Donnerstag bekräftigt. Die USA stünden "Schulter an Schulter mit unseren Verbündeten in Südkorea". Zu Gesprächen über den Konflikt mit Nordkorea reist US-Außenminister John Kerry nach Angaben seiner Behörde übernächste Woche nach Seoul, Tokio und Peking.

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