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Fahrbericht: Neuer Ford Mondeo: Verspäteter Start für den Passat-Konkurrenten

Fast zwei Jahre ist der Ford Mondeo in den USA bereits auf dem Markt. Jetzt kommt das Mittelklassemodell auch nach Europa - parallel zum Marktstart des Hauptkonkurrenten VW Passat.

Trotz seines dynamischen Aussehens hat der neue Mondeo lange gebraucht, um es über den Atlantik zu schaffen.

Trotz seines dynamischen Aussehens hat der neue Mondeo lange gebraucht, um es über den Atlantik zu schaffen.

Schlechter hätte es für Ford kaum laufen können. Während die Fahrzeuge in den USA oder Südamerika einen Marktstart nach dem anderen feiern, dauert es bei Ecosport, Mustang oder Mondeo mitunter zwei Jahre länger, ehe diese auch in Europa starten. Die Produktionsverlegung von Genk nach Valencia kostete den Mondeo tausende von Verkäufen, jede Menge Image und ließ den Europa-Ableger des US-Konzerns einfach nur schlecht dastehen. Das gilt einmal mehr, da der neue Mondeo nunmehr parallel zur achten Generation des Klassenprimus VW Passat herauskommt und wohl gegen Windmühlen kämpfen dürfte. "In 30 Jahren in der Automobilindustrie habe ich noch nie gesehen, wie ein komplexes Werk derart schnell umzieht", versucht Fords Qualitäts-Experte Gunnar Herrmann das Positive des Umzugs von Belgien nach Spanien herbeizureden.

Ford Mondeo 2.0 TDCi: Verspäteter Start für den Passat-Konkurrenten
Ford Mondeo 2.0 TDCi

Ford Mondeo 2.0 TDCi

Limousine und Kombi mit reichlich Raum

Optisch kaum von seinem US-Bruder Fusion zu unterscheiden, ist der europäische Mondeo mit seiner üppigen Länge von 4,87 Metern dynamisch gezeichnet und insbesondere durch seine kraftvolle Front allemal sehenswert. "Ich habe an den vergangenen vier Mondeo-Generationen gearbeitet", erzählt Projektleiter Joe Bakaj, "er ist längst wie ein Sohn für mich."

Wie seine Vorgänger gibt es den Mondeo an sich als Limousine mit vier oder fünf Türen sowie als geräumigen Kombi mit nahezu unbegrenzten Lademöglichkeiten. In Deutschland bleibt die viertürige Limousine abgesehen von der späteren Hybridversion jedoch außen vor und es werden allein Fließheck und Kombi angeboten. Das Platzangebot ist auf Augenhöhe mit dem Hauptkonkurrenten VW Passat. Während der Mondeo-Fünftürer 550 Liter im Kofferraum schlucken kann, finden im Laderaum des Ford Mondeo Turnier maximal 1630 Liter Platz. Auf Wunsch gibt es eine elektrische Heckklappe.

Der Passat kann mehr

Im direkten Vergleich wirkt der Ford Mondeo optisch kraftvoller; bringt jedoch rund 100 Kilogramm mehr auf die Waage als ein 1,5 Tonnen schwerer Passat-Viertürer. Vergleicht man das VW-Kernmodell mit seinem zwei Liter großen Commonrail-Diesel, Handschaltung und 110 kW / 150 PS, steht der Mondeo leicht hintenan. Bis zu 0,3 Liter mehr Verbrauch, fünf Stundenkilometer weniger Höchstgeschwindigkeit und fast eine Sekunde mehr 0 auf Tempo 100 sind zu verschmerzen, aber eben ärgerlich, wenn es um Nasenlängen, Zehntel und Hundertstel geht.

