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10. Oktober 2009, 15:41 Uhr

Union und FDP kippen Entlastungspläne

FDP und Union hatten im Wahlkampf mit massiven Steuersenkungen geworben - doch je mehr sich die Koalitionswilligen mit der Lage des Bundeshaushalts beschäftigen, desto mehr rücken sie auch offiziell von ihren Versprechen ab.

Koalition, CDU, FDP, Haushalt, Steuern

Die Schulden des Bundes (hier der Stand vom 22. September) lässt kaum Steuererleichterungen zu© Alina Novopashina/DPA

Die angespannte Haushaltslage lässt immer mehr Entlastungs-Träume platzen. Kurz vor entscheidenden Arbeitsgruppensitzungen von Union und FDP zur Bildung einer neuen Regierungskoalition ließen auch die Liberalen erkennen, dass sie rasche Steuersenkungen im großen Umfang nicht für möglich halten. Die angekündigten Erleichterungen für Familien dürften ebenfalls länger als geplant auf sich warten lassen. Beide Seiten wollen nun die Weichen für Milliarden-Entlastungen stellen.

Die FDP hat die Bildung einer schwarz-gelben Koalition von der Einigung auf Steuerentlastungen abhängig gemacht. Dazu will die Union nach "Spiegel"-Informationen auf die FDP zugehen. Kanzleramtsminister Thomas de Maizière (CDU) habe den Liberalen angeboten, dass bis 2013 für niedrige Steuern und Zukunftsinvestitionen 20 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt bereitgestellt werden könnten, schreibt das Magazin. Zwei Drittel davon sollten genutzt werden, um die Steuern zu senken; das übrige Drittel könnte nach den Vorstellungen der Union zum Beispiel für Bildung investiert werden.

2011 mehr Staatsschulden?

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) schlug laut "Spiegel" vor, schon im Jahr 2011 eine Sonderklausel der neuen Schuldenbremse in Anspruch zu nehmen. Diese erlaube, in "außergewöhnlichen Notsituationen" mehr Schulden aufzunehmen. Dem trat die FDP entgegen: Neue Schulden zur Finanzierung von Steuersenkungen seien kategorisch ausgeschlossen, so der FDP-Finanzexperte Hermann Otto Solms in der "Welt am Sonntag".

Nach einem Bericht der "Wirtschaftswoche" wird die Neuverschuldung 2009 mit voraussichtlich 40 statt 49 Milliarden Euro um 20 Prozent geringer ausfallen als befürchtet. Dies sei vor allem auf niedrigere Zinsausgaben, die nur moderat gestiegene Arbeitslosigkeit und den schleppenden Abruf von Mitteln aus dem Konjunkturpaket zurückzuführen.

Unklar ist, wieviele Spielraum die Regierung hat

Union und FDP bewerten die finanziellen Spielräume unterschiedlich. Zwischen 29 und 34 Milliarden Euro muss die künftige Regierung bis 2013 zusätzlich aufbringen, allein um die neue Schuldenregel im Grundgesetz einzuhalten. Die FDP strebt einen radikalen Umbau des Steuersystems und Entlastungen von 35 Milliarden Euro im Jahr an, die Union tritt auf die Bremse.

Angesichts der leeren Kassen steht es schlecht um eine rasche Erhöhung des Kindergeldes. Davon - wie auch von einer schnellen Anhebung der Kinderfreibeträge auf 8004 Euro - seien die Parteispitzen abgerückt, berichtet das Magazin "Focus" unter Berufung auf Koalitionskreise. Zum 1. Januar 2010 solle lediglich das steuerfreie Existenzminimum für Kinder von aktuell 6024 Euro an die Teuerung angepasst werden. Bis zum kommenden Wochenende werde beim Thema Kindergeld nichts entschieden, sagte der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) der "Welt am Sonntag".

FDP hält eigene Pläne für nicht realisierbar

Solms machte die abgewählte Regierung für die Finanzprobleme verantwortlich. "Die große Koalition hat uns einen finanziellen Scherbenhaufen hinterlassen", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Das erschwere umfangreiche Steuerentlastungen. Die von der FDP angepeilte Steuervereinfachung mit nur noch drei Sätzen hält Solms laut "Spiegel" in dieser Legislaturperiode für nicht mehr realisierbar. In einer Mitteilung schob Solms die Erklärung nach, die FDP habe immer gesagt, dass eine Steuerstrukturreform im Koalitionsvertrag zwar festgeschrieben sein müsse, diese aber "nicht zum 1. Januar 2010 komplett umgesetzt sein kann". Von ihrem Kernziel rücke die FDP nicht ab.

