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Nissan Murano 2.5 dCi: Nachgereicht

Mit seinem Premium-Crossover Murano konnte Nissan seit der Markteinführung 2008 in Europa nicht so richtig punkten - ein Diesel fehlte im Programm. Den liefern die Japaner jetzt hoffnungsvoll nach.

Man hörte die Felslawine förmlich poltern, die ihm bei der Präsentation des Diesel-Murano von der Seele fiel: Simon Thomas, bei dem japanischen Autobauer für das Marketing in Europa zuständig, fühlt sich mit der neuen Motorisierung nun endlich "auf Augenhöhe mit den Mitbewerbern im boomenden Markt für Premium-Crossover". Kein Wunder: Der Murano muss sich auf einem Markt schlagen, auf dem in Europa dieses Jahr zwar über 210.000 Fahrzeuge losgeschlagen werden dürften - davon aber 90 Prozent mit einem Diesel unter der Haube. Und genau den konnte Nissan für seinen 2008 in der alten Welt eingeführten Murano bislang nicht liefern - vergangenes Jahr wurden denn auch gerade mal 473 Murano in Deutschland neu zugelassen. Jetzt ist der Selbstzünder endlich da.

Angetrieben wird der Nissan Murano 2.5 dCi von einer gründlich überarbeiteten Version des 2,5-Liter Vierzylinders, der zum Beispiel im Pathfinder und Navara seinen Dienst tut. Das Aggregat wurde in Nissans hauseigenem "Technical Centre Europe" auf die europäischen Vorlieben abgestimmt. Es leistet nun 140 kW/190 PS und liefert ein maximales Drehmoment von 450 Nm. Partikelfilter und Euro-5 sind inbegriffen. Der upgedatete Common-Rail-Diesel arbeitet jetzt mit einem 10% höheren Einspritzdruck und einem auf 15:1 gesenkten Verdichtungsverhältnis. Die Laufkultur wurde unter anderem dadurch verbessert, dass der Ketten- durch einen Zahnriemen-Antrieb ersetzt wurde.

Intelligentes Allradsystem

Der Verbrauch des 4,9 Meter langen und mit 2,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht nicht gerade bulimischen Diesel-Murano liegt laut Nissan bei 8,0 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Ein Wert, den man zumindest im Stadtverbