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20. Juli 2008, 20:28 Uhr

Nowitzki-Traum erfüllt

Mit einem Kraftakt gegen Puerto Rico haben Deutschlands Basketballer das letzte Peking-Ticket gelöst und ihrem einmal mehr überragenden Superstar Dirk Nowitzki den Olympia-Traum erfüllt.

Dirk Nowitzki im Zweikampf mit Puerto Ricos Alex Falcon (links)© Yiorgos Karahalis/Reuters

Einen Tag nach der bitteren 70:76-Niederlage gegen Kroatien gelang dem Team von Bundestrainer Dirk Bauermann in Athen beim 96:82 (48:39) gegen Puerto Rico der erlösende Sieg mit 32-Nowitzki-Punkten.

Riesengroß war die Freude nach dem am Ende souverän herausgespielten Erfolg, der den deutschen Riesen die erst fünfte Olympia-Teilnahme überhaupt und die erste seit 16 Jahren bescherte. Neben Nowitzki punkteten noch Demond Greene (15), Steffen Hamann (19) und der eingebürgerte Chris Kaman (10) am Sonntag im Entscheidungsspiel in der Olympia-Halle zweistellig. Nowitzki holte zudem neun Rebounds, nur Kaman angelte sich mit 12 noch mehr.

Neben Deutschland qualifizierte sich noch Kroatien und Gastgeber Griechenland. Eines der drei Teams wird in die Gruppe von Olympiasieger Argentinien, Australien, Iran, Litauen und Europameister Russland gelost. Die zwei anderen Gewinner des Olympia- Tickets müssen gegen Angola, Gastgeber China, Weltmeister Spanien und Topfavorit USA ran.

Im Gegensatz zur Niederlage gegen die Kroaten gelang Deutschland ein etwas besserer Start in die alles entscheidende Begegnung. Nach der Enttäuschung vom Vortag, der ersten Niederlage gegen die Südosteuropäer in acht Jahren, hatte Bauermann sein Team wieder aufrichten müssen. Vor dem fünften Spiel in sechs Tagen strich der Coach das Abschlusstraining am Vormittag, "damit die Jungs ausschlafen können".

Mehr Freiraum für Nowitzki

Hatten die Kroaten am Vortag vor allem Nowitzki manchmal überhart attackiert, konnte Puerto Rico dieses Verteidigungskonzept nicht kopieren. Hatten am Samstag von den insgesamt 28 Fouls gleich 18 dem Superstar aus Dallas gegolten, der trotzdem 30 Punkte erzielte, gab es für den 30-Jährigen diesmal etwas mehr Freiraum. Der zehnte Nowitzki-Punkt brachte erstmals die Führung 70 Sekunden vor Ende des ersten Viertels, das Puerto Rico dennoch mit 23:22 für sich entschied.

Auch ohne Spielmacher Carlos Arroyo von den Orlando Magics, der sich am Vorabend im Spiel gegen die Griechen verletzt hatte, blieb Puerto Rico brandgefährlich. Mitte des zweiten Viertels konnte sich die DBB-Auswahl aber dann doch etwas absetzten. Ein Dunking von Hamann brachte 3:39 Minuten vor der Halbzeitpause die erste Fünf- Punkte-Führung, zur Pause waren es sogar neun. Von der Drei-Punkte- Linie waren die Deutschen sogar gefährlicher gewesen als ihre als Kunstschützen bekannten Gegenspieler. Das ausgeklügelte Verteidigungskonzept zeigte Wirkung.

Olympia-Teilnahme als Krönung einer ganzen Basketballer-Generation

Puerto Rico, beim Supercup in Bamberg noch knapper Sieger, steckte nie auf. Nowitzki wurde nach der Pause besser bewacht, glänzte nun als Passgeber. Nach drei Dreiern in Folge lag die DBB-Auswahl plötzlich mit 70:54 in Führung und hielt diesen Vorsprung. Gleich zu Beginn des Schlussviertels machte Nowitzki dann das Dutzend an erfolgreichen Drei-Punkte-Würfen perfekt. Doch durch Unkonzentriertheiten brachte sich die deutsche Mannschaft fast noch um die Früchte ihrer Arbeit und ließ den Gegner wieder bis auf neun Zähler herankommen.

"Bei der Eröffnungsfeier ins Pekinger Olympiastadion einzumarschieren - das muss ein unbeschreibliches Gefühl sein, das möchte ich wenigstens einmal erleben", hatte Nowitzki in den letzten Wochen seinen Traum immer wieder beschrieben - nun ist er wahr geworden. Diese Olympia-Teilnahme ist die Krönung einer ganzen Basketballer-Generation, die mit EM-Silber und WM-Bronze schon so viel erreicht hat. "Das Spiel ist für viele Spieler das wichtigste im Nationaltrikot", unterstrich Nowitzki die Bedeutung. Nun ist sogar eine Olympia-Medaille nicht unmöglich. "Die Qualifikanten haben Halbfinal-Chancen", stellte Trainer Dirk Bauermann in Athen fest.

DPA
 
 
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