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26. Dezember 2009, 14:05 Uhr

Röttgen rechnet mit USA und China ab

Umweltminister Norbert Röttgen erhebt nach dem Scheitern des Weltklimagipfels schwere Vorwürfe gegen China und die USA. China sei es in Kopenhagen allein "um Verhinderung" gegangen, sagte der CDU-Politiker in einem Interview. Auch an der Klimapolitik von Barack Obama lässt er kein gutes Haar.

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Harte Worte nach Kopenhagen: Umweltminister Norbert Röttgen kritisiert die Klimapolitik der USA und Chinas aufs Schärfste© Michael Kappeler/DDP

Nach dem dürftigen Ergebnis der UN-Klimaschutzkonferenz von Kopenhagen hat die Bundesregierung die Haltung von Ländern wie den USA und China deutlich kritisiert. Bundesumweltminister Norbert Röttgen sagte dem "Spiegel", den Chinesen sei es nicht um Klimaschutz gegangen, "sondern um Verhinderung". In den USA gelinge es den politischen Eliten nicht, Mehrheiten für den Klimaschutz zu gewinnen.

"China will nicht führen, die USA können es nicht"

Röttgen hielt US-Präsident Barack Obama und dem chinesischen Regierungschef Wen Jiabao vor, sie hätten sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner verständigt: "China will nicht führen, die USA können nicht führen." Es sei der "Tiefpunkt" der Klimagespräche gewesen, als China sogar eine einseitige CO2-Reduktion der Industrieländer um mindestens 80 Prozent bis 2050 nicht akzeptiert habe. Zudem warf er vielen Amerikanern vor, sie wollten nur "billiges Geld haben, um zu konsumieren, und wollen ihren CO2-Ausstoß nicht limitieren". Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel forderte China und andere Schwellenländer auf, einem verbindlichen Klimaabkommen doch noch zuzustimmen. Diese Länder sollten erkennen, dass eine bloße Fortsetzung des Kyoto-Protokolls "mit Deutschland nicht zu machen" sei, sagte Niebel dem "Hamburger Abendblatt". Schwellenländer wie China hätten in Kopenhagen "so getan, als seien sie Entwicklungsländer wie alle anderen", kritisierte er. Dabei zählten sie zu den größten Emittenten von Treibhausgasen. Niebel sprach sich für einen globalen Emissionshandel aus. "Die Erderwärmung lässt sich am besten mit marktwirtschaftlichen Instrumenten begrenzen", sagte er. Dann bekomme jeder Staat eine gewisse Menge an Kohlendioxid-Zertifikaten. Wer mehr ausstoßen wolle, als ihm zustehe, müsse Emissionsrechte von anderen Staaten zukaufen.

Deutsche Klimahilfe für Entwicklungsländer

Forderungen aus der deutschen Industrie, das deutsche Klimaschutzziel von 40 Prozent weniger CO2 bis 2020 wegen der mangelnden Fortschritte in Kopenhagen abzusenken, lehnte Röttgen ab: "Dieses Ziel ist die Bedingung für unseren Wohlstand", sagte er unter Verweis auf Exporterfolge mit Energie- und Umwelttechnologien. Auch Niebel verteidigte im Nachrichtenmagazin "Focus" das 40-Prozent-Ziel. Der Bundesentwicklungsminister kündigte zudem an, dass die Bundesregierung ihre Klimahilfe für die ärmsten Staaten trotz des gescheiterten Gipfels in Kopenhagen aufstocken will. "Wir dürfen jetzt den Staaten, die ernsthaft versuchen, den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern, unsere Hilfe nicht versagen", sagte Niebel dem "Focus".

"Die Bundesregierung hat versagt"

Deutschland hatte für die Kopenhagen-Verhandlungen als Soforthilfe zum Ausbau des internationalen Klimaschutzes 1,26 Milliarden Euro für die Jahre 2010 bis 2012 zugesagt. "Dieses Angebot besteht grundsätzlich fort", sagte Niebel. "Es ist im Detail aber abhängig vom weiteren Verlauf der Verhandlungen." Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin warf Röttgen und Bundeskanzlerin Angela Merkel vor, viel zu wenig für einen Erfolg in Kopenhagen getan zu haben: "Die Bundesregierung hat versagt." Deutschland habe viel zu geringe Zusagen über CO2-Reduzierungen und finanzielle Hilfen für Entwicklungsländer gemacht, sagte er der "Welt am Sonntag". Im Januar müsse es eine feste Vereinbarung der Europäer geben, dass sie ihren CO2-Ausstoß bis 2020 um 30 Prozent ohne Bedingungen senken.