 
 
KOMMENTARE (10 von 67)
 
botoxia (11.10.2009, 16:04 Uhr)
Zweideutig
Ein schönes Beispiel dafür, warum in der deutschen Sprache das Wort "Versprechen" zweideutig ist.
bubi_feinbein (11.10.2009, 15:30 Uhr)
So sieht das aus
@Westerle:
Zitat: Ich glaube, dass das eine Illusion ist. Das Beispiel Italien zeigt doch, was alles möglich ist, wenn man die Medien kontrolliert.

Mit der neoliberalen Presse gebe ich Dir eingeschränkt recht.

Trotzdem kann der Wähler extrem nachtragend sein. Dies' musste die SPD ja ziemlich brutal erfahren. Die Grünen schießen sich gerade im Saarland ab.

Das Unglaubliche ist eigentlich, dass der Wählerwille permanent ignoriert wird.

Für mich als "Neu-Linken Wähler" war es eine innere Genugtuung mein Kreuz der SPD zu verweigern. Erst wollte ich grün wählen, aber habe die glücklicherweise nicht getan.

Das Hauptproblem ist eigentlich, dass ein großer Teil der Links-Wähler, die beleidigte Leberwurst spielt und gar nicht zur Wahl geht. Dann besser die Violetten, als gar kein Kreuz.

Westerwelle wird sich ins hübsch gemachte Außen Ressort Nest setzen und 4 Jahre dort absitzen. In 4 Jahren wird der Wähler ihn an seinen Aussagen messen. Da wird es ihn dann wieder einholen...... Da bin ich mir absolut sicher.

Warten wir mal die NRW Wahl ab, das wird der erste Prüfstein. Ich werde das Gefühl nicht los, dass es Rüttgers Club recht schwer haben wird........
Aber vielleicht unterstützen ihn dann ja unsere lustigen, grünen "Game Show Groupies" a la Roth und Künast, bei seinem Unterfangen weiter an der Macht zu bleiben.

Ich finde es einfach nur spannend, wie weit Politiker gehen, um ihren fehlenden Charakter den Bürgern zu präsentieren.

Nächster Wahlspruch:
Mehr Netto vom Netto! Wir sind gegen Gaspreiserhöhungen!

