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18. September 2009, 08:07 Uhr

Guttenberg lässt neue Reaktoren erforschen

Obwohl der Neubau von Kernkraftwerken in Deutschland verboten ist, lässt das Bundeswirtschaftsministerium neueste Reaktortypen prüfen. Von Friederike von Tiesenhausen

Guttenberg, Atom, Nuklear, Amtomreaktor, Reaktor

Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg lässt sich das Forschungs-Projekt 1,3 Millionen Euro kosten© Michaela Rehle/Reuters

Das Haus von Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat einen Auftrag zur Untersuchung der Sicherheit von fortgeschrittenen Meilern vergeben. Die dreijährige Laufzeit dieses Projekts beginnt pikanterweise unmittelbar nach der Bundestagswahl - am 1. Oktober 2009.

Der Forschungsauftrag aus dem Wirtschaftsministerium dürfte die Debatte über die künftige Rolle der Atomkraft in Deutschland weiter anheizen. Union und FDP wollen im Falle eines Wahlsiegs den rot-grünen Atomkonsens aufkündigen.

Bei dem Vorhaben mit dem sperrigen Titel "Entwicklung von Rechenmethoden zur Sicherheitsbewertung fortgeschrittener Reaktorkonzepte" geht es um die Bewertung von allerneuesten Meilern, die derzeit weltweit erprobt werden und auf denen die Hoffnung der Kerntechnikbranche für eine weltweite Renaissance der Atomkraft ruht.

Ministerium: Wollen nur Reaktoren im Ausland bewerten

Grünen-Spitzenkandidatin Renate Künast kritisierte: "Schwarz spielt beim Atom ein falsches Spiel. Der Unions-Bauplan für neue Atomkraftwerke nimmt immer konkretere Formen an." Erst in dieser Woche war bekannt geworden, dass ein Gutachten im Auftrag von Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) den Neubau von Kernkraftwerken in Deutschland durchgespielt hatte. Die Wähler sollten davon offenbar nichts erfahren, sagte Künast der FTD. "Doch all diese Manöver werden nichts nutzen." Für den Ausstieg aus der Hochrisikotechnologie Atomkraft gebe es eine gesellschaftliche Mehrheit.

Das Wirtschaftsministerium verteidigte die Forschung mit Steuergeldern. "Es geht darum, Kompetenz zu erhalten, schon allein um die Sicherheit von Anlagen im benachbarten Ausland bewerten zu können", sagte ein Ministeriumssprecher. Und ein Sprecher der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit, die den 1,3 Mio. Euro schweren Auftrag bekommen hat, meinte: "Auch wenn man damit rechnen kann, dass solche Reaktoren in Deutschland nicht gebaut werden, müssen wir die trotzdem kennen und beurteilen können."

Gefunden in der Financial Times Deutschland

Von Friederike von Tiesenhausen
 
 
KOMMENTARE (10 von 45)
 
ganzbaf (23.09.2009, 14:20 Uhr)
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,650172,00.html


Und so läuft das auch mit anderen Themen )))-:
TeZetteM (19.09.2009, 08:25 Uhr)
@ raptor-xl
Bitte lassen sie mich nicht dumm sterben. Wie lange dauert es denn?
Werde ich es noch erleben? Oder meine Kinder / Enkel?
Wenn es wichtig ist ob 500, 5.000, 50.000 oder 500.000 Jahre dann sagen Sie es mir.
Bitte Bitte Bitte
kfpdm (18.09.2009, 15:18 Uhr)
Nun, in Anbetracht der Tatsache, dass auch deutsche Technologie in ausländischen Kernkraftwerken zum Einsatz kommt, ist das Wirtschaftsministerium durchaus dafür zuständig solche Studien durchzuführen.... alleine schon um abschätzen zu können, ob es Sinn macht Mittel der Wirtschaftsförderung für Atomkraftwerkszulieferer freizugeben....

Gruß,
A.
eslipart (18.09.2009, 14:19 Uhr)
@kfpdm
Sorry, ich finde es schlimmer, daß das Wirtschaftsministerium den Auftrag gegeben hat, weil das Wirtschaftsministerium für den Bau von Industrieanlagen zuständig ist. Nicht für allgemeine Forschung, nicht für die Sicherheit ausländischer AKW.
Obwohl es das Forschungsministerium war, der die Studie (auch) über AKW der 4.Generation vorgelegt wurde. Wenn Schavan den Auftrag gegeben hätte, könnte man mit "nur Forschung" durchkommen. Aber so?




kfpdm (18.09.2009, 14:06 Uhr)
"Ob 1.10, ob 1.1., so eilig ist doch so ein Auftrag nicht, oder?"