AFP/dis
 
 
KOMMENTARE (10 von 36)
 
besso (28.12.2009, 14:54 Uhr)
Amis sind halt nicht so blöde
"In den USA gelinge es den politischen Eliten nicht, Mehrheiten für den Klimaschutz zu gewinnen"

klar, weil es bodenloser Quatsch ist -
CO2 hat mit Klima soviel zu tun wie deutsche Politiker mit Intelligenz

jomimo (28.12.2009, 02:30 Uhr)
Bitte nie vergessen, dass Künast und Trittin ....
die Macht hatten in D und versagten vor der Macht des Geldes.

Ja, Grün waren mal Träume ....
Heute bedeutet Grün nur noch Verrat
jomimo (28.12.2009, 02:17 Uhr)
Ja, die Entwicklungshilfe ....
mit sowas erkauft sich D eben Milliardenaufträge in China für Siemens etc.

Die Perversität scheint manchmal nicht zu überflügeln zu sein, jedoch es geht.

Es gibt genügend machtgeile Typen, und diese Spezies stirbt nicht aus - warum nicht ??
Warum nicht mehr Engagement für Geburtenkontrolle ?

Warum nicht Stopp gegen Meeresüberfischung und Regenwaldvernichtung SOFORT ?
LaoLu (27.12.2009, 23:56 Uhr)
"Die (amerikanische) Bevoelkerung
ist in der politischen Mitte angesiedelt und laesst sich auf Dauer nicht so leicht fuer dumm verkaufen."

Die Aussage erkläre ich hiermit zum Statement der Woche!
Prologo (27.12.2009, 22:51 Uhr)
Röttgen versucht sein und Merkels Scheitern zu vertuschen!
Anders ist sein Gekeife wohl nicht zu deuten.

In Kopenhagen hats ihm die Sprache verschlagen, und zu Hause keift und giftet er jetzt unqualifiziert und zum Schaden Deutschlands umeinander.

Aber ein Gutes hat das wenigstens. Es bestätigt unsere schlechte Meinung zu dieser Chaos Combo Ministerkapelle, passend zur Kanzlerin.

Und, die Wähler in NRW ziehen deshalb die Notbremse. Hoffentlich!

MfG,
T.

Bitte-sachlich (27.12.2009, 18:43 Uhr)
@maximilianmoritz
Es ist typische Unkenntnis, wenn ein Kritiker immer überall gleichermaßen das schlechte sieht oder die Schuld sucht, auf beiden Seiten sozusagen. Und im Fall der USA sollen die US-Demokraten also nach Ihrer Meinung genauso unbeliebt sein wie die US-Republikaner.

Beliebt oder nicht, die Amerikaner haben mehrheitlich gefühlt, dass sie Bush nicht nur los werden mussten, sondern auch seine Parteigänger. Leider hält so ein lichter Wahl-Moment der Amerikaner nie ewig vor und dann setzen sie dem Rest der Welt wieder jemand hin, der die zivile und demokratische Kultur weit zurückwirft.

Es gibt gute und schlechte US-Präsidenten und wir müssen nicht in die Vergangenheit reisen, um für die USA von heute präzise zu erkennen, wer da gerade stört und wer sich um Fortschritt bemüht. Alleine das Benutzen von Vergleichen mit Hitler, die man Obama derzeit zumutet, wegen der Gesundheitsreform (!), zeigt, wie abgrundtief rückständig und gewissenlos die US-Republikaner und ihre politischen Mitstreiter heute drauf sind.

In den Townhallmeetings, wo von den US-Republikanern aufgestachelte Bürger ihr Angst- und Wutgeheul gegen die Rede und Antwort stehenden demokratischen Kongressmitglieder anbrachten, konnte man schön sehen, wohin die Republikaner wollen. Und zwar in Bush-ähnliche Verhältnisse zurück. Wider die Vernunft und wider den Verstand.

