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Blitz-Marathon: 91.000 Raser erwischt - einige hatten es besonders eilig

Die Bilanz des Blitz-Marathons: Fast drei Prozent der über drei Millionen überprüften Fahrzeuge in Deutschland waren zu schnell. Ein Bundesland sticht besonders heraus - aber im positiven Sinn.

Einer der schnellsten Raser in Deutschland wurde mit Tempo 204 - und damit über 100 km/h zu schnell - geblitzt

Einer der schnellsten Raser in Deutschland wurde mit Tempo 204 - und damit über 100 km/h zu schnell - geblitzt

Mehr als 91.000 Raser hat die Polizei beim Blitz-Marathon in diesem Jahr in Deutschland erwischt. Knapp drei Prozent der kontrollierten 3,2 Millionen Fahrzeuge seien zu schnell gewesen, sagte der Chef der Innenministerkonferenz der Länder, Roger Lewentz (SPD), am Freitag in Mainz. Das war etwas weniger als bei der vorherigen Aktion im September 2014, als über 93.000 Fahrzeuge geblitzt wurden, von denen 3,2 Prozent zu schnell fuhren. Der Anteil der Raser liegt bei gewöhnlichen Geschwindigkeitskontrollen laut Deutscher Polizeigewerkschaft (DPolG) allerdings bei acht Prozent. Erstmals waren 21 weitere Länder in Europa bei der Aktion dabei.

Rekordverdächtig ist ein Fahrer in Slowenien, der mit 248 Kilometer pro Stunde auf einer Autobahn geblitzt wurde - dort war nur Tempo 130 erlaubt.

In Köln erwischten die Beamten einen Fahrer auf der A 1 mit Tempo 204 statt erlaubten 100 km/h. Die Quittung laut Bußgeldkatalog: 600 Euro Bußgeld, drei Monate Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg. Der 48-Jährige sagte zu seiner Entschuldigung: "Ich kam mit der Beschilderung nicht zurecht!"

Mit knapp 4,5 Promille Alkohol fiel am gleichen Tag ein 42 Jahre alter Lastwagenfahrer auf der A 6 in der Pfalz auf. Er fuhr in Schlangenlinien gegen die Leitplanke. Die Beamten behielten seinen Führerschein ein.

Hamburger am vorsichtigsten

Die Hamburger fuhren im Vergleich am meisten angepasst, während die Saarländer ganz schön aufs Gaspedal drückten. In der Hansestadt waren nur etwa 0,5 Prozent der kontrollierten Fahrer zu schnell, dagegen fuhren im Saarland sechs Prozent schneller als erlaubt, hieß es im Innenministerium in Mainz.

Der rheinland-pfälzische Innenminister Lewentz zeigte sich zufrieden. Die meisten Autofahrer hätten sich an das Tempolimit gehalten und seien verantwortungsbewusst gefahren. "Unser Ziel muss es sein, ein Bewusstsein für angemessene Geschwindigkeit im Straßenverkehr zu schaffen." Die Polizeigewerkschaft schlägt für das nächste Jahr vier Kontrolltage in vier Bundesländern vor. "Es geht darum, in die Köpfe der Leute zu kommen", sagte Bundesvorsitzender Rainer Wendt der Deutschen Presse-Agentur. Zu hohe Geschwindigkeit ist die Ursache Nummer eins für schwere Verkehrsunfälle. Im vergangenen Jahr starben bundesweit 3350 Menschen im Straßenverkehr.

Bundesweit blitzten am Donnerstag etwa 13.000 Einsatzkräfte an etwa 7000 Stellen, im vergangenen Jahr waren es 7500 Blitzerstellen. Die Aktion dauerte mit Rücksicht auf die Trauerfeier für die Opfer der abgestürzten Germanwings-Maschine diesmal nur 18 statt 24 Stunden. Die Polizei Schleswig-Holstein machte wegen des Treffens der G7-Staaten nicht mit. In Bayern geht die Aktion nach einer Pause an diesem Freitag noch ein paar Tage weiter.

In innerstädtischen Hauptstraßen soll es an Kitas, Schulen und Altenheimen mehr Tempo-30-Zonen geben, beschlossen die Verkehrsminister der Länder. "An diesen Stellen passieren die meisten Unfälle, da gibt es die meisten Toten", sagte Baden-Württembergs Ressortleiter Winfried Hermann (Grüne) in Rostock. Die Umsetzung stehe aber noch am Anfang. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte den Abbau bürokratischer Hürden für zusätzliche Tempolimits bis Jahresende angekündigt.

Die Länder in der Übersicht

In den einzelnen Ländern teilen sich die Quoten der erwischten Raser unter den kontrollierten Fahrzeugen wie folgt auf:

Baden-Württemberg: 2,9 Prozent

Bayern: 3,0 Prozent

Berlin: 4,8 Prozent

Brandenburg: 2,7 Prozent

Bremen: 4,9 Prozent

Hamburg: 0,5 Prozent

Hessen: 3,8 Prozent

Mecklenburg-Vorpommern: 3,6 Prozent

Niedersachsen: 2,8 Prozent

Nordrhein-Westfalen: 2,9 Prozent

Rheinland-Pfalz: 3,6 Prozent

Saarland: 6,0 Prozent

Sachsen: 3,6 Prozent

Sachsen-Anhalt: 2,6 Prozent

Thüringen: 2,1 Prozent

Oliver von Riegen, DPA / DPA

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