Neuvorstellung: Smart Fortwo Smart in the city, 2. Staffel


Der Kleine holt zum großen Schlag aus: Mit dem neuen Fortwo will DaimlerChryslers gebeutelte Kleinwagensparte Smart endlich aus den tief roten Zahlen raus. Dafür will man sogar die Straßenkreuzer-Nation Amerika erobern.

Smart-Chef Ulrich Walker ist sich sicher, das die Trendwende geschafft ist: "Wir haben keine unprofitablen Produkte mehr im Portfolio." Die teuren Flops Forfour und Roadster/Coupé sind für ihn Geschichte. Und der Fortwo ist nach mittlerweile zumindest von den Verkaufszahlen her in Europa ein Erfolg: Rund eine Dreiviertelmillion Stück wurden verkauft, zumeist im Süden des Kontinents. Allein 50.000 Smart flitzen durch die Straßen Roms und sind optisch so präsent wie einst die Vespas.

Dass die vielen bunten Smarties dem Mutterkonzern DaimlerChrysler trotz dieser Verkaufszahlen Verluste in Milliardenhöhe eingefahren haben, liegt vor allem an den bislang wenig optimalen Produktionsbedingungen. Im Zeitalter der konzernweiten Plattform-Strategien und markenübergreifenden Lagerhaltung ist der Smart ein Einzelkämpfer. Für ihn muss DaimlerChrysler nahezu alle großen - und teuren - Baugruppen und Aggregate extra fertigen. Kein Regal, aus dem man sich einfach mal so bedienen könnte. Nirgendwo in den Hochregalen von Mercedes oder Chrysler findet sich etwa einen Motor fürs Heck.

Beim neuen Smart ist das grundsätzlich auch nicht anders. Immerhin: Der 3-Zylinder-Motor kommt von Mitsubishi. Aber, so verspricht Walker, auch so habe man die Produktionskosten geradezu revolutionär gedrückt: "Wir arbeiten mit einer Kostenbasis, die um annähernd 50 Prozent geringer ist als früher." Die Materialkosten etwa liegen nach seinen Worten um 12 Prozent niedriger als beim Vorgänger, die Investitionskosten um 15 Prozent niedriger als geplant und die Montagezeit im französischen Hambach sei um 20 Prozent kürzer als beim alten Smart: "Unsere Fertigung besteht im internationalen Wettbewerb - auch mit Standorten, die in Osteuropa liegen."

Mit dem Thema Modellvielfalt hat man bei Smart abgeschlossen: "Wir haben alles auf den Fortwo zugeschnitten und konzentrieren uns auf dieses Fahrzeug." Was also bleibt ist die Besinnung auf den Ursprung - der kultige kleine Flitzer, mit dem man in den überfüllten Innenstädten immer noch ein Eckchen zum Parken findet - zur Not halt quer. Das, verspricht Walker, kann der Fortwo immer noch - trotz 20 Zentimeter Zuwachs in der Länge.

Was ist neu an dem Ikönchen, das DaimlerChrysler-Boss Dieter Zetsche stilecht mit Feuerwerk, Sekt, Fassbier und Fingerfood auf dem Dach eines Kaufhaus-Parkhauses mitten in Stuttgart präsentierte? Da, wo Stuttgarts "Trendy People" sommers nach Feierabend in der "Sky Beach"-Bar abspannen. Und wo man so schön zeigen kann, dass immer noch zwei Smart in ein weiß umrandetes Parkquadrat passen.

Alt ist das zweifarbige One-Box-Design. Der Smart sieht - natürlich - immer noch aus wie ein Smart: rund, pfiffig, knubbelig, kompakt. Die 19,5 Zentimeter mehr, die man ihm verpasst hat, sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Ebenso wenig die 4,3 Zentimeter mehr in der Breite. Der Radstand wuchs um 5,5, die Spurweite um 1,1 Zentimeter. All das kommt vor allem dem Platz im Innenraum zugute. Und dem Kofferraum. Der fasst mit 220 Litern nun 70 Liter mehr als beim Vorgänger. Dachhoch beladen sind es gar 340 Liter.

Neues findet sich vor allem unter den Bodypanels aus Kunststoff. Zur Markteinführung im April 2007 geht der Fortwo mit neu entwickelten und stärkeren Benzinmotoren an den Start. Der Dreizylinder im Heck leistet künftig wahlweise 61, 71 oder 84 PS bei nun immer 999 cm³ Hubraum. Der Diesel im cdi liefert künftig 45 PS. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 145 km/h - 10 mehr als bislang.

Trotz der höheren Leistung verbrauchen die Benzinmotoren nach wie vor rund fünf Liter auf 100 Kilometer. Und der Euro-4 konforme cdi-Diesel mache ihn mit seinem Normverbrauch von weniger als 3,5 Liter zu einem der raren 3-Liter-Autos, die in Serie gefertigt werden. Was nicht so ganz ins ökologisch korrekte Bild passt: Der Diesel-Smart hat noch immer keinen wirklich wirksamen Partikelfilter. Das offene System auch des neuen hält nur 40 Prozent der Rußemisssionen zurück. Moderne Filtersysteme schaffen mehr als 99 Prozent. Immerhin hat Smart Besserung gelobt: Ab 2008 soll der cdi mit einem geschlossenen Filtersysteme erhältlich sein.

Aber auch wer außen genauer hin sieht, bemerkt Veränderungen. Die neuen Frontlichter zum Beispiel, die jetzt als Projektionsscheinwerfer funktionieren. Oder ihm fällt auf, dass am Heck vier statt sechs Rücklichter zu finden sind. Der Blick ins Innere zeigt, dass zwar die Luftdüsen und Rundinstrumente wie gehabt aufgesetzt sind, die großflächige Instrumententafel aber nicht mehr zur Beifahrerseite hin s-förmig geschwungen ist sondern gerade verläuft. Ein Tribut an die Crash-Richtlinien der USA - denn dort hat Smart einen neuen riesigen Markt ausgemacht. Roger Penskes UnitedAuto Group (UAG) wird den Smart ab 2008 in den USA vertreiben. Einen ersten Slogan gibt es auch schon: "It's not the money that makes you rich."

Am Sicherheitskonzept haben die Smart-Ingenieure auch wegen des US-Einstieges weiter gefeilt. Interne Crashtests hätten ergeben, dass der Fortwo bei einem EuroNCAP-Test auf vier Sterne kommen könnte, hieß es dazu. Und er erfülle jetzt auch die strengen amerikanischen Crash-Vorschriften. Ein Teil des Längenzuwachses ist zudem nicht dem Komfort zuzuschreiben, sondern den neuen Bestimmungen zum Fußgängerschutz.

Neu entwickelt worden ist das automatisierte Fünfganggetriebe von Getrag. Sein Vorgänger war - freundlich ausgedrückt - eine Zumutung. Beim neuen Smart, verspricht Smart, ist es vorbei mit der unfreiwilligen Nickerei bei jedem Gangwechsel. Die Schaltvorgänge seien um mehr als die Hälfte verkürzt, auch das Schalten über zwei Gänge hinweg sei nun möglich.

Auch den neuen Fortwo wird es wieder als Cabrio-Version geben - dann aber mit einem deutlich komfortableren elektrischen Verdeck. Das funktioniert nun vollautomatisch und bei jedem Tempo. Selbst das Einrasten und Lösen im Heck funktioniert nun auf Knopfdruck und während der Fahrt. Die seitlichen Dachholmen können wie beim Vorgänger mit einem Handgriff abgenommen und in einem speziellen Fach in der Heckklappe verstaut werden.

Der Basispreis soll auf dem Niveau des Vorgängers bleiben - das wären dann rund 9500 Euro für die 61-PS-Version.

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