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5. Mai 2009, 09:24 Uhr
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Achtsamkeit verändert das Gehirn

Psychologe Ulrich Ott ist der führende Meditationsforscher in Deutschland. An der Uni Gießen untersucht er, wieso Meditation die seelische Gesundheit fördert. Sein Credo: Wer achtsam ist, stärkt nicht nur sein Immunsystem, sondern hat mehr Spaß am Leben - und kann sogar Sprit sparen. Von Holger Fuß

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Auszeit vom Alltag: Wer regelmäßig meditiert, ist nicht nur gelassener, sondern lebt auch gesünder© Colourbox

Warten? Diese Zeitverschwendung hat Ulrich Ott aus seinem Leben verbannt: "Anstatt mich über unpünktliche Menschen zu ärgern, sage ich mir: Wie schön, dass mir diese Personen Momente der Besinnung ermöglichen, die in meinem Zeitplan gar nicht vorgesehen waren." Reframing nennt Ulrich Ott so etwas, die Dinge aus einer ungewohnten Perspektive betrachten. So ein innerer Positionswechsel mache aus dem grauen Alltag eine Erkundungstour und stimme heiter. Bei ihm selbst scheint das Reframing zu funktionieren. Der Diplom-Psychologe wirkt gelassen, sein Blick ist verschmitzt. "Wenn die Verabredung dann eintrifft, bin ich entspannt und freue mich auf sie."

Am Bender Institute of Neuroimaging (Bion) der Universität Gießen erforscht Ott, was während der Meditation im Gehirn passiert. Warum hilft Versenkung bei Angst, Stress oder Schmerzen? Welche Gehirnregionen werden bei mystischen Erfahrungen aktiviert? Kann man solche Bewusstseinsveränderungen überhaupt wissenschaftlich untersuchen? Ja, behauptet Ott: Mystik sei angewandte Neurowissenschaft, ihre Theorien seien bislang nur nicht sauber aufgeschrieben worden. Die Vorgehensweisen von Yogis, Derwischen oder Einsiedlermönchen seien mit jenen westlicher Wissenschaftler durchaus verwandt. Für beide gelte das Prinzip: "Hypothese, Methode, Ergebnisse", denn Mystik basiere nicht auf Glauben, sondern auf Erfahrung.

Effektives Gehirntraining

Unabhängig von der Mystik geht es in der Meditation primär darum, sich auf die unmittelbare Gegenwart zu konzentrieren - und das hat verblüffende Wirkungen: Wer regelmäßig seine Aufmerksamkeit auf das Hier und Jetzt bündele, so Ott, verändere langfristig "die Architektur seines Gehirns". Denn jede Tätigkeit setzt bestimmte Bereiche im Gehirn in Gang, und je öfter eine Tätigkeit wiederholt wird, desto stärker wachsen entsprechende Hirnstrukturen. Das menschliche Gehirn ist ein Trainingsorgan, die Aufmerksamkeit sein Werkzeug.

Auch US-Wissenschaftler widmen sich der inneren Versenkung. Sara Lazar, Harvard-Psychologin und US-Pionierin der Meditationsforschung, untersuchte 20 regelmäßig meditierende Probanden und stellte fest, dass ihre Hirnrinde bis zu fünf Prozent dicker ist als die nicht meditierender Vergleichspersonen. Zudem wiesen ihre Hirnareale für Aufmerksamkeit und Sinneswahrnehmungen deutlich mehr neuronale Verschaltungen auf. Am auffälligsten waren diesen Veränderungen bei älteren Meditierenden, woraus Ott schließt, dass "regelmäßiges Meditieren eine Ausdünnung der Hirnrinde im Alter" verhindert.

Seine eigenen Meditationsübungen absolviert Ott am liebsten im Auto. Er wohnt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern am Waldrand eines Vororts von Wiesbaden und pendelt täglich eine Stunde zu seinem Universitätsbüro in Gießen. Diesen Arbeitsweg auf der Autobahn nutzt er für spirituelle Trainingseinheiten; "achtsames Autofahren" nennt er das.

Es beginnt schon mit der Haltung. Sobald er merkt, dass er sich verkrampft, durchwandert er in Gedanken seine Schulterverspannungen und lässt sie los, indem er tief ausatmet. Das verbessere nicht nur die Fahrqualität, er spare so auch Treibstoff, meint Ott: Bei achtsamer, gelassener Fahrweise verbrauche sein Diesel fünf Liter Sprit auf 100 Kilometer. "Wenn ich verbissen rase, komme ich auf 6,5 Liter."

