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2. Dezember 2008, 18:04 Uhr

Streit um Deutsch im Grundgesetz

Da haben Partei und Vorsitzende zwei Meinungen: Während der CDU-Parteitag sich dafür entschieden hat, der deutschen Sprache Verfassungsrang einzuräumen, ist Bundeskanzlerin Angela Merkel dagegen. Das Grundgesetz sollte nicht überfrachtet werden, begründete die CDU-Chefin ihre Ablehnung.

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Grundgesetz, Deutsch, CDU, Angela Merkel, Bundeskanzlerin, Tü,rkische Gemeinden

Dagegen: Für Kanzlerin Angela Merkel braucht die deutsche Sprache keinen Verfassungsrang© Michael Dalder/Reuters

Die CDU will der deutschen Sprache Verfassungsrang einräumen. Doch die Parteivorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel hält nichts davon. "Ich war dagegen“, sagte Merkel dem TV-Sender RTL. "Ich persönlich finde es nicht gut, alles ins Grundgesetz zu schreiben." Beim Koalitionspartner SPD sind die Meinungen geteilt. Der Fraktionsvorsitzende Peter Struck ist zwar dafür, die Schutzwürdigkeit der deutschen Sprache in die Verfassung zu schreiben, andere Verfassungsziele seien aber wichtiger und dringlicher. Die CDU-Schwesterpartei CSU reagierte mit deutlicher Ablehnung.

"Was wäre das für ein Armutszeugnis für die Gesellschaft, wenn sie das nötig hätte", kommentierte CSU-Generalsekretär Karl Theodor zu Guttenberg den CDU-Beschluss gegenüber der Tageszeitung "Die Welt" (Mittwochausgabe). Die Gesellschaft müsse auch so die Kraft aufbringen, ihre Sprache zu schützen.

Über Antrag sollte nicht abgestimmt werden

Der Parteitag der Christdemokraten hatte folgenden Antrag verabschiedet: "Die CDU Deutschland setzt sich für die Verankerung der deutschen Sprache im Grundgesetz ein. Dies soll durch einen Zusatz im Artikel 22 des Grundgesetzes erfolgen mit dem Wortlaut: Die Sprache der Bundesrepublik ist Deutsch."

Die Antragskommission hatte sich nicht mit dem Vorschlag durchsetzen können, den aus dem Saarland stammenden Antrag nicht zur Abstimmung zu stellen, sondern ihn an die Bundestagsfraktion zu verweisen. Stattdessen stimmten die Delegierten dem Vorstoß mit großer Mehrheit zu. Merkel verwies auf Wünsche, auch Kultur, Sport oder Familien als schutzwürdig in die Verfassung aufzunehmen und warnte, das Grundgesetz nicht mit Zielen zu überladen.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Struck stimmte einem Verfassungsrang für Deutsch grundsätzlich zu. "Wir würden natürlich eine solche Maßnahme mittragen. Es spricht ja gar nichts dagegen festzustellen, dass unsere Sprache Deutsch ist", sagte er in Berlin. Er schränkte jedoch ein, für eine Erweiterung der Verfassung gebe es viele andere, wichtigere Bereiche und verwies auf Kinderrechte und "Sport als wichtiges Lebensgut".

"Typische Parteitags-Showgeschichte"

SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann wandte sich gegen eine Verankerung des Deutschen in der Verfassung. Er sagte der "Welt": "Das ist überflüssig. Die Amtssprache ist Deutsch. Ansonsten werden bei uns viele Sprachen gesprochen." Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Jörg Tauss, sagte: "Sich im Grundgesetz zur deutschen Sprache zu bekennen, ist blanker Unsinn. Das ist eine typische Showgeschichte eines Parteitages."

Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir wies den Vorstoß der CDU zurück. "Muss ich als Schwabe jetzt hochdeutsch sprechen?", sagte er der "Frankfurter Rundschau". Mit fragwürdiger Bekenntnisrhetorik würde versucht, Leerstellen in der Programmatik zu übertünchen. So bleibe die CDU schlüssige Antworten auf die Bildungsmisere schuldig.

