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Nissan Murano: Wuchtiger Weichling

Der neue Geländewagen Nissan Murano ist groß und bequem. Doch für zügige Fahrt über Asphaltkurven ist die Federung zu schwammig geraten.

Kombi, Sportwagen und Geländeauto in einem einzigen Fahrzeug vereint - so sieht Markus Keussen, Marketingvorstand bei Nissan in Deutschland, den neuen Nissan Murano. Das eierlegende Wollmilchschwein, im Fachchinesisch Crossover genannt, hat seinen Namen von der berühmten Glasbläser-Insel in der Lagune von Venedig. "Murano-Glas", sagt Keussen, "ist ein weltweites Gütesiegel für Skulpturen, die mit höchster Präzision gefertigt wurden." Er meint, dass diese Attribute auch auf Nissans jüngstes Produkt zutreffen, das seit kurzem auf dem Markt ist. Bereits seit 2002 wird der Murano in den USA angeboten, dort brachte er es auf inzwischen mehr als 100 000 verkaufte Exemplare. In Deutschland sollen im ersten Jahr 2100 Stück absetzt werden. Keussen: "Wir sehen die Rolle des Murano als Imageträger, weniger als ein Modell, das große Stückzahlen bringen soll."

Um aus der US-Version ein Auto zu machen, das für Europa taugt, musste der Wagen an 300 Stellen geändert werden. So bekam zum Beispiel das Getriebe einen zusätzlichen Ölkühler, damit es auch bei hohem Autobahntempo cool bleibt. Schalter und Knöpfe wurden den hiesigen Bestimmungen angepasst, und eine geänderte Lenksäule sowie verstärkte Motoraufhängungen sollen für mehr Sicherheit im Falle eines Unfalls sorgen. Was das Auto taugt, klärt der stern-Fahrbericht.

Glanz & Gloria: protzig. Das Dickschiff ist etwas für Freunde amerikanischen Design-Zuschnitts. Die Amis lieben die Show. Wer die mag, ist mit dem Wagen gut bedient.

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Gleiten und Geniessen:

geht so. Der Murano bietet jede Menge Platz für Passagiere und Krimskrams. Das Geräuschniveau bleibt auch bei höherem Tempo niedrig. Eine Armada kleiner Helfer erleichtert dem Fahrer die Arbeit. Die Lenkung jedoch ist zu leichtgängig, fühlt sich teigig an. Ähnliches gilt für die Federung. Das Fahrwerk ist zwar straffer als bei der US-Version, was die Passagiere bei groben Straßenschäden zu spüren bekommen. Andererseits stellt sich bei empfindlichen Leuten in engen Kurven schnell ein mulmiges Gefühl im Bauch ein.

Gas & Spaß:

okay. Der Motor des Murano - einen Diesel gibt es nicht - stammt aus dem Sportwagen 350 Z. Der 234PS-Sechszylinder hat mit dem Zweitonner Mühe und braucht Zeit, um auf normalen Straßen in Schwung zu kommen. Andererseits ist er auch kein kerniger Bursche, der abseits asphaltierter Pisten zügig über Stock und Stein klettert. Da hilft auch der serienmäßige Allradantrieb nicht. Der Murano ist eher ein Softie, der ohne die im Gelände nützlichen Fahrhilfen (Differenzialsperren, Untersetzungsgetriebe) auskommen muss.

Geld & Wert:

gut. Nissan hat in den Wagen serienmäßig alles hineingepackt, was ein Auto der Oberklasse auszeichnet - von Bi-Xenon-Scheinwerfern, elektrisch verstellbaren Ledersitzen über eine ebenfalls elektrisch einstellbare Pedalerie, ein Navigationssystem bis hin zur Rundum-Airbag-Ausstattung. Sogar ein 225-Watt-Audiosystem (Bose) und eine Farbfernsehkamera gehören dazu, die bei eingelegtem Rückwärtsgang nach hinten blickt und das Bild auf den Multifunktionsbildschirm in der Mitte des Armaturenbretts überträgt. Grundpreis: 42500 Euro. Extra kostet lediglich die Metallic-Lackierung (790 Euro).

Fazit:

Mit seiner Vollausstattung und seinem Preis kann der Nissan Murano gegen die Konkurrenten BMW X5, Volvo XC90 oder Mercedes M-Klasse punkten. Fahrerisch jedoch nicht.

Hans-Robert Richarz / print

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