Eine gute Wahl ist in diesem Zusammenhang der Ford Mondeo 2.0 TDCi Econetic mit 132 kW / 180 PS und einem maximalen Drehmoment von 340 Nm zwischen 2000 und 3250 U/min. Seine Fahrleistungen bieten mit 225 km/h Höchstgeschwindigkeit, 4,1 Litern Normverbrauch und 0 auf 100 km/h in 8,4 Sekunden mehr, als es subjektiv am Steuer erscheint. So wirkt der Topdiesel gerade im Bereich der Gänge zwei und drei mitunter etwas lethargisch, was der Kombination aus Fahrzeuggewicht und Getriebeübersetzung zuzuschreiben ist. Der Kunde kann zwischen einem gut abgestuften manuellen Sechsgang-Getriebe und einem ebenfalls sechsstufigen Doppelkupplungsgetriebe wählen.

Jede Menge Fahrspaß

Wie bei Focus, S-Max oder Fiesta beeindruckt das exzellente Fahrwerk des 1,6 Tonnen schweren Mondeo 2.0 TDCi, wobei die Lenkung durch die neue elektrische Unterstützung einiges von ihrer Direktheit der vergangenen Jahre verloren hat. Nochmals verbessert zeigt sich dagegen die Hinterachskonstruktion, die für geringe Wankbewegungen der Karosserie und ein agiles Fahrverhalten sorgt. Eine variable Abstimmung von Federn und Dämpfern garantiert nicht nur auf den kurvenreichen Landstraßen von Südspanien jede Menge Fahrspaß.

Bei flotter Gangart vermisst der Pilot bisweilen einen sinnvollen Allradantrieb, um die Motorleistung nicht mit scharrenden Vorderhufen in den engen Kehren verpuffen zu lassen. Für guten Langstreckenkomfort sorgen das geringe Geräuschniveau und die geringen Vibrationen des 180-PS-Diesels. Bequeme Sitze, auf Wunsch klimatisiert, überzeugen ebenso wie das griffige, aber überfrachtete Lenkrad und das vorbildliche Platzangebot. Ebenfalls verbessert, aber nicht auf Premiumniveau: die Oberflächengestaltung von Konsolen und Türtafeln.

Bisweilen verwirrende Bedienung

Beim Thema Sicherheit bietet das Mittelklassemodell von Ford für 750 bis 1600 Euro optional ein komplettes Paket mit Spurhalte-, Spurwechsel-, Scheinwerfer- und Lichtassistent sowie City-Stopp. Nur beim Mondeo zu haben sind Fondgurte mit integrierten Airbags wie in der Mercedes S-Klasse. Im Zuge der Neuauflage gab es für den Mondeo ein komplett neues Bediensystem mit Touch-Bedienung und großem Farbdisplay, das nicht nur bei direkter Sonneneinstrahlung mit sichtbaren Fingerabdrücken nervt. Die Bedienung des Mondeo bleibt bisweilen verwirrend und nicht einmal das variable Fahrwerk lässt sich über einen direkten Taster an der Mittelkonsole einstellen. Es lässt sich ebenso wie die meisten Einstellungen nur in Untermenüs verändern.

Kein leichtes Spiel

Zum Marktstart ist der Ford Mondeo mit zwei Benzinern (160 bis 240 PS) und zwei Dieseln (115 bis 180 PS) verfügbar. Der Basispreis für den schlapp ausgestatteten Einsteiger Ford Mondeo 1.5 Trend mit 118 kW / 160 PS liegt bei 27.150 Euro. Kauftipp ist der 132 kW / 180 PS starke Mondeo 2.0 TDCi Titanium Fünftürer, der ab 34.450 Euro unter anderem beheizte Sportsitze und Frontscheibe, 17-Zoll-Alufelgen sowie verschiedene Assistenzsysteme bietet. Zusätzlich sollten zumindest das Navigationssystem (ab 570 Euro), LED-Scheinwerfer (1250 Euro) und das 250 Euro City-Notbremssystem mit in den Einkaufskorb.

Leicht wird es Ford Mondeo gegen seinen Hauptkonkurrenten VW Passat nicht haben. Die Wolfsburger haben die Latte in den zwei zusätzlichen Jahren eben noch etwas höher gelegt.

Press-Inform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.