24. Dezember 2012, 14:45 Uhr

Bayerns SPD serviert Xmas-Müsli

Alle Jahre wieder ... verschenken die Parteien Kleinigkeiten zum Fest. Diesmal: SPD-Müsli, FDP-Schoggi - und leider keinen CSU-Schnaps. Himmelhergottsakrament! Von Hans Peter Schütz

 
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Zeigt zumindest bei SPD-Bayern-Chef Pronold Wirkung: Müsli©

Unter Berliner Journalisten kursiert derzeit eine kühne politische Theorie: Dieses Jahr haben die Weihnachtsgeschenke angeblich weniger mit Weihnachten als mit dem Wahljahr 2013 zu tun.

Keinerlei Zweifel an ihrer politischen Stärke lässt etwa die bayerische SPD erkennen. Sie spendierte den Berliner Journalisten ein Müsli, das sie eigens mischen ließ. "Rot ist gut für die Politik..." steht auf der Packung, auf der auch ein Konterfei des bayerischen SPD-Parteichef Florian Pronold zu sehen ist. Der Inhalt: Getreideflocken sowie gefriergetrocknete Himbeeren und Erdbeeren. Diese Mischung bringt's offenbar, jedenfalls tönte Pronold im Gespräch mit stern.de: "Wir bereiten uns vor aufs Regieren in Berlin und München". Die CSU in Bayern sei ein gutes Stück von der absoluten Mehrheit entfernt und ihr Koalitionspartner, die bayerische FDP, werde sicher den Wiedereinzug in den Münchner Landtag verpassen.

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Eine ganz bittere Enttäuschung bereitete die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Gerda Hasselfeldt, den Teilnehmern ihres letzten Hintergrundgesprächs in diesem Jahr. Erst gestand sie: "Wir hatten 2012 einige harte Nüsse zu knacken." Dann servierte sie selbst die härteste Nuss. Die Ankündigung nämlich, dass sie nicht mehr wie 2011 eine Flasche Pflaumenbrand mit 42 Umdrehungen aus der privaten Brennerei ihres Ehemanns Wolfgang Zeitlmann, früher ebenfalls CSU-Bundestagsabgeordneter, jedem Teilnehmer schenken werde, sondern ein paar "runde Sachen" aus ihrem Wahlkreis, sprich Nüsse und Lebkuchen. Das erlaubt die Frage, ob denn Frau Hasselfeldt das Überschreiten der 40-Prozent-Marke, ob bei der Landtagswahl oder beim Schnaps, für die erste politische Pflicht der CSU hält?

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Der FDP-Fraktionsvorsitzende Rainer Brüderle verschenkte zu Weihnachten Schoko-Nikoläuse. Leider nicht in der FDP-Farbe Gelb eingewickelt, sondern in einer Hülle, die sehr an SPD-Rot erinnerte. Ein Signal für neue Koalitionsinteressen? Mitnichten. Brüderle auf Anfrage: "Das waren eben die billigsten." Damit wollte er wohl ein Signal setzen: Dass der liberale Marktwirtschaftler in ihm auch an Weihnachten nicht pausiert – und er daher auch zum FDP-Chef taugt, falls Philipp Rösler nach der Niedersachsenwahl im Januar abgelöst werden müsste.

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CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe zitierte im Weihnachtsbrief einen Songtext des evangelischen Kirchenlieddichters Kaspar Friedrich Nachtenhöfer. Darin wird an die Engel gefleht: "Bringt Licht in meine Dunkelheit." Ja, heißt denn die CDU-Vorsitzende nicht Angela, was bekanntlich für die weibliche Entsprechung von Angelus, lateinisch: der Bote oder Engel, steht? Steht Gröhe denn politisch im Dunkeln? Wohl kaum. Denn das Lied geht weiter mit dem Text: "Und dieses Welt- und Himmellicht weicht hunderttausend Sonnen nicht." Was also könnte unter dem Schutz des Engels Angela Merkel schiefgehen 2013? Vermutlich nichts, denn der Gröhe-Brief ist auch noch frankiert mit einer Briefmarke, die den Kopf von Altkanzler Helmut Kohl zeigt.

 
 
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Berlin vertraulich!

Homo politicus Hans Peter Schütz notiert in seiner wöchentlichen Kolumne den manchmal keineswegs politisch korrekten Tratsch hinter den Kulissen des politischen Berlins für stern.de.

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