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17. Dezember 2009, 18:32 Uhr

Sachsen und Schleswig-Holstein geben Widerstand auf

Im Streit um das Steuersenkungspaket der Bundesregierung hat es in letzter Minute eine Einigung gegeben. Sachsen und Schleswig-Holstein haben ihren Widerstand aufgegeben. Damit wird das Gesetz auch im Bundesrat eine Mehrheit finden.

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Wollte zunächst keine weiteren Einnahmeverluste für Schleswig-Holstein hinnehmen: Ministerpräsident Peter Harry Carstensen© Dietmar Gabbert/DPA

Die Bundesrats-Mehrheit für das Steuerpaket der Koalition steht. Schleswig-Holstein und Sachsen werden den Entlastungen von jährlich 8,5 Milliarden Euro zustimmen. Das kündigten die Regierungschefs Peter Harry Carstensen und Stanislaw Tillich (beide CDU) am Freitag unmittelbar vor der Abstimmung des Bundesrates in Berlin an.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff hatte die Einigung bereits zuvor bestätigt. Carstensen habe bei seinem Widerstand gegen die Pläne "für alle gestritten", sagte der CDU-Politiker im NDR. Als Grund für die Aufgabe des Widerstandes nannte Wulff zwei Faktoren. Die Bundesregierung habe zugesagt, seinen Anteil an der Finanzierungslücke für Bildungsinvestitionen im Volumen von 13 Milliarden Euro von zehn auf 40 Prozent zu erhöhen. Außerdem würden "die Kommunen bei der Neuordnung der Arbeitsvermittlung vom Bund fair behandelt. Das ist zugesichert." Die Kommunen würden von Mehrkosten der Reform freigestellt, sagte Wulff.

Einigung ohne die Kanzlerin

Die CDU-Ministerpräsidenten der Länder waren am Donnerstagabend zu Beratungen über das umstrittene Steuersenkungspaket der Bundesregierung zusammengekommen. An dem Treffen nahmen von der Bundesseite unter anderem Unionsfraktionschef Volker Kauder und Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (beide CDU) teil. Kanzlerin Angela Merkel war nicht dabei, die CDU-Vorsitzende ist beim Klimagipfel in Kopenhagen.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) sagte nach dem Treffen: "Wir werden morgen gemeinsam im Bundesrat zustimmen." Auch Pofalla bestätigte indirekt den Durchbruch. "Wir werden aller Voraussicht nach morgen im Bundesrat die notwendige Mehrheit finden", sagte Pofalla. Das erste große Reformvorhaben der Regierung sei damit beschlossen.

Bis zuletzt war die nötige Bundesratsmehrheit für das erste große Gesetzesvorhaben von Union und FDP offen. Insbesondere Schleswig- Holstein lehnte die Pläne ab. Das hoch verschuldete Land beklagt zusätzliche Einnahmeausfälle durch das Steuerpaket und pochte auf Ausgleichszahlungen. Widerstand kam aber auch aus Sachsen. Union und FDP haben im Bundesrat nur eine knappe Mehrheit und sind auf die Zustimmung aller sieben schwarz-gelben Landesregierungen angewiesen.

Steuerprivileg für Hotels bleibt umstritten

Von dem Steuerpaket haben Familien den größten Nutzen, die am Ende bis zu 4,6 Milliarden Euro im Jahr mehr in der Tasche haben werden. Der Kinderfreibetrag klettert von 6024 auf jährlich 7008 Euro. Nutznießer sind Besserverdiener. Zur Kompensation für untere und mittlere Einkommen soll das monatliche Kindergeld um 20 Euro steigen. Zudem sollen Unternehmen und Erben entlastet werden.

Besonders umstritten - auch in den Koalitionsreihen - ist das Steuerprivileg für Hotels. Vor allem auf Druck der CSU, aber auch der FDP soll der Mehrwertsteuersatz für Hotel-Übernachtungen von 19 auf 7 Prozent sinken. Das kostet den Staat eine Milliarde Euro im Jahr. Nahezu alle Experten lehnen dieses Steuerprivileg ab. Ökonomen bezweifeln, dass das mit neuen Milliarden-Schulden finanzierte Steuerpaket insgesamt das Wirtschaftswachstum ankurbelt.

Die gesamten Steuersenkungen von Januar fallen noch größer aus. Schon die schwarz-rote Vorgängerregierung hatte Entlastungen von bis zu 14 Milliarden Euro vom kommenden Januar an beschlossen. Unter anderem können Arbeitnehmer Beiträge zur Krankenkasse und Pflegeversicherung steuerlich stärker absetzen. Von 2011 an planen Union und FDP den nächsten Schritt: Mit einer Steuerreform soll es weitere Entlastungen von bis 20 Milliarden Euro im Jahr geben.

APD/DPA/Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 20)
 
Kippi (18.12.2009, 19:43 Uhr)
Wachstumsbeschleunigungsgesetz
Schade, schade, schade... Schleswig-Holstein und Sachsen haben nun auch ihre Vernunft aufgegeben. Jetzt steht dem
" Schuldenbeschleunigungsgesetz " gar nichts mehr im Weg. Das Vermögen der
sogenannten " Gutsituierten" wird beschleunigt wachsen, die Zeche werden alle durch eine saftige Mehrwertsteuererhöhung bezahlen müssen. Mit Mehrwertsteuererhöhungen kennt Merkel sich ja ganz besonders gut aus. Von 16 auf 19 %. Die neue Merkel-
Steuer wird dann wohl bei 25 % ankommen und für die Schwarzarbeit ein
Wachstumsschub werden !!!!
arniston (18.12.2009, 02:51 Uhr)
Widerstand auf ?
wieso, haben beide die technik from trabbi innen gesehn ?
tatanuna (18.12.2009, 02:01 Uhr)
Ein Trauerspiel
der Tigerenten. Hier wird Klientelpolitik bis zum Kotz...betrieben.Wie lange will Mutti Merkel und Schwesterwelle das normale Volk belasten.Es wird Zeit das wir auf die Straße gehen und vermitteln `Wir sind das Volk. Es wird Zeit das machtgeile Politker mit Selbsbedienungsmentalität davon gejagdt werden. Welche Dummwähler haben diese Schuldenmacher in den Sattel gehoben.Den Deutschen kann man, wenn er am Boden liegt noch in die Schnauze treten und er sagt danke. Schafft uns diese EX-FDJ-Tante schnellstens vom Hals. Was kosten diese Umfaller?Es sprudelt doch Geld.
aretana (18.12.2009, 00:29 Uhr)
Mit dem Ablegen des Eides
legen scheinbar einige Politiker auch ihr Hirn ab.
Wie sonst ist ein solches Gesetz wider jegliche Vernunft zu bewerten.
Jeder Bürger hat mehr Verstand.
Skillet4 (18.12.2009, 00:04 Uhr)
5 nach 12
Mit Volksabstimmung wäre so etwas NICHT passiert.
Denn wer das wieder bezahlt, das ist das Volk.
Stony2005 (17.12.2009, 23:54 Uhr)
@knilch_59
Unverschämtheit...*Schmunzel

Genau das gleiche wollte ich auch schreiben...meine vollste Zustimmung. Ich habe letzte Woche schon gesagt, dass ist ein medialer Sturm im Wasserglas um von anderen Probs abzulenken. Wenns drauf ankommt wird Harry Carstensen natürlich im Bundesrat dafür stimmen.
Den sie wissen nicht was sie tun. In meinem Umfeld sind FDPler wie CDUler gegen das WBG. Es wird nichts bringen genausowenig wie die Abwrakprämie die ebenso schwachsinnig war.
OttoB (17.12.2009, 23:20 Uhr)
Ein Sieg der FDP Klientel
und der kleine Bürger wird es bezahlen.
Danke an CDU/CSU,FDP und Nichtwähler das hätte man wissen können wenn man sich etwas interessiert. Von euch darf keiner jammern, ihr wolltet es so.
Johann58 (17.12.2009, 23:18 Uhr)
@n8g8
Schadensersatzzahlungen bekommen die doch schon vorab. Hat doch nicht ernstahaf jemand geglaubt, dass Harry, der es nicht so genau mit der Wahrheit nimmt und Angelas Landsmannsich wirklich streuben. Da macht Mutti mal DUDU und droht mit dem Zeigefinger. Die Buben werden doch nicht wirklich unartig sein und nicht machen was Mutti vorschreibt.

Leute was ist aus dem Land geworden?
knilch_59 (17.12.2009, 23:06 Uhr)
Hat irgendjemand etwas Anderes erwartet?
Es war doch von vorneherein klar, dass das nur Theaterdonner war. Eher schon ein abgekartetes Spiel, um die mediale Aufmerksamkeit von SPD-Landesfürsten abzulenken, die auch dagegen stimmen. So hat Käptn Iglu (das ist der mit der längsten Rest-Wahlperiode) mal ganz viel Presse außerhalb des Skandals um die HSH-Nordbank, alleine das ist doch positiv. Wenn auch nur ein kleiner Teil der Leute glaubt, er hätte es wenigstens probiert, ...
.
So funktioniert nun mal Politik im Zeitalter von Daily-Soap-TV.
knilch_59 (17.12.2009, 23:05 Uhr)
Hat irgendjemand etwas Anderes erwartet?
Es war doch von vorneherein klar, dass das nur Theaterdonner war. Eher schon ein abgekartetes Spiel, um die mediale Aufmerksamkeit von SPD-Landesfürsten abzulenken, die auch dagegen stimmen. So hat Käptn Iglu (das ist der mit der längsten Rest-Wahlperiode) mal ganz viel Presse außerhalb des Skandals um die HSH-Nordbank, alleine das ist doch positiv. Wenn auch nur ein kleiner Teil der Leute glaubt, er hätte es wenigstens probiert, ...
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So funktioniert nun mal Politik im Zeitalter von Daily-Soap-TV.
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