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12. Januar 2009, 09:00 Uhr

Obama droht Bush-Regierung

Barack Obama hat schwere Vorwürfe gegen die amtierende US-Regierung um Präsident George W. Bush erhoben. Grund sind umstrittene Verhörmethoden, darunter das gefürchtete "Waterboarding". Für Obama sind diese Praktiken "Folter". Er schloss juristische Schritte gegen die Bush-Administration nicht aus.

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Strikter Gegner von jedweder Folter: der designierte US-Präsidend Barack Obama© Lawrence Jackson/AP

Der designierte US-Präsident Barack Obama hat juristische Schritte wegen möglicher Menschenrechtsverletzungen der US-Regierung von Präsident Georg W. Bush nicht ausgeschlossen. "Niemand steht über dem Recht", betonte Obama in einem Interview des US-Fernsehsenders ABC am Sonntag. "Wir prüfen noch, wie wir das ganze Thema Verhöre, Inhaftierungen und so weiter angehen", sagte er. Der Schwerpunkt seiner Politik werde aber vor allem darauf liegen, auch im Kampf gegen Terroristen keine Fehler mehr zu machen.

US-Vizepräsident Dick Cheney gab in einem Interview des Fernsehsenders CNN vom Sonntag erneut zu, dass US-Ermittler 2003 bei drei Terroristen das berüchtigte "Waterboarding" - die Vortäuschung des Ertränktwerdens - angewandt hatten. Es sei auch sinnvoll gewesen, weil die US-Sicherheitskräfte wertvolle Informationen von Top-Terroristen wie Chalid Scheich Mohammed erhalten hätten, die für den Schutz der USA sehr wichtig gewesen seien, sagte Cheney. Er betrachte die harten Verhörmaßnahmen nicht als Folter.

Auch Bush verteidigte die harschen Verhörmethoden im Kampf gegen den Terrorismus. Die neue Regierung "muss einen schonungslosen Blick auf die Realitäten in der Welt und die Instrumente werfen, die derzeit verwendet werden, um die USA vor weiteren Angriffen zu schützen", sagte Bush in einem Interview des US-Senders Fox News.

Obama kritisierte Cheney, weil "aus meiner Sicht Waterboarding Folter ist", so der künftige Präsident. "Unter meiner Regierung wird es keine Folter geben."

Obama bekräftigte zwar seine Entschlossenheit, das umstrittene US-Gefangenenlager Guantànamo zu schließen; allerdings sei dies schwieriger "als sich das viele vorstellen", sagte er. Er werde wohl das Lager in Kuba wegen juristischer Probleme und ungeklärter Sicherheitsfragen nicht wie im Wahlkampf versprochen in den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit schließen können. Obama wird am 20. Januar Präsident der USA.

DPA
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
Dirk_37 (13.01.2009, 08:29 Uhr)
@mramorak
Wähler können wählen in der Demokratie, Guantanamo soll geöffnet werden???
Etwas verwirrend, Ihr Kommentar:-)
MfG Dirk
mramorak (12.01.2009, 10:41 Uhr)
Ja, wenn es doch die Demokratie nicht gäbe
Der Herr Obama muß noch sehr viel lernen, aber auch seine Anhänger. In einer Demokratie können die Wähler wählen, sonst wäre der Herr Obam nich wo er ist. Aber er wird bald darauf hingewiesen werden, dass nach 4 Jahren alles anders aussehen kann und auch wird.
Und er wird seinem Volk auch sagen müssen, was er unter Folter versteht. Seine eigene
Weltanschauung ist da nicht ausreichend. Er hat jetzt schon gemerkt, dass man Fragen stellt in den USA. Die versprochene Öffnung von Guantanamo geht nicht so schnell, wie er versprochen hat. Er wird noch öfters bekennen müssen, dass er Wahlversprechen nicht einlösen kann.
gmathol (12.01.2009, 09:32 Uhr)
Diese Drohung soll wohl Bush davon abhalten weitere Gesetze und Verordnungen zu erlassen...
...die dann den Kongress und die Gerichte fuer mehrere Monate beschaeftigten koennten.
Mr. Obama taete gut daran so zu handeln, aber es wird wohl ein Traum bleiben der auch von seinen eigenen Parteigenossen verhindert werden wuerde, da diese immer brav alles abgenickt haben was Bush wollte.
Wir werden sehen! 9 Tage bis zur Inauguration des neuen Praesidenten da koennen noch Weltkriege angezettelt werden.
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