Asara (11.10.2009, 15:13 Uhr)
Westerlanti
Ypss
knilch_59 (11.10.2009, 14:59 Uhr)
Ich bestehe auf Steuerentlastung
***Versprochen ist versprochen, und wird auch nicht gebrochen***
.
Und damit das geht, hier ein paar Einsparvorschläge:
1. Die Ruhestandsbezüge für Beamte werden auf 3.500 ? gedeckelt und für alle neuen Beamten auf den Höchstsatz aus der Besoldungsgruppe A 13 begrenzt.
2. Die Kinderfreibeträge werden abgeschafft und durch ein bedingungsloses Grundeinkommen / Kindergeld in Höhe von 190 ? für jedes Kind ersetzt
3. Die Absetzungsmöglichkeiten für haushaltsnahe Dienstleistungen und hauswirtschaftliche Beschäftigungsverhältnisse werden gestrichen
4. Das Dienstwagenprivileg wird auf PKW mit einem Anschaffungswert von 25.000 ? + MwSt begrenzt
5. Die Pendlerpauschale wird derart umgestaltet, dass eine Pauschale von 20 km Entfernung in den Arbeitnehmer-Pauschbetrag integriert wird und weitere Entfernungen nach den Regeln der "außergewöhnlichen Belastungen" geltend gemacht werden können. (Anmerkung: Dabei gibt es einen mit dem Einkommen steigenden "zumutbaren Eigenanteil")
6. Arbeitgeber können Dienstreise-Kostenerstattungen nur noch steuerfrei durchführen, wenn es einheitliche Erstattungs- und Spesenregeln für alle Mitarbeiter gibt. Unterscheidungen nach Status für die Benutzung höherwertiger Fahrzeuge oder besserer Klassen sind nicht mehr statthaft, sondern als geldwerter Vorteil zu versteuern
.
Wenn man das macht, spart man einige Milliarden, die man locker zur Absenkung der Steuersätze nehmen könnte.
.
... war doch nur Spaß - sowas Vernünftiges bringen die NIE fertig!
danov (11.10.2009, 14:00 Uhr)
Armselige Heuchler
Wir hatten 70% Wahlbeteiligung! Wären von diesen 30% nur ein drittel für die SPD an die Wahlurne gegangen, wäre die Wahl anders ausgegangen. Aber hinterher das Maul aufreißen und jammern und motzen ist rotzig!
GrundlRoland (11.10.2009, 13:49 Uhr)
undueberhaupt
Vielleicht sind die beiden abgeschaltet worden nachdem Schwarzgelb da ist.
Superroman (11.10.2009, 13:48 Uhr)
Na überraschend ist das nicht
Jeder halbwegs mit Verstand gesegnete Mensch, hat das doch kommen sehen. Merkel und Westerwelle, kotzbrockiger gehts doch nun wirklich nicht. Hoffentlich schicken se die Schwesterwelle gleich mal zu den Arabern. Man sollte denen den Hals umdrehen und Hartz4 aufbrummen. Ja liebe Schwarz-Gelb-Wähler...super hinbekommen. Vielleicht mal die Bildzeitung, RTL und PC-Spiele weglassen und weniger saufen. Vielleicht sollte man mal einen Zulassungstest für Wähler schaffen. Wer ohne grammatikalischen Fehler Brötchen kaufen kann und die Funktion der Keksmaschine von der Sesamstrasse nachvollziehen kann, darf zur Wahl.
UThome (11.10.2009, 12:50 Uhr)
Hat Herr westerwelle und die FDP nicht zugehört?
Sitzt denn von der FDP niemand im Finanzausschuss, hat niemand die Gesetzesvorlagen der Konjunkturpakete bei der FDP gelesen, war niemand bei den Sitzungen des Bundesrates von der FDP anwesend? Scheinbar nicht!
Wie immer nach der Wahl ... schuld sind die Anderen aber was juckt mich mein Geschwätz von Gestern.... Nur Gestern ist Morgen vor der Wahl in NRW.
whismerh2 (11.10.2009, 11:58 Uhr)
wenn wunder es ehrlich
in jedem Überraschungsschokoei steckt mehr Warheit drinne, wie das oberfläcjige Gesülze und Versrechungen der, sagen wir mal , Volksvertreter, ich habe mir die Verspechungen des herren westerwelle sehr genau angehört, das mit der Märchentante kann ich mir sparen, kenne ich zu genüge, aber das die FDP jetzt kommr, sie haben von alledem nichts gewusst, peinlich, peinlich.
Wer dieses forum aufmerksam verfolgt,
weiß das viele kluge poster, eben dieses szenario, vorausgeagt haben, unter anderem die drohenden und folgenden
verschleppten Massenetlasungen die folgen werden.
Aber ganz im Ernst, einer Regierung die bewusst Arbeitslosigkeitsstatisken verfälscht, ist im Prinzip nicht zu trauen oder verbergt bewusst Tatsachen.
2010 wird hart, wohl dem der einen Job hat.
Ich weiß warum ich die Piraten gewählt habe.
diazlopez (11.10.2009, 11:42 Uhr)
Im Witz liegt die Wahrheit
Angela Merkel ist überfahren worden und kommt direkt in den Himmel. Dort
trifft Sie den Engel Gabriel. Der Engel spricht Angela Merkel an und sagt
ihr: "Wir werden dir die Wahl geben: einen Tag wirst du in der Hölle sein
und einen Tag im Paradies. Dann kannst du dir auswählen, wohin du willst."

Gabriel bringt Angela Merkel in den Fahrstuhl und sie fahren bis zur Hölle.
Angela Merkel geht rein und sieht alle ihre Freundinnen und Freunde, diese
begrüßen Sie, spielen Golf, sitzen am Schwimmbad, im Restaurant, die Leute
essen, trinken, hören Musik, spielen Karten und auch der Satan sitzt und
lacht mit ihnen, abends Tanzerei, man amüsiert sich.

Am nächsten Tag kommt Gabriel und sie gehen wieder rauf ins Paradies. Dort
sieht Sie die Leute wie sie auf weißen Wolken sitzen, sie hören Musik,
alles ist ruhig und gemütlich.

Einen Tag später kommt Gabriel und fragt: "Hast Du Dich entschlossen?"

Angela Merkel sagt: "Ja. Obwohl es im Paradies angenehm ist, will ich in
die Hölle, dort tut sich was."

Gabriel nimmt Sie wieder mit nach unten, klopft auf die Tür und in einer
Sekunde ziehen zwei Hände Angela Merkel rein. Sie sieht eine Wüste, sehr
heiß. Ihre Freundinnen und Freunde tragen zerrissene Kleidung und sammeln
Mist.

Der Satan kommt, gibt ihr eine Tüte und sagt ihr, sie solle Mist sammeln.

"Was ist mit dem Schwimmbad, mit dem Restaurant, mit der Musik passiert?"
fragt Angela Merkel.

Darauf antwortet Satan: "Angie, altes Haus. Gestern war vor der Wahl -
heute ist nach der Wahl!"
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