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18. November 2009, 18:08 Uhr

2060 ist jeder dritte Deutsche 65 oder älter

Die Deutschen werden immer älter und immer weniger: Laut Statistischem Bundesamt wird im Jahr 2060 jeder dritte Bundesbürger mindestens 65 Jahre alt sein. Außerdem schrumpft die Bevölkerung. Die Entwicklung hat auch Konsequenzen für den Arbeitsmarkt.

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Leere Kinderbetten auf der Neugeborenen-Station der Mainzer Uniklinik: Statistisch gesehen bringt jede Frau in Deutschland 1,4 Kinder zur Welt© Arne Dedert/DPA

Im Jahr 2060 werden in Deutschland voraussichtlich fast genauso viele Menschen über 80 wie Kinder und Teenager unter 20 leben. Das geht aus einer neuen Studie des Statistischen Bundesamtes hervor, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Während heute nur etwa jeder Zwanzigste in Deutschland 80 Jahre oder älter ist, wird im Jahr 2060 etwa jeder Siebte hochbetagt sein. Sogar jeder dritte ist dann mindestens 65 Jahre alt.

"Die Ergebnisse der zwölften koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung bestätigen das bekannte Bild", sagte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Roderich Egeler. Demnach schrumpft die Bevölkerung zwischen Flensburg und Bodensee von derzeit rund 82 Millionen bis zum Jahr 2060 auf 65 bis 70 Millionen Menschen. Außerdem werden die Deutschen älter, während die Zahl der Geburten weiter abnimmt.

Geburtendefizit wird weiter wachsen

Für ihre Modellrechnung hatten die Statistiker verschiedene Szenarien für Geburtenhäufigkeit, Lebenserwartung und Zuwanderung berücksichtigt - im Trend sind die Ergebnisse dieselben. Inwieweit das Anfang 2007 eingeführte Elterngeld oder mehr Betreuungsplätze für Kinder einen Einfluss auf die künftige Zahl der Geburten haben, ist nach Egelers Worten noch nicht einzuschätzen.

Der Grund für den Bevölkerungsschwund ist das sogenannte Geburtendefizit. Bereits seit den 70er Jahren sterben in Deutschland mehr Menschen als Kinder geboren werden. Die Differenz lag im Jahr 2008 bei 162.000. In den nächsten fünf Jahrzehnten wird sich das Minus auf bis zu 553.000 pro Jahr erhöhen. Selbst wenn die Zahl der Geburten etwas wachse, sei dieser Trend nicht zu stoppen, bestenfalls abzumildern, sagte Egeler. Statistisch gesehen bringt derzeit jede Frau in Deutschland 1,4 Kinder zur Welt. Um die Bevölkerung auf dem Stand der Elterngeneration zu halten, müsste jede Frau rechnerisch 2,1 Kinder bekommen.

Chancen für ältere Arbeitnehmer wachsen

Konsequenzen hat der demografische Wandel auch auf dem Arbeitsmarkt: Die Zahl der Erwerbsfähigen wird bis 2060 von derzeit rund 50 Millionen Menschen um ein Drittel auf 33 Millionen sinken. "Eine besonders einschneidende Veränderung der Altersstruktur erwartet die deutsche Wirtschaft bereits in zehn Jahren", erklärte Egeler. Bei den Erwerbsfähigen sei die Gruppe der 30- bis unter 50-Jährigen dann ebenso groß wie die der 50- bis unter 65-Jährigen. Durch diese Entwicklung dürften sich die Chancen Älterer auf dem Arbeitsmarkt deutlich verbessern. Selbst bei einem jährlichen Zuwanderungsüberschuss von 200.000 Menschen werden in fünf Jahrzehnten 63 Senioren auf 100 Personen im Erwerbsalter kommen.

Die Lebenserwartung wird weiter steigen - verglichen mit heute um rund sieben Jahre. Mädchen, die im Jahr 2060 geboren werden, werden eine Lebenserwartung von gut 89 Jahren haben, für Jungen wird sie bei 85 Jahren liegen.

Regierung kündigt "Demografie-Strategie" an

Die Bundesregierung will angesichts der Alterung der Bevölkerung bis 2012 eine "Demografie-Strategie" ausarbeiten. Dabei soll eine Vielzahl von Aspekten erörtert werden - von der Zukunft der Schulen und Hochschulen über die Pflege bis hin zur Entwicklung der Immobilienpreise, die bei einem Bevölkerungsschwund deutlich zurückgehen dürften.

Schon in den nächsten Wochen soll eine Demografie-Kommission ihre Arbeit aufnehmen, wie Regierungssprecher Ulrich Wilhelm am Mittwoch mitteilte. Darin arbeiten verschiedene Ministerien unter Federführung des Innenministeriums zusammen. Deutschland stehe vor einem "riesigen Problem", sagte Wilhelm.

