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Honda 125 Innova: Billiger geht es nicht

Wenn im Autostaat Deutschland ein kleines 125 ccm Motorrad eingeführt wird, macht man darum normalerweise kein großes Gewese. Genauer hinschauen sollte man aber, wenn dieses "Mopped" schon über 50 Millionen Mal verkauft worden ist also mehr als doppelt soviel wie der VW Käfer.

Von Walter Hasselbring

Seit den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts wird die Honda 125 Innova, wie sie bei uns heißt, schon gebaut. Anfangs trug sie den Namen "cup", was für "cheap urban bike" stand und dann, jenachdem, wo sie verkauft wurde, hieß sie mal "Wave" oder "NF" oder "Supra".

Kosmopoliten, vor allem jene, die in Asien unterwegs gewesen sind, werden das Zweirad von dort kennen, denn in dieser Gegend ist es geradezu das Symbol für Freiheit und Mobilität. Wie viele Menschen fuhren schon damit zu ihren Arbeitsplätzen, was wurde darauf nicht alles transportiert: zwei bis drei Mitfahrer, Kisten , Tonnen, Gasflaschen, überlange Stangen und Bretter, Milchkannen, Hühner, Ziegen. Von den Milliarden Pizzen und ganz zu schweigen. Durch selbst gebaute Beiwagen lassen sich die Einsatzmöglichkeiten erheblich erweitern.

In Deutschland ist die Zuladung selbstverständlich begrenzt.: auf zwei Personen und maximal 170 Kilogramm. Ursprünglich war das Gefährt zwar unverwüstlich aber auch ein richtiger Stinker. Es fuhr nämlich bis vor ein paar Jahren noch mit einem Zweitaktmotor. Aus Umweltgründen hat Honda die Produktion dieser Aggregate eingestellt und die Innova jetzt mit einem modernen luftgekühlten Einzylinder-Viertaktmotor ausgerüstet. Der kleine Kolben ist sogar keramikbeschichtet. Die Kraftstoffeinspritzung sorgt für günstige Verbrauchswerte. Honda gibt den Normverbrauch mit 2,5 Litern an, ernstzunehmende Menschen schwören aber Stein und Bein, mit weniger als zwei Litern Benzin auszukommen. Billiger kann man wohl motorisiert nicht unterwegs sein, zumal Honda die kleine Maschine für preiswerte 1850 Euro anbietet. Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen in Asien haben wir allerdings erfahren, dass die Maschinen dort für umgerechnet 900 Euro verkauft werden.

Kleiner Flitzer

Die Innova leistet 6,8 kW (9,2 PS), was für eine kraftvolle Bescheunigung sorgt und sie auf knapp 100 km/h bringt. Der kleine Flitzer hat einen geregelten Kat, der die Abgaswerte unter die der Euro 3 - Norm bringt. Zwar hat die Innova keine Automatik wie die meisten Roller, dennoch ist sie kinderleicht zu bedienen. Die vier Gänge schaltet man mit dem linken Fuß mit der Hacke oder der Fußspitze jeweils rauf. Oder runter, gekuppelt wird aber automatisch. Lediglich das Gas sollte beim Gangwechsel zurückgenommen werden... Gegen Wind und Wetter hat die kleine Japanerin an den Seiten Beinschilder.

Der Motor ist so untergebracht, dasss sich ein günstiger Schwerpunkt ergibt, was für ordentliche Fahrstabilität sorgt. Dazu tragen auch die 17 Zoll Räder bei, die das Gefährt zu einer Mischung aus Roller und Motorrad machen. Wir fuhren das japanische Zweirad auf bergigen und kurvigen Strecken im Spessart und hatten dabei einen Heidenspaß. Auch die Bremsen sind leistungsfähig. Wie beim Motorrad aktiviert der rechte Handhebel eine Scheibenbremse am Vorderrad, ein Fußpedal auf der rechten Seite wirkt auf die Hinterradbremse, die man aber eigentlich nicht benötigt. Alle nötigen Informationen liefern die Anzeigen am Lenker: Tageskilometer, Tankuhr und eine LED-Ganganzeige. Da die Innova vollgetankt nur 105 Kilogramm wiegt, kann sie mühelos auf den Hauptständer aufgebockt werden.

Niedriger Verbrauch

Unter der Sitzbank ist ein praktisches Fach für Krimskrams untergebracht. Ansonsten beschränkt sich die Ausstattung auf einen Gepäck- und zwei Helmhaken. Kreative Transportmethoden kann man sich bei asiatischen Innova-Fahrern abgucken. Kurzum: Die Innova ist ein alltagstauglicher Stadtflitzer, der sich aber auch für längere Überlandausflüge eignet. Herausragend sind sein niedriger Verbrauch und das äußerst günstige Preisleistungsverhältnis.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.