Türkische Gemeinde: "CDU bedient Ängste"

Die Türkische Gemeinde in Deutschland kritisierte den CDU- Parteitagsbeschluss ebenfalls. "Erneut bedienen einige Politiker in der CDU vorhandene Ängste und Klischees gegenüber Migrantinnen und Migranten", meinte der Vorsitzende Kenan Kolat am Dienstag in Berlin. "Wir verstehen dieses Vorhaben als Assimilierungsdruck und mit demokratischen Gepflogenheiten nicht vereinbar. So wird dieser Vorschlag auch bei den Migrantencommunities ankommen." Dass die Amtssprache in der Bundesrepublik Deutschland Deutsch ist, werde ohnehin von niemandem in Zweifel gezogen, erklärte Kolat. Dies sei in diversen Gesetzen und Verordnungen längst verankert.

Reuters
KOMMENTARE (10 von 27)
 
Margrit1 (03.12.2008, 19:44 Uhr)
Selbständlich
in anderen EU-Staaten ist das selbstverständlich. Aber logisch, in unserer Gutmenschenrepublik, schon stramm links, ist alles Deutsche ja verpönt. Frau Merkel, die übehaupt keinen Bezug zu unserem Land hat, schlägt sich lieber auf die Seite der Deutschlandvernichter. Nun ja, kommt ihr ja auch irgendwie entgegen, denn auch sie arbeitet ja an einem neuen Staat.
Es ist schon eine Dreistigkeit von diesem türksichen Verband, sich in die Innenpolitk unseres Landes einzumsichen.
Sind die Türken hierher eingewandert oder sind sie Kolonialherren? Diese Frage, glaube ich, muß dringend geklärt werden.
Ich fühle mich mehr und mehr fremd im eigenen Land.
Es wird Zeit, dass wir mal wieder ein wenig Nationalbewußtsein an den Tag legen und das hat mit Nationalismus und Rechts gar nichts zu tun.
Aber idn einem Land wo die Antifa-Hirden immer noch rumrennen und schreien "nie wieder Deutschland" und dies von der Politik unkritisiert, ist ja offenbar alles möglich.
Es muß nicht alles in GG, so Frau Merkel. Komisch, denn beim Ändern des GG ist sie doch einsame Spitze wenn es um das Schnüffeln, Ausspionieren und Überwachen der Bürger geht.
Es ist ja wohl logisch, dass in unsrem Land Deutsch die Sprache ist und die hat jeder der hierher kommt, gefälligst so schnell wie möglich zu erlernen.
Dass es darüber überhaupt laufenden Diskussionen gibt, zeigt schon das gestörte Verhältnis unser Politiker zum eigenen Land und zur eigenen Bevölkerung
Wer solche Politiker hat, wie wir derzeit, der braucht keine äußeren Feinde mehr
snort (03.12.2008, 17:41 Uhr)
wie man aus einem grundgesetz
ein allen versicherungsvertretern wohlfeil bekanntes gummigesetz macht.
abstimmung daneben- gg ändern.
wirtschaftskrise-doitschnationales rein jetzt oder nie
doitsch iss amppssprache steht schon im FG
das nochmals zu verankern ist wie nummerschilder mit fahrschuhle untt deoretischa brüwunkk undda einschluhs dea faratfarer mid brüwungsgelt unt namuschilda auf arsch aba hallo.
mitten im winter ein sommerloch aus den frühen 80ern, naja das zeigt wer alles polis werden darf.
bin zum abkotzen unnerwechs....
Kiezzabel (03.12.2008, 17:04 Uhr)
plattdütsch?
ick verstahn dat gornich moer.
jo ick wult ma nu seggen, dat düütsch jo al amtsprach sen. van daar her sien det ja och nix neeis!
Ick heb det geklöder vonne amt daar eh nie verstaan. Darwägen is gaud, dat us Buurmester op de Dörben hie nen seinet Platt snackt. Dem sien det eengaal, wat die in Berlin schnacken. Dei proken eh niet med us.
Aber koomt ick nu ins Kaschot wenn ick fürder Platt schnack???