Abends, wenn er nach Hause fährt, stellt er sich manchmal vor, dass er sein Heimatdorf zum ersten Mal besucht. "Mit diesem Anfängergeist schaue ich mich um, als wäre ich in einer fremden Stadt", sagt er. Diese Übung mache innerlich frei und wach, trainiere Aufmerksamkeit und Konzentration und sei zudem sehr unterhaltsam.

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KOMMENTARE (4 von 4)
 
H.P. (07.05.2009, 08:05 Uhr)
ein für Wissenschaftler sehr unerfreulicher Punkt
Es ist immer ein Wagnis sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse einzulassen die mit Gott und dem Glauben zu tun haben. Vor allem wenn man selbst seine Erfahrungen gemacht hat. Religion ist zu einem Dogma verkommen, dabei ist Religion nichts anderes als sich auf das einzulassen was immer war und sein wird, unser aller SELBST und SEIN? Am Ende sind wir es im SELBST selbst.
Was in unserem materiellen Körper erforscht wird ist vergänglich, was nicht erforscht werden kann, ist ewig.
Alleine schon die Tatsache das am Anfang alles in einer Singularität vereint war, ein für Wissenschaftler sehr unerfreulicher Punkt: die so genannte Singularität.
An dieser Stelle bricht die bekannte Physik zusammen, denn das ganze Universum ist hier in einem Punkt vereint - Raum und Zeit existieren nicht. Der bekannte Physiker Stephan Hawking und der Mathematiker Roger Penrose bewiesen, dass eine solche Singularität im Rahmen von Albert Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie unvermeidlich ist.
DerDa (05.05.2009, 10:46 Uhr)
Naja
Okay stimmt, hab mich aufgeregt. ;-)
es stimmt mit "Wissenschaft und Geistewissenschaft"" das dies zusammen gehören. -- Nun denn, es gibt das schon siehe Radionik, Quantec, dort wird ja wissenschaftlich was dargelegt, was schein abr nicht zu beweisen ist, wo aber auch der Glaube wichitg ist. Sieh weißes Rauschen.
Bin ich froh das ich net der einzigste bin, dem die Unstimigkeit aufgefallen ist. Danke
JoJo11 (05.05.2009, 10:29 Uhr)
Nur mal langsam mit dem jungen Pferden.
Jede Meinung und Erfahrung ist subjektiv vom Betrachter aus wahr.
Un jedes Gefäss hat ein anderes Füllvermögen. Da wollen wir doch Mitreisende nicht verdammen, nur weil sie noch in einem anderen Abteil sind.
Wissenschaft und Geistewissenschaft
werden sich einmal ergänzen, den das eine kann ohne das andere nicht sein!
DerDa (05.05.2009, 10:15 Uhr)
Welch Arroganz
"""Mystik sei angewandte Neurowissenschaft, ihre Theorien seien bislang nur nicht sauber aufgeschrieben worden."""
Achja, der Kollege Ott ist also der Maßstab, es gibt genug Literatur die sehr alt ist und einiges aufzeigt, und was heißt hier sauber, ich glaube da wird in eine richtung geforscht, die nicht gut tut, was solls, das ist so als frage man ob gott n Bart hat, welche frage kommt dann danach.
"""Für beide gelte das Prinzip: "Hypothese, Methode, Ergebnisse", denn Mystik basiere nicht auf Glauben, sondern auf Erfahrung."""
Ich kotzt gleich ins Essen, was ist denn das für eine Aussage, ohne Glauben keine Spiritualität! und jeder der Meditation benutzt als Technick, der hat n Fehler in seiner Festplatte.
Jau 15% der Mensch in Brd sind nennen sich Spirituell, da mag sicher was dran sein, denn BRD würde bei 50% spirituellen Mensche ganz weit vorne liegen.
aber auch dieser Bericht zeigt unswissen und diese Vorführunge von herrn Ott, oje sowas lehrt an der Uni, die armen Menschen!
Würgggggggggggg
"""Die Vorgehensweisen von Yogis, Derwischen oder Einsiedlermönchen seien mit jenen westlicher Wissenschaftler durchaus verwandt.""
Achso, die Westlichen Wissenschaftler waren zuerst da. Huii
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