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Auto-Krise: Opel träumt vom Leben ohne GM

Der US-Autoriese General Motors wackelt bedenklich - und damit ist auch die deutsche Tochter Opel in ernster Gefahr. Staatsbürgschafen sollen nicht das alleinige Heilmittel sein. Jetzt wird auch eine Trennung vom Mutterkonzern GM nicht mehr ausgeschlossen.

Die Regierungen der Bundesländer mit Opel-Standorten arbeiten offenbar an einem Modell zur Herauslösung der Opel-Werke aus dem General-Motors-Konzern. Wie die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" ("WAZ") unter Berufung auf nordrhein-westfälische Regierungskreise berichtet, spielen bei den Szenarien zur Rettung der Traditionsmarke Überlegungen zu Landesbeteiligungen eine wesentliche Rolle. Als Vorbild dafür gelte Volkswagen, an dem Niedersachsen mit 20 Prozent beteiligt ist - ein Modell, das allerdings von der EU-Kommission missbilligt wird. In den USA sind unterdessen Gespräche zur Sanierung der Opel-Mutter angelaufen.

"Es gibt kein Weiterso mit GM, wir sehen nur eine Perspektive in der Herauslösung", zitiert die "WAZ" den Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz. Die Trennung von General Motors könne aber nur im europäischen Verbund geschehen - Opel sei "zu einem großen Teil ein europäisches Unternehmen", sagte Franz dem Blatt. Ein Problem bei der Herauslösung aus dem GM-Konzern sei der Zugriff auf die Technologien. Dies könne aber über gegenseitige Lizenzverträge gelingen. Die Patente liegen bei einem weiteren Tochterunternehmen von GM.

Opel wollte sich am Montag nicht zu den angeblichen Plänen äußern. Auch die hessische Staatskanzlei hüllt sich in Schweigen. "Wir sagen keinen anderen Satz als den, dass wir gemeinsam mit dem Bund und den anderen Opel-Ländern in guten Gesprächen sind", sagte Dirk Metz, Sprecher der hessischen Landesregierung.

Staatliche Bürgschaft laut Merkel denkbar

Bundeskanzlerin Angela Merkel schloss am Sonntag staatliche Hilfen für Opel erneut nicht aus. Allerdings betonte sie im ZDF, dass zunächst einmal der Mutterkonzern GM seine Pläne vorlegen müsse. Die Bundesregierung werde darauf achten, dass die Interessen der europäischen Töchter gewahrt blieben und diese ihre Chancen bekämen. Darüber werde Deutschland auch mit GM und mit der amerikanischen Regierung sprechen. Wenn es ein Konzept für eine positive Fortentwicklung von Opel gebe, dann seien dafür auch Bürgschaften denkbar, sagte die CDU-Chefin.

Opel beschäftigte am Stammsitz im hessischen Rüsselsheim zuletzt rund 16.000 Mitarbeiter, in Bochum (Nordrhein-Westfalen) 5300, in Eisenach (Thüringen) 800 und in Kaiserslautern (Rheinland-Pfalz) etwa 2300. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) will sich bei einer USA-Reise vor Ort für die deutsche Autoindustrie stark machen. "Ich werde mich in Detroit dafür einsetzen, dass General Motors und Ford den deutschen Tochterunternehmen aus der Krise helfen", sagte Rüttgers der "Bild"-Zeitung.

Am Stammsitz von General Motors in Detroit sind unterdessen die Gespräche mit der Gewerkschaft UAW über ein Sanierungsprogramm fortgesetzt worden. Ob es bis Dienstag zu einer Einigung komme, sei aber offen, sagte eine mit der Situation vertraute Person. Bis dahin muss GM - ebenso wie Konkurrent Chrysler - dem US-Kongress ein Sanierungskonzept vorlegen, um Rechenschaft über die bislang erhaltenen staatlichen Milliardenkrediten abzulegen.

Obama setzt Auto-"Task-Force" ein

Die Vergabe von Finanzhilfen an die amerikanischen Autohersteller soll künftig von US-Finanzminister Timothy Geithner überwacht werden. US-Präsident Barack Obama hatte Geithner und Wirtschaftsberater Lawrence Summers mit der Leitung einer neuen "Task Force" betraut, die die Restrukturierung der angeschlagenen US-Autobranche kontrollieren soll. Mit dieser Entscheidung hat sich Obama von früheren Plänen einer staatlichen Aufsicht in Gestalt eines Auto-Zaren verabschiedet, der noch unter seinem Vorgänger George W. Bush vorgesehen war. Der "Auto-Zar" sollte vom Präsidenten ernannt werden und zahlreiche Befugnisse haben.

Obama-Berater David Axelrod verlangte unterdessen zur Rettung der angeschlagenen Autobauer Opferbereitschaft von allen Beteiligten. "Wir brauchen die Autoindustrie in diesem Land", sagte Axelrod dem Fernsehsender NBC. "Millionen Leben und Existenzen hängen davon ab." Die USA hätten ein "echtes Interesse" am Überleben der Branche, "aber es wird eine große Umstrukturierung in der Autoindustrie notwendig". Auf die Frage, ob die amerikanische Volkswirtschaft einen Bankrott von General Motors aushalten könne, antwortete Axelrod ausweichend. "Wie die Umstrukturierung kommt, ist etwas, das noch ermittelt werden muss", sagte er dem Sender Fox.

Reuters/dho / Reuters

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.