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Hintergrund: Neuregelung NCAP-Crash: Was sagen die Sterne?

Immer mehr Hersteller schmücken sich mit »fünf Sternen beim Euro NCAP«. Doch bislang ist die Aussagekraft der standarisierten Test unzureichend, kritisieren Experten. Ab März wird es strengere Regeln für die Gesamtbenotung geben.

Fünf Sterne sind einfach Spitze. Ein werbewirksames Aushängeschild. Das gilt für die Hotellerie ebenso wie für die Sicherheitsbewertung von Automobilen. Seit Ende der 1990er Jahre werden die Sterne für automobile Neuerscheinungen vergeben, im Rahmen eines normierten Crashtestprogramm – kurz Euro NCAP genannt - auf das sich eine Vereinigung europäischer Verkehrsministerien, Automobilclubs und Versicherungsverbänden geeinigt hat.

Einst war Volvo Trendsetter in Sachen Insassensicherheit. Für ihre Modelle S40 und S70 errangen die Schweden 1997 als erster Hersteller 4 Sterne. Besser war damals keiner. Im Jahr 2001 machte ein überarbeiteter Renault Laguna von sich reden. Als erstes Fahrzeug überhaupt holte der französische Mittelklassenvertreter die Euro NCAP-Bestnote - fünf Sterne.

Andere Hersteller zogen nach. "Die Fahrgastzellen sind heute durch die Bank deutlich sicherer als noch vor zehn Jahren", sagt ADAC-Sprecher Maximilian Maurer. "Sieht man mal vom Brilliance ab." Das China-Auto Brilliance BS6 hatte 2007 für Schlagzeilen gesorgt, als es in einem ADAC-Crashtest blamabel scheiterte. "Zum fünften Stern fehlen vier" hatte der Automobilclub damals seinen vernichtenden Testbericht überschrieben.

Künftig wird es aber auch für andere Autobauer erheblich schwieriger werden, vier oder gar fünf Sterne vom Euro NCAP- Himmel zu holen. Denn bisher durften Hersteller selbst dann mit einem hervorragenden NCAP-Ergebnis werben, wenn ihr Fahrzeug in punkto Kindersicherheit und Fußgängerschutz miserabel abgeschnitten hatte.

Prozentrechnung

Diese Rubriken werden in dem Standart-Testverfahren zwar schon seit Jahren abgeklopft. In die Wertung flossen sie bislang aber nicht ein. Publik gemacht wurde bislang allein das auf den Insassenschutz bezogene Resultat.

Wenn Ende Februar die Neuregelung des Euro NCAP in Kraft tritt, werden anders als bislang alle getesteten Sicherheitsaspekte einbezogen. Der Schutz der Insassen macht dann lediglich 50 Prozent der Gesamtwertung aus. Kindersicherheit und Fußgängerschutz fließen mit jeweils 20 Prozent in die Beurteilung ein. Aktive Sicherheitssysteme wie die elektronische Stabilitätskontrolle (ESP) sind ein neues Kriterium in der NCAP-Bewertungsskala und steuern die restlichen zehn Prozent zur Gesamtnote bei.

Wenn sie weiterhin mit fünf Sternen werben wollen, werden auch Premiumhersteller kräftig nachbessern müssen. BMW X5 und die Mercedes M-Klasse zum Beispiel, erzielten zwar Bestwerte beim Insassenschutz, brachten aber spärliche Leistungen, wo es um die Sicherheit unmotorisierter Unfallopfer ging. Und wer in einer Kategorie patzt, vermasselt sich künftig nicht nur den Schnitt. Er fällt ganz durch, erklärt ADAC-Sprecher Maurer: "Ist der Erfüllungsgrad zum Beispiel beim Fußgängerschutz gleich Null, ist auch das Gesamtergebnis Null."

Am Testverfahren selbst wird sich zwar nichts Grundsätzliches ändern. Innerhalb der verschiedenen Testkategorien gibt es aber Neuerungen. So wird, wenn es um die Sicherheit erwachsener Passagiere geht, künftig auch ein Whiplash-Test durchgeführt, der das Schleuder-Trauma-Risiko beziffern soll.

Die Zahl der Sterne wird sich auch weiterhin nur unter "Klassenkameraden" vergleichen lassen. Denn der standarisierte NCAP-Crash simuliert den Zusammenprall zweier Fahrzeuge gleicher Größe. Alles andere mache auch keinen Sinn, meint man beim ADAC.

Dennoch ließ der Autoclub im vergangenen Sommer David gegen Goliath antreten und einen mit 5 NCAP-Sternen bewerteten Fiat 500 und einen Audi Q7 mit 4 NCAP-Sternen aufeinander prallen. Mit ebenso vorhersehbaren wie verheerenden Folgen für den kleinen Italiener. Berechtigt seien solche Kompatibilitätscrashs dennoch, so der ADAC – weil sie verdeutlichen, dass auch ein Fünf-Sterne-Gütesiegel nur relative Bedeutung hat.

Ein Manko des NCAP liegt nach Auffassung Autoclub-Experten darin, dass weiterhin nur Autos mit der schlichtesten Serienausstattung, die innerhalb der EU angeboten wird, in den Test geschickt werden. In einigen Ländern fehle der Einstiegsvariante das eine oder andere relevante Sicherheitsfeature, ohne das dasselbe Fahrzeug zum Beispiel auf dem deutschen Markt gar nicht zu haben ist. Die Wertung biete deshalb nicht immer die gewünschte Orientierungshilfe, kritisiert ADAC-Sprecher Maurer. "Hier und da wird der Kunde dadurch auch nur verwirrt."

Susanne Kilimann / pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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