Spielt das Datum eine Rolle??? Beide Termine sind nach der Wahl....

Was ich viel schlimmer finde, ist die Vermutung, dass das Umweltministerium diese Studie bzw. den Forschungsauftrag nicht in Auftrag gibt/gegeben hat.... das wäre nämlich deren Job gewesen. Aber da den Kollegen offenbar bewusst war, was für "brisante" Ergebnisse herauskommen würden und das der Wählerschaft nicht zu verklickern wäre.... OK, zugegeben, jetzt drifte ich in Verschwörungstheorien ab ;o).

Gruß,
A.

kfpdm (18.09.2009, 14:01 Uhr)
@Robbespierre
Ihre persönlichen Anmerkungen nehme ich zur Kenntnis... und sehe ihre Einschätzung als Kompliment.

"Deutschland beteiligt sich entgegen Ihres Einwandes sehr stark an der Erforschung der Kernfusion, sei es Wendelstein oder Iter."

Es bestand eine sehr große Chance Iter in Deutschland aufzubauen... und das wurde seitens Rot-Grün verhindert. Jetzt fließen die Fördergelder nach Frankreich ab... auch deutsche Steuergelder -> nichts anderes habe ich geschrieben.

Bzgl. der Verfügbarkeit von Uran würde die bis zu 50fach bessere Ausnutzung der Brennstoffe durch Atomreaktoren der 4. Generation ja eine gewisse Galgenfrist bedeuten.... aber so würde ich nicht argumentieren ;o).

Gruß,
A.
PS. Ich bin bereits wesentlich länger aktiv... viel Spaß beim suchen.



eslipart (18.09.2009, 13:49 Uhr)
@kfpdm
Ob 1.10, ob 1.1., so eilig ist doch so ein Auftrag nicht, oder?
Und nochmal, warum läßt das Ministerium, daß für den Bau zuständig ist, nicht für allgemeine Forschung, ausgerechnet das untersuchen, was vorher von der Studie für Schavan als eine kostengünstige und konsensfähige Grundlast-Stromversorgung ohne CO2 Ausstoß empfohlen wurde?
kfpdm (18.09.2009, 13:37 Uhr)
"Und jetzt schon Gelder ausgeben, für Aufträge nach der Wahl, wenn das Ergebnis der Wahl noch gar nicht feststeht ?"

Warum das Projekt nach der Wahl beginnt? Wahrscheinlich weil die Fördermittelbewilligung zum 1.10. erfolgt ist. Das ist ein vollkommen normaler Verwaltungsakt. Bewilligungszeiträume erstrecken sich in der Regel immer auf Projektanfänge zum 1. eines Monats.... dürften Mitleser/Schreiber die in der Forschung und Entwicklung tätig sind, bestätigen können.

Wie ich bereits schrieb, vollkommen unabhängig vom Ausgang der Wahl, ist es die Pflicht der Bundesregierung diese Forschung durchzuführen.... stellen sie sich vor es kommt als Ergebnis heraus, dass die Technologie unsicher und nicht zukunftsfähig ist.... was dann? ;o).

Nicht immer und überall eine Verschwörung vermuten.... obwohl, war schonmal jemand in Bielefeld???

Gruß,
A.
eslipart (18.09.2009, 13:27 Uhr)
@kfpdm
Also warum nicht das Forschungsministerium? Warum das Wirtschaftsministerium, das für einen evt. Neubau, aber nicht für allgemeine Forschung zuständig ist? Und jetzt schon Gelder ausgeben, für Aufträge nach der Wahl, wenn das Ergebnis der Wahl noch gar nicht feststeht ?
Tatsachen schaffen? Wie beim heimlichen Ausbau von Gorleben, statt einer Erkundung?
kfpdm (18.09.2009, 13:21 Uhr)
Nachtrag
"Warum nicht Kernfusion, sondern Kernspaltung? "

Nun, weil Rot-Grün die Erforschung der Kernfusion nicht im eigenen Land haben wollte.... darum fließen die Forschungsgelder nach Frankreich.
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