Sveto (03.12.2008, 13:48 Uhr)
Ist Frankreich dann etwa gar
eine rassistische Diktatur? Dort heißt es schließlich seit 1992 in Art. 2 der Verfassung "La langue de la République est le français." ("Die Sprache der Republik ist das Französische.")?
manesse (03.12.2008, 12:37 Uhr)
@Linguistik-Girl
Sie fordern kulturelle Vielfalt, das unterstütze ich gerne. Freilich kann nur zur kulturellen Vielfalt beitragen, wer selbst über eine kulturelle Ausstattung verfügt. Ich kenne unter Deutschen und Nichtdeutschen viele, bei denen dies schlicht nicht der Fall ist.
Ob die Forderung der CDU nach einer grundgesetzlichen Absicherung der deutschen Sprache sinnvoll ist, darüber habe ich noch kein abschließendes Urteil. Ein Positivum wäre, dass es einem Geborgenheitsbedürfnis jener Staatsbürger in der Bundesrepublik Rechnung tragen würde, die sich diesem Staatswesen mehr und mehr entfremdet fühlen. Es ist kein Fehler, diese Leute einbinden zu wollen.
Linguistik-Girl (03.12.2008, 11:32 Uhr)
Bravo, Fr. Merkel!
Ich freue mich, dass Angela Merkel das Rückrad bewiesen hat, sich gegen die Mehrheit ihrer Partei zu stellen.
Es ist absolut unnötig, die deutsche Sprache im Grundgesetz zu verankern. Deutsch ist nunmal die unumstrittene Mehrheitssprache in Deutschland und daher gibt es keinen Grund, irgendwelche Ängste zu schüren.
Hinter dem Versuch, die deutsche Sprache im Grundgesetz zu verankern, verbirgt sich meiner Meinung nach lediglich die Angst vor dem Fremden und die Vorstellung, dass durch die Privilegierung einer eh schon etablierten Sprache die Einheit einer Gesellschaft erzeugt werden kann.
Dass das Erlernen des Deutschen für die Integration von Migranten von zentraler Bedeutung ist, stelle ich nicht in Frage.
Ich denke aber, dass man bedenken sollte, dass es erst die kulturelle Vielfalt und nicht die Überlegenheit einer Kultur gegenüber einer Anderen ist, die uns in unserem Zusammenleben bereichert.
kb26919 (03.12.2008, 11:06 Uhr)
Deutsche Sprache ins GG
Unbedingt.Denn wenn Kerr Kolat dagegen ist dann weiss ich ist die CDU auf dem richtigen Weg.
guenni22 (03.12.2008, 10:03 Uhr)
Deitsch is die Saar
Ei do hatt der Minischterpräsident do unne von de Saarfranzosen emol e gudde Vorschlag gemach. Dass hatt ihm sicher der Heinz Becker gesaat, dass dass wischtisch wär. Un de Dibbelabbes soll in de saarländische Landesverfassung als Nationalgerischt. Eijo, es is jo nur dass ma was saat. Allehopp
Countryjoe (03.12.2008, 09:20 Uhr)
Peinlich
Peinlich ist das Einknicken der Kanzlerin vor der Dreistigkeit der durch nichts legitimierten Ausländerverbände.
n8g8 (02.12.2008, 22:16 Uhr)
Grundgesetz auf Grund gesetzt
VOR der Schlechtschreibreform hätte ich diese Initiative wenigstens linguistisch nachvollziehen können. Heute, nachdem sich die "Kultusministerkonferenz" ungehemmt an einer Form der Meinungsäußerung (Schreibe) vom Wähler ungestraft austoben konnte: Damit sollen weiter - gemäß der Öttinger-Filbinger-Rede - konsequent braune Wurzeln weiter bedient werden, so wie Bundeswehreinsätze salonfähig gemacht worden sind mitsamt Zapfenstreich auf dem grünen Rasen. Hört man dazu noch Ramsauer und sein Julius-Streicher-Jargon, sollte man eigentlich erkennen, wie man solche Angriffe auf das Grundgesetz einzuordnen hat.
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