Sein Name ist Fuchs, Michael Fuchs

9. Januar 2013, 12:13 Uhr

Vorträge im Auftrag von Ex-Geheimagenten? CDU-Fraktionsvize Michael Fuchs unterhält enge Geschäftsbeziehungen mit einer umstrittenen Londoner Firma - doch die Connection blieb jahrelang verborgen.

CDU-Fraktionsvize Michael Fuchs, Fuchs, CDU

Vielredner Michael Fuchs - hier kurz vor einem TV-Auftritt in der Polit-Talkshow "Absolute Mehrheit" - wollte dem stern zu den Themen seiner Vorträge in London nichts sagen.©

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Michael Fuchs, muss sich wegen irreführender Angaben zu seinen Nebentätigkeiten rechtfertigen. Wie der stern in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe berichtet, hielt Fuchs seit August 2008 mehr als 13 bezahlte Vorträge für die umstrittene Londoner Beratungsfirma Hakluyt & Company und erhielt dafür insgesamt mindestens 57.000 Euro. Auf der Webseite des Bundestages war bis zu entsprechenden Nachfragen des stern aber fälschlich die Hakluyt Society angegeben, eine 1846 gegründete geografische Fachgesellschaft.

Hakluyt & Company hingegen ist ein Beratungsunternehmen, das von ehemaligen Mitarbeitern des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6 mitgegründet wurde. Das Unternehmen geriet vor einigen Jahren in die Schlagzeilen, weil ein Mitarbeiter verdeckt die Umweltschutzorganisation Greenpeace ausgeforscht hatte.

Fuchs rechtfertigte sich gegenüber dem stern, er habe den Firmennamen stets korrekt beim Bundestag angegeben. Die Bundestagsverwaltung bestätigte dies so nicht. Fuchs habe den Namen "Hakluyt" angegeben und "einmal auch" von "Hakluyt & Co" gesprochen. Die Bundestagsverwaltung konnte nicht erklären, warum von ihrer Seite der Namenszusatz "Society" hinzugefügt wurde. Dies "lässt sich leider nicht mehr rekonstruieren", sagte eine Sprecherin des Bundestages dem stern.

Fuchs, ein Unbekannter

Fuchs wollte sich gegenüber dem stern zu keinen Details der Sache äußern. Auch zu den Themen seiner häufigen Reden in London machte er keine detaillierten Angaben.

Auf die merkwürdige London-Connection des CDU-Politikers war die Organisation Abgeordnetenwatch gestoßen. Sie hatte bereits im vergangenen Jahr bei der ehrürdigen Hakluyt Society wegen Fuchs' angeblicher Rednertätigkeit angefragt. Bei der Geografengesellschaft war der Christdemokrat jedoch gänzlich unbekannt - die Society-Leute tippten gleich auf die Namensvettern bei der Beratungsfirma.

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