. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
23. September 2007, 17:53 Uhr

"Sozialismus" bleibt aktuell

Schon länger bastelt die SPD an einem neuen Manifest, welches das "Berliner Programm" aus dem Jahr 1989 ersetzen soll. Nun wurde von der Parteispitze ein Entwurf abgesegnet. Hauptpunkt: Die Positionierung als "linke Volkspartei".

Der SPD-Chef Kurt Beck stellt den Entwurf für ein neues Parteiprogramm vor© Markus Schreiber/AP

Die SPD will wieder offensiver für das Ziel des demokratischen Sozialismus werben. Es gebe überhaupt keinen Grund dafür, sich von diesem Begriff zu distanzieren, sagte Parteichef Kurt Beck am Sonntag bei der Vorlage des überarbeiteten Entwurfs für ein neues SPD-Grundsatzprogramm. Er habe sich persönlich dafür eingesetzt, an der innerparteilich umstrittenen Formulierung "im Sprachgebrauch und in der Programmatik" festzuhalten. Prominente Sozialdemokraten wie der designierte Parteivize, Außenminister Frank-Walter Steinmeier, hatten dagegen dafür plädiert, den Begriff aus dem neuen Programm zu streichen und durch "soziale Demokratie" zu ersetzen.

Programm richtet sich an "Herz und Verstand"

Nach Becks Worten zeigt der von der Programmkommission am Wochenende einstimmig gebilligte Text, dass sich die SPD ausdrücklich als "linke Volkspartei" versteht. Der 36-seitige Entwurf, über den der Hamburger Parteitag Ende Oktober abstimmen will, enthalte "keine Formelkompromisse", sondern richte sich an "Herz und Verstand" der Sozialdemokraten. Mit seinen klaren Positionen werde er auch Grundlage für ein Programm sein, mit dem die SPD in die nächste Bundestagswahl ziehen werde, kündigte Beck an.

Gegenüber dem vom SPD-Vorstand im Januar gebilligten "Bremer Entwurf" ist der jetzt von den über 90 Mitgliedern der Programmkommission gebilligte Text um die Hälfte kürzer. Er enthält auch einige deutlich andere politische Akzente. Der Parteichef dankte ausdrücklich den Parteilinken Andrea Nahles und Wolfgang Thierse sowie Generalsekretär Hubertus Heil für den "gelungenen" neuen Entwurf.

Abkehr vom Schröder-Kurs?

Er widersprach dem Eindruck, die SPD verabschiede sich mit der stärkeren Betonung von linken Traditionswerten vom programmistischen Mitte-Kurs unter Ex-Kanzler Gerhard Schröder. "Es wird nichts zurückgenommen", betonte Beck. Auch im neuen Entwurf werde an der Forderung nach einem vorsorgenden Sozialstaat "als eine von fünf Botschaften" festgehalten. In der alten Fassung war dieser Begriff allerdings noch als eigentliches neues Leitbild für die SPD in der Sozialpolitik bezeichnet worden. Als wichtigsten Adressat für die Sozialdemokraten nannte Beck mehrfach die "soldarische Mehrheit". Im ursprünglichen Entwurf war noch von der "solidarischen Mitte" die Rede. Auf Fragen, ob dies eine Abkehr von der von Schröder umworbenen Mitte sei, erklärte der Parteichef: "Die Welt hat sich verändert".

Auch die designierte Parteivize Nahles verteidigte den im neuen Entwurf mehrfach demonstrativ aufgenommenen Begriff vom demokratischen Sozialismus. "Wir möchten den Menschen zeigen, dass wir immer noch wissen, wo wir herkommen. Es geht nicht um eine Links- oder Rechtswende der SPD", sagte sie der "Rheinpfalz". Vizekanzler Franz Müntefering zieht nach eigenen Worten mit Beck "an einem Strang". Loyalität bedeute allerdings nicht, dass Kabinettsmitglieder immer nur das sagen dürften, "was im Parteihaus publiziert wird", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Manchmal müsse über den richtigen Weg auch gestritten werden.

Kritik seitens der Union

Nach Ansicht der Union ist das neue SPD-Programm "kein Schritt nach vorne, sondern eine Reise in die linke Vergangenheit". Wer "marxistische Gesellschaftsanalyse" als Wurzel und den "demokratischen Sozialismus" als Ziel beschreibe, "hechelt der Linkspartei hinterher", sagte CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 10)
 
Roy05441 (25.09.2007, 03:00 Uhr)
Zusatz zu Roy 05441...
Wo du nicht denkst Herr Jesu Christ, jemals ein sozialer Depp gewesen denn ist!
Roy05441 (24.09.2007, 15:51 Uhr)
Eine sogenannte Demokratie....
kannst Du nicht säubern!
Ohne SPD-Konto von Beneter durch wen auch immer zu säubern!
Das ganze Volk hat tot sich gelacht,
nachdem SPD das Volk ins Spiel hat gebracht!
Roy05441 (24.09.2007, 15:33 Uhr)
Bin ich nun christlich, oder sozial,,...
der arbeitende Trottel zahlt Allemal!
Nachdem ich als 70jähriger niemanden kann beerben,- warum sollen verblödete sozialisten nicht sterben?
Roy05441 (24.09.2007, 11:57 Uhr)
90% meiner Gesichtsfalten,
sind durch lachen beim Anhören von Politiker-Geschwätz entstanden!
In den letzten 20 Jahren war's doch immer so, wie mach ich meine Lobbyisten froh? Wie schmier ich mit wieviel, welchen Hintern, was interressieren mich 2,6 Millionen + Dunkelziffer in Armut lebende Kinder? Den größten Profit, bekommt der mit dem breitesten Hintern mit!
Ich halt ganz fest mit aller Macht an der Macht, auch wenn es in allen Ecken und Fugen kracht!
Ich hoffe ich kann es noch erleben, 2,6 millionen+Dunkelziffer, wenn sie erst wahlberechtigt, für die SPD den Stinke-Finger heben!
Es gibt einen Spruch der nicht überholt, dass Geschichte sich wiederholt!
"Erzeugst auf der Welt erst einmal Hunger, bekommst mit Terror du sehr viel Kummer"!
kralli19 (24.09.2007, 09:27 Uhr)
LOL
Nahles und Thierse als Vorzeigepartei-Linke...selten so gelacht..wenns nicht so traurig wär´!
Doch, es gibt sozial eingestellte Politiker in der SPD, Ulrich Maurer fällt mir da als erstes ein - ach nein, der hat ja Rückgrat und seine Positionen auch vertreten und ist jetzt bei den Linken. Gut so.
tripex (24.09.2007, 02:28 Uhr)
wie der Wind grad steht
Das hat ja schon fast Tradition in Deutschland kurz vor der Wahl vollmundige Parteiprogramme ausarbeiten, aber nach der Wahl ignorieren. Meine Stimme bekommt keine Luegen... aehm Volkspartei mehr, egal was im Luegen... aehm Parteiprogramm steht.
-ich- (23.09.2007, 23:59 Uhr)
... wenn das die Zukunft der SPD ist, dann steht es wirklich schlimm um diese Partei !
Kann mich dem nur anschließen.
Die eigentliche Gefahr für die SPD ist nicht Lafontaines Linke, sondern die eigene Parteispitze.
Nostradamus (23.09.2007, 21:51 Uhr)
Nochens: soziale Demokratie
Interessant ist zu erkennen wie die Sozialdemokratische Traditionspartei seit Jahren ausgehölt und unterwandert wird.
Schröder brauchte niemals den Traditionsbegriff "Genossen und Genossinnen" über die Lippen. Er verwendete stattdessen "Freunde und Freundinnen".
Steinmeier will sich nun vom Sozialismus verabschieden und stattdessen "soziale Demokratie" zum Maß der Dinge machen.
Ich glaube, dass jedem Sozialdemokraten bei sowas der Bissen im Halse stecken bleibt.
Was bitte ist eine soziale Demokratie? Die SPD ist eine Sozialdemokratische Partei, die sich bei dem großen Parteitag in den 50'iger Jahren schon sehr weit von Kommunismus und Sozialismus distanziert hat. Wie weit kann sich die SPD noch von den ursprünglichen Werten der Sozialisten von einst distanzieren ohne ihr Gesicht ganz zu verlieren?
Nostradamus (23.09.2007, 21:42 Uhr)
wieder offensiver für das Ziel des demokratischen Sozialismus werben
ähmm...
das ist doch der Leitgedanke der "Linken". Oder irre ich da?
Frau Nahles wirkt im Übrigen sehr unsympathisch. Aus meiner Sicht gibt es keinen in der SPD der die Werte der Sozialdemokratie wirklich verkörpert. Naja, will nicht ungerecht sein, Kurt Beck hat schon etwas vom elterlich verständnisvollen Typ, der seine Schäfchen behüten will.
Aber sonst fällt mir da keiner ein. Alles Wölfe in der Herde...
catchme (23.09.2007, 18:25 Uhr)
Sie weiß, wie die Partei tickt. Sie hat Genossen zur Macht verholfen - und Parteichefs gestürzt. Jetzt soll Andrea Nahles stellvertretende SPD-Vorsitzende werden. Unterwegs mit der jungen Wilden aus der Eifel ...
... wenn das die Zukunft der SPD ist, dann steht es wirklich schlimm um diese Partei !
MEHR ZUM ARTIKEL
Agenda 2010 Das blutende Herz der SPD

Wieviel Sozialstaat muss sein? Kanzler Gerhard Schröder hatte ihn mit der Agenda 2010 kräftig gestutzt. Leidtragende waren "die kleinen Leute" - und die SPD. Parteilinke und Reformer streiten immer noch, zum Schaden von Obersozi Kurt Beck. mehr...

Andrea Nahles Der letzte Mann der SPD

Sie weiß, wie die Partei tickt. Sie hat Genossen zur Macht verholfen - und Parteichefs gestürzt. Jetzt soll Andrea Nahles stellvertretende SPD-Vorsitzende werden. Unterwegs mit der jungen Wilden aus der Eifel. mehr...

Südwest-SPD Es war einmal die kesse Ute

Im Südwesten der Republik ist die Welt für die SPD nicht in Ordnung: Geschäftsstellen machen dicht, Mitglieder treten zur Linken über und ihre Landeschefin wird fleissig demontiert. Ute Vogt gelang die Wiederwahl - dennoch. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe