Andrea Ypsilanti ist mit ihrer Koalition an vier Abweichlern aus der eigenen Partei gescheitert - Hessen hat noch immer keine neue Regierung. Wie geht es weiter? Fest steht: Neuwahlen gibt es nicht automatisch. stern.de beantwortet die wichtigsten Fragen zur politischen Situation in Hessen.

Nach dem Scheitern von Andrea Ypsilanti hat der geschäftsführende hessische Ministerpräsident Roland Koch wieder Oberwasser© Thomas Lohnes/DDP
Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) will nach dem Scheitern seiner SPD-Rivalin Andrea Ypsilanti Möglichkeiten einer Regierungsbildung mit den anderen Parteien ausloten. Dafür gebe es aber nur ein "sehr enges Zeitfenster", sagte der CDU-Politiker am Montagnachmittag in Wiesbaden. Wenn es nicht in kurzer Zeit zu Lösungen komme, seien Neuwahlen aus seiner Sicht unausweichlich.
Koch sprach von Gesprächen mit den "demokratischen Parteien", zu der er die Linke nicht zählt, also mit SPD, FDP und Grünen. Zugleich zollte er den vier SPD-Abgeordneten Respekt, die sich der Bildung einer rot-grünen Minderheitsregierung mit Hilfe der Linkspartei verweigert haben. Damit sei eine neue Lage entstanden und klar, dass die Verkehrsprojekte um den Ausbau der Flughäfen Frankfurt am Main und Kassel-Calden nicht mehr zur Disposition stünden.
Die geschäftsführende Landesregierung habe in den letzten Monaten bewiesen, dass sie durchaus zu einer verantwortungsvollen und entscheidungsfreudigen Politik in der Lage sei. So finde am Mittwoch nun doch wieder eine Kabinettssitzung statt. Dennoch sei ein Zustand des Ausräumens und Wiedereinräumens, wie es ihn jetzt schon zweimal gegeben habe, auf Dauer nicht erträglich, so Koch. Eine Lösung müsse jetzt nicht binnen 24 Stunden gefunden werden, wohl aber in überschaubarer Zeit. Die demokratischen Parteien hätten eine Verantwortung. Wenn sie den von den Bürgern gewünschten Weg zu Neuwahlen nicht gehen wollten, müssten sie schnell andere "belastbare" Lösungen finden, sagte Koch.
Doch wie könnten die Lösungen aussehen? stern.de beantwortet die wichtigsten Fragen zur Regierungskrise in Hessen.