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Russland soll Gerücht über Vergewaltigung durch deutsche Soldaten gestreut haben

In Litauen ist per E-Mail das Gerücht gestreut worden, dass deutsche Soldaten eine Minderjährige vergewaltigt hätten. Die Nato verdächtigt Russland, die Falschinformationen gezielt verbreitet zu haben.

Litauen

Bundeswehrsoldaten landen Anfang Februar auf dem Flughafen in Kaunas in Litauen

In den vergangenen Tagen hat es eine gezielte Fake-News-Kampagne gegen die Bundeswehr in gegeben. Das berichtet "Spiegel online". Demnach hätten Unbekannte durch gezielt verschickte E-Mails das Gerücht gestreut, deutsche Soldaten hätten eine Minderjährige vergewaltigt. Nato-Diplomaten verdächtigen Russland, hinter der Fake News zu stecken. Das Bundesverteidigungsministerium hat den "Vorgang" bestätigt, ohne nähere Einzelheiten zu nennen.

Laut Bericht verschickten die Täter am 14. Februar eine ausführliche E-Mail an den Parlamentspräsidenten von Litauen sowie an mehrere Medien. Darin wird detailliert die angebliche einer minderjährigen Litauerin durch deutsche Soldaten beschrieben. Die Tat soll sich in der Stadt Jonava ereignet haben, keine zehn Autominuten entfernt vom Bundeswehr-Standort in Rukla.

Litauens Regierung reagiert schnell

Es ist wohl der schnellen Reaktion der litauischen Regierung zu verdanken, dass die Kampagne ihre Wirkung verfehlte. Sie ließ die Vorwürfe umgehend durch Polizei und überprüfen - und fand keinen Anhaltspunkt für eine solche Tat. Daraufhin informierte die litauische Regierung Journalisten, um die Sache richtig zu stellen.

Bei der Nato soll man den Vorfall sehr ernst nehmen und dafür verantwortlich machen. Das Ziel sei es gewesen, in der Bevölkerung Stimmung gegen die Bundeswehr und den gesamten Nato-Einsatz zu machen. In Litauen werden in diesen Tagen rund 1000 Nato-Soldaten stationiert, 450 davon aus Deutschland. Die Truppenverlegung geht auf einen Nato-Beschluss zurück, die baltischen Länder und Polen symbolisch stärker zu schützen. Die Nato reagiert damit auf die Annexion der Krim im Jahr 2014 und die Krise im Osten der Ukraine.

Kampagne erinnert an den Fall Lisa

Der Vorfall erinnert sehr stark an den Fall Lisa in Deutschland im Januar 2016. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise berichteten russische Medien über die angebliche Vergewaltigung einer Russlanddeutschen in Berlin durch einen Flüchtling. Russische Politiker griffen den Fall auf, Russlanddeutsche demonstrierten gegen die Bundesregierung. Obwohl sich schnell herausstellte, dass das Mädchen die Geschichte nur erfunden hatte, geisterte sie noch lange durch russische Medien.


tis

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