DPA/AP
KOMMENTARE (10 von 18)
 
1ullameyko (20.11.2009, 03:05 Uhr)
Umstellung der Rentenfinanzierung
Die Tatsache, dass die Renten, mathematisch vorausberechenbar, bald nicht mehr bezahlbar sind, hat bis jetzt keine Regierung, gleich welcher Couleur, angepackt. Man sollte jetzt mal die Verantwortlichen wegen Konkursverschleppung vor Gericht stellen - in der Wirtschaft geht das doch auch....
giangastone (19.11.2009, 14:33 Uhr)
Die Frucht von §218
Es fehlen genau die jährlich 200.000 staatlich als "Krankheit" Abgetriebenen in der Statistik, oder?
knilch_59 (19.11.2009, 12:30 Uhr)
@rebegtar
Natürlich ist genug da, aber warum abgeben? An solche Leute wie Sie bedeutet das Wasser in die Wüste zu kippen, reine Verschwendung. Dann gehe ich lieber in meinen Geldspeicher, werfe die Münzen in die Luft und lasse sie mir auf den Kopf prasseln. Wenn irgendwelche Proleten einfach so etwas fordern, dass ich habe, hat das nichts mit Gerechtigkeit und schon gar nichts mit besserer Welt zu tun, wenn man es ihnen gibt.
rebegtar (19.11.2009, 10:47 Uhr)
2060...
erarbeiten im Schnitt 32443 Menschen das Einkommen der Leute mit mehr als einer Millionen Euro Privatvermögen.

So, das war jetzt meine Kristallkugel.

Lasst Euch nicht verar******, es ist nämlich eigentlich mehr als genug auch für unsere Ältesten da. Es gibt halt nur einige die eigentlich schon alles haben und den Hals nicht vollkriegen.
knilch_59 (19.11.2009, 10:28 Uhr)
@JanvanHelsing: verantwortungslos
Natürlich kommt es in den Details immer anders, als man denkt, und wer eine Prognose als nacktes Faktum nimmt, hat nichts verstanden. Aber die Augen zu verschließen, wäre absolut verantwortungslos!
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Wir können es uns schlicht nicht leisten uns der Vorsorge für die Zukunft zu verweigern, eben weil die Wissenschaft wissen geschaffen hat, das uns ermöglicht das Ausmaß unseres Handelns zu begreifen. Das sind wir unseren späteren Generationen schuldig - weil wir ja etwas von denen wollen!
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Und es geht auch darum, bestimmte Szenarien ausdrücklich nicht eintreten zu lassen, indem man die sich abzeichnenden Klippen großräumig umschifft. Dann wären natürlich die Prognosen Blödsinn = gut so! Dann hätten möglicherweise Politik und Wirtschaft an dieser Stelle alles richtig gemacht.
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Das Thema Demografie bewegt mich ganz persönlich, weil ich mich seit vielen Jahren damit beschäftige. Vom Meisten dessen, über das heute gejammert wird, wusste ich schon vor 30 Jahren. Nicht, dass es im Jahre 2009 akut würde, aber dass es irgendwann zwischen 2005 und 2015 kommen musste, war klar! Von den Rückschlägen an den Finanzmärkten, vom Klimawandel, von der demografischen Entwicklung weiß man lange genug. Umso peinlicher, wenn man im Moment der Auswirkung keinen Plan hat, wie man damit umzugehen hat.
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Es kann auch nicht darum gehen, jetzt wegen der zu lösenden Probleme gramgebeugt durchs Leben zu gehen - im Gegenteil! Im Bewusstsein, jetzt noch Handlungsalternativen zu haben, liegt der Spaß.
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Können Sie mir die Fragen aus meinem vorigen Posting aus Ihrer Sicht beantworten? Oder gehören Sie zu denjenigen, die der Meinung sind, das gar nicht wissen zu müssen? Warum gehen Sie wählen, wenn Sie die Zukunft nicht interessiert? Für Vergangenheitsbewältigung brauchen wir kein Parlament und keine Regierung!
JanvanHelsing (19.11.2009, 09:36 Uhr)
Was von solchen Prognosen
zu halten ist, sieht man im unten angeführten Bericht.
http://mediathek.daserste.de/daserste/servlet/content/3310728?pageId=487856&
moduleId=799280&categoryId=1398&goto=1&show=

Es ist unseriös solche Prognosen zu veröffentlichen, weil man höchstens zehn Jahre voraus schauen kann, aber dann müssen sehr viele Faktoren statisch und nicht dynamisch sein.
seit den frühen Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts sagt man uns schon ein Aussterben voraus, überaltertende Bevölkerung, was weiß der Geier alles....
Nix davon ist eingetreten, alles Humbug.
Administrator (19.11.2009, 09:25 Uhr)
Liebe User,
wir haben an dieser Stelle einige Kommentare gelöscht. Bitte diskutieren Sie zum Thema sachlich.