Da gibt es eine Szene, wo eine Amerikanerin im Townhallmeeting unter Tränen sagt, das US-Gesundheitswesen sei doch so gut, dass Kanadier und Europäer in die USA kämen für lebensrettende Maßnahmen. Und das Obamas Reform dieses Super-System zerstören würde ... Wenn man einen Europäer oder aufgeklärten US-Bürger dazu befragt, streitet niemand ab, dass das US-Gesundheitssystem ingesamt eine Katastrophe ist.

Wenn man jetzt noch weiß, dass sich Obama keine weitere Front gegen die Republikaner wegen des Klima-Themas bisher leisten konnte, weil er alle Hände voll damit zu hatte, die Gesundheitsreform erst einmal gegen den erbitterten republikanischen Widerstand zu realisieren, dann wird klar, warum er beim Klima nicht gleich das Gore-Programm anbietet.

Leider wettert Röttgen aber nicht gegen die Schuldigen, sondern gegen den, der versucht, es richtig zu machen. Und Obama ist noch nicht mal ein Jahr im Amt! Soll Röttgen doch mal der Kanzlerin Ihre Erstjahresbilanz beim Klimaschutz um die Ohren hauen!
jetrabbit (27.12.2009, 18:08 Uhr)
wissenschaflich bewiesen
ist nur, dass CO2 mit 0,04% in unser atmosphere vertreten ist. auch wissenschaflich bewiesen ist, das diese fast nicht vorhandene menge, KEINEN einfluss auf unser klima hat... es stellt sich also logischer weise die fage, wieso die abholzung der günen lunge, und die zunahme an umweltgiften nicht als grundlage einer klimadebatte dient... mann könnte fast vermuten, es ist (wissenschaflich) erwiesen, dass die klimadebatte rein politischen und wirtschaftlichen interessen zugrunde liegt. und zwar nach dieser agenda... unsere steuern werden verstärkt als regierungshilfen in die dritte welt transferiert, um nachher von unserer wirtschaft in form von produktionsstätten zurück in die taschen der mächtigen der industrienationen zu fliessen.
aretana (27.12.2009, 17:17 Uhr)
Solange in Deutschland Kerosin
subventioniert wird, sollte Herr Roettgen mit seiner Kritik etwas zurueckhaltender sein.
Johann58 (27.12.2009, 15:33 Uhr)
@maximilianmoritz
Die meisten Amerikaner sind nicht in der politischen Mitte angesiedelt, die meisten sind politisch uninteressiert. Und um es mal so auszudruecken; Umweltschutz ist an sich ein Fremdwort. Die Obama Administration hat eine Gesetz erlassen, wonach ab 2016 der Durchschnittsverbrauch aller neuen Autos 37 Meilen pro Gallone (ca. 8l pro 100Km) sein soll. Die Automobilindistrie hat sofort geantwortet unmoeglich. Dann hat man sich bei Larry King gestritten warum die Europaerer Autos bauen koennen, die 47 Meilen pro Gallone fahren koennen und schliesslich hat Brian William, von dem es eigentlich nicht zu erwarten war gemeint wir sind nach wie vor die F150 (Standard Ford Pickup Truck) Nation und das geht nicht mit 36 Meielen pro Gallone. Der Spritpreis ist wichtiger als Umweltschutz und das Land ist so gross, dass die meisten ueberhaupt nicht sehen was die Kraftwerke an Dreck in die Luft blasen weil man die Dreckschleudern meist weit weg von groesseren Staedten gebaut hat. Seltsamerweise hat ausgrechnet California mit einem erzkonservativen Republikaner an der Spitze die strengsten Umweltbestimmungen der USA.
maximilianmoritz (27.12.2009, 14:40 Uhr)
Bitte-sachlich
verkennt die politische Landschaft in den USA und betet die "boese Republikaner versus gute Demokraten" Litanei der Presse nach. Dabei ist es so, dass sowohl die Demokraten als auch die Republikaner schlechte Umfragewerte haben, wobei die Letzteren juengst wieder etwas in Richtung Besserung tendieren.
Die Bevoelkerung ist in der politischen Mitte angesiedelt und laesst sich auf Dauer nicht so leicht fuer dumm verkaufen.
Last but not least, Kyoto wurde waehrend der Clinton Administration aus der Taufe gehoben. Er hat es nie zur Ratifikation im Kongress vorgeschlagen, da sowohl Demokraten als auch Republikaner mehrheitlich dagegen waren.
Also, es wird langsam Zeit den faulen Trick alle Schuld auf Bush zu schieben ad acta zu legen,
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