HOME

Mazda 6 2.0 CD Kombi: Auf bayrischen Wegen

Müde Kombis waren gestern. In der Mittelklasse geht mittlerweile so richtig die Post ab. Überraschend dynamisch setzt sich dabei der neue Mazda6 Kombi in Szene - vor allem mit einem Diesel unter der Haube.

Kaum eine Marke hat sich in den vergangenen fünf Jahren derart positiv gewandelt wie Mazda. Bestes Beispiel ist der aktuelle Mazda6. Keine Spur mehr von dem wenig schmucken Lastesel in Form des ehemals trägen 626. Mandelaugen, hohe Seitenlinie und dynamische Formen sorgen dafür, dass sich völlig neue Kundengruppen nach einem Sechser Kombi umschauen.

Das 4,77 Meter lange Mittelklassemodell macht aber nicht nur optisch auf sportlich - er fährt sich auch so. Das Fahrwerk ist gerade mit den optisch stimmigen 18-Zoll-Felgen sportlich straff. Die prächtige Kurvenlage muss man sich im 1,5 Tonnen schweren Fünftürer jedoch durch spürbare Komforteinbußen erkaufen. Gerade auf der Rückbank schlagen Gullydeckel und Fahrbahnunebenheiten zumeist unangenehm durch. Die leichtgängige Lenkung ist präzise und gibt eine exzellente Rückmeldung von der Straße. Der kurze Schalthebel des Sechsgang-Getriebes liegt ebenfalls prächtig in der rechten Hand, ist jedoch nur hakelig zu bedienen.

Nicht nur Langstreckenpiloten würden sich gerade in Verbindung mit dem zwei Liter großen Diesel eine Automatikvariante wünschen. Doch hier verweigert sich Mazda seinen Kunden nach wie vor. Bei der Konkurrenz sind Automatik- und Doppelkupplungen längst auch mit Dieseltriebwerken zu kombinieren. "Wir haben hierzu aus Japan bisher keinen Liefertermin bekommen", bedauert Mazda-Vertriebsleiter Andreas Schmidt: "Dabei fordern wir diese Kombination für den deutschen Markt vehement."

Mittelprächtige Fahrleistungen

Nachgelegt wird jedoch beim Motor. Derzeit gibt es nur ein stimmiges Volumenmodell mit zwei Litern Hubraum und 103 kW/140 PS. Das maximale Drehmoment von 330 Nm bei 2.000 Touren sorgt dafür, dass man auch schaltfaul unterwegs sein kann. Ende des Jahres soll die zweite Version mit 2,2 Litern und 185 PS verfügbar sein. Schließlich bietet die Konkurrenz in der Dieselklasse mehr als nur einen Motor.

Der aktuelle Diesel mit 140 PS bietet mit einem Spurt-Wert von 0 auf 100 km/h in 10,9 Sekunden und einer Höchstgeschwindigkeit von gut 200 km/h nur mittelprächtige Werte. Da der Vierzylinder ohne eine Start-Stopp-Automatik oder eine regeneratives Bremssystem auskommen muss, könnte der Durchschnittsverbrauch geringer sein. Statt der in Aussicht gestellten 5,7 Liter Diesel pro 100 Kilometern verbrauchte der Commonrail-Diesel im Test durchschnittlich 7,4 Liter Diesel. Der Tank fasst 64 Liter.

Erfreulicher als der Verbrauch ist dabei das geringe Geräuschniveau. Selbst beim Kaltstart und bei höheren Autobahngeschwindigkeiten hält sich der Geräuschpegel angenehm niedrig.

Der Innenraum des Sechsers zeigt sich im bekannten Mazda-Styling. Hell erleuchtete Runduhren und klar gegliederte Bedienelemente erfreuen den Fahrer bei Tag- wie bei Nachtfahrten. Wenig überzeugend zeigen sich jedoch die Lichtbedienung am Lenkstockhebel, die allenfalls zaghaft illuminierten Schalter in der Tür und das zweite Informationsdisplay unter der Windschutzscheibe. Ein zentrales Display für Bordcomputer, Radiosender, Navigationsbildschirm und Klimaanlage sollte doch reichen.

Die Sitze sind bequem, bieten guten Seitenhalt und eine straffe Beinauflage. Nicht nachvollziehbar jedoch, wieso der Beifahrersitz über keine Höhenverstellung verfügt. Schließlich sollten auch die Mitreisenden angenehm sitzen. Mehr Beinauflage und Verstellmöglichkeiten könnte es auch im Fond geben. Das Platzangebot gibt dabei aber keinen Anlass zur Klage.

Viel Platz, großer Kofferraum

Doch eine verstell- und verschiebbare Rückbank sind mittlerweile ebenso wenig Hexenwerk mehr wie ordentliche Fond-Kopfstützen oder eine Sitzheizung hinten. Hier bietet der Mazda6 im Vergleich zur nationalen Konkurrenz nur Durchschnitt. Während sich andere Hersteller oft mit kleinem Kofferraum behelfen müssen, erlauben sich die Japaner hier keine Schwäche. Die sportiven Asiaten zeigen, dass sich ein großer Laderaum und sportliches Design durchaus unter einen Hut bringen. Wer die große Heckklappe öffnet, dem stehen für Transporte zwischen 519 und 1.751 Litern Stauraum zur Verfügung. Die Ladekante ist angenehm niedrig und das Gepäckabteil lässt sich problemlos beladen.

Die Rücksitze fallen mit einem Handgriff nach vorn und geben einen ebenen Laderaum von bis zu 1,92 Metern Länge frei. Unter dem Laderaum gibt es Platz für die zusammengefaltete Laderaumabdeckung. Wem das nicht reicht: Die maximale Dachlast liegt bei 100 Kilogramm und wer will, kann Anhänger bis 1,6 Tonnen an den Haken nehmen. Was fehlt, ist jedoch ein intelligentes Verzurrsystem und eine elektrische Hecklappe.

Das Basismodell des Mazda6 Kombi 2.0 CD kostet 25.200 Euro. Deutlich interessanter dürfte für die meisten Kunden die 27.900 Euro teure Ausstattungsvariante Mazda6 Kombi Exclusive sein, die unter anderem mit Tempomat, Nebellampen, CD-Radio und Klimaautomatik ausgestattet ist. Empfehlenswert: das DVD-Navigationssystem für teure 2.300 Euro. Die komplette Sicherheitsausstattung mit Airbags und ESP ist obligatorisch. Die Wartungsintervalle für den Mazda6 Diesel liegen bei 20.000 Kilometern oder einem Jahr.

Stefan Grundhoff / pressinform / PRESSINFORM
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.