Herzliche Grüße,

Ihre stern.de-Admins

knilch_59 (19.11.2009, 09:08 Uhr)
Das ist DAS Thema für science fiction
Nicht im Sinne fantastischer Unterhaltung, sondern im Sinne aus wissenschaftlichen Fakten abgeleiteter Szenarien: Wie kann eine Gesellschaft im Jahre 2060 funktionieren, in der ein Drittel über 65 ist? Woher generiert sie Wohlstand, aus dem dann die Wohlfahrt für alle (auf welchem Niveau?) zu verteilen wäre? Steuerquoten, Finanzierungssysteme, Berufswege: wer produziert noch Güter und Dienstleistungen, wenn 30% der erwerbsfähigen Bevölkerung im Gesundheitswesen tätig sind? Oder, wenn es weniger sind: wie sieht dann die Versorgung aus? Wie sieht eine Infrastruktur aus, wenn die Auto-Mobilität für 40% der Bevölkerung (Kinder und Greise) nicht mehr gegeben ist? Wie kann dann noch Mobilität in der Fläche dargestellt werden, oder müssen wir uns, schon aus Kostengründen, wieder alle zusammenballen und die Flächen aufgeben?
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Was sind Häuser und Grundstücke wert, wenn keiner darin leben will, weil es die Menschen nicht mehr gibt? Oder sollen die frei werdenden Flächen durch Zuzug belebt werden? Wer würde dann hierher ziehen (Überfremdung?)
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Was passiert mit dem Generationenvertrag, aber auch wie funktioniert eine kapitalgedeckte Vorsorge in einer Gerontokratie? Wie kann Demokratie noch funktionieren, wenn die über 60-jährigen, also die zu Versorgenden, die absolute Mehrheit der Bevölkerung stellen?
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Das alles auf der Basis knapper Rohstoffressourcen, um die global konkurriert wird: In einer Zeit ohne Erdöl, Erdgas, mit Klimawandel, ...
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Ich wünsche mir eine breit angelegte Information über die unterschiedlichen Vorstellungen, eben weil wir jetzt und heute hierfür den Grundstein legen. Hoffentlich werde ich das nicht mehr erleben müssen, aber meine Kinder haben es verdient sich hierfür wappnen zu können. Das muss ihnen jemand erklären, eben weil es die scheinbare Freiheit und Freiwilligkeit der heutigen Zeit ist, die dazu führt, dass massiv an den Rahmenbedingungen für ihr Leben gedreht wird.
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Selbst ein Herr Rößler und ein Herr zu Guttenberg werden 2060 Hochbetagte sein. Der Rest der jetzigen Politikerkaste wird wohl schon das Jahr 2040 nicht mehr erleben. Aber diese Menschen sind unmittelbar verantwortlich, weil die Geburten von 2010 die Arbeitskräfte von 2040 und 2060 sind, also die Haupt-Leidtragenden einer dramatischen Veränderung!
Berta20 (18.11.2009, 22:25 Uhr)
Kinder gibt´s doch genug
Ich habe gerade meine 1-jährige Elternzeit hinter mich gebracht und kann nur sagen, dass ich eher das Gefühl habe, dass die Kinder momentan nur so aus dem Boden schießen. Ich bin 30 und meine Bekannten und Freunde bekommen alle Kinder - oft nicht nur zwei - übrigens alle (auch ich) Akademiker.

Jedenfalls kommt man sich hier (und ich wohne im "schlimm-gestellten" Osten) beim Suchen einer Kinderbetreuung eher als Bittsteller vor, weil soviele Kinder da sind. Das von der Stadt bezahlte Kita-Jahr soll wieder abgeschafft werden, weil im letzten Jahr mehr als 100 Kinder mehr auf den Listen auftauchten. Für meinen Kita-Platz musste ich mich schon im 4. Schwangerschaftsmonat anmelden, weil man mal locker 3 Jahre wartet, bis man den Platz hat. Und es gibt bei 60.000 EW 30 Kitas.

Auf dem Dorf mag das mit den wenigen Kindern ja stimmen, aber in den Städten gibt´s nun doch wirklich genug. Und wenn man ökologisch und nicht ökonomisch denkt, dann ist eh jeder neue Erdenbewohner (und in der 3. Welt gibt´s genug davon) eine Katastrophe.

Ich bekomme gerne noch ein Kind - trotz Gefährdung der Erde - aber nicht primär im Sinne des Staates, sonder weil für mich an erster Stelle Kinder der Sinn meines Daseins sind und ich im Übrigen durch das Elterngeld die Möglichkeit habe, ohne größere Sorgen mein Kind ein Jahr bei mir zu haben (und auch ohne Stress zu stillen).

LG Berta
dentix07 (18.11.2009, 20:10 Uhr)
vdL
Vielleicht hätte vdL das neue Rammstein-Album doch nicht auf den Index setzen lassen sollen!? Schließlich rufen die doch zu ungeschützem Sex auf! Und von ungeschütztem Sex wird Frau bekanntlich schwanger und kriegt - na ? - Kinder!
Problem gelöst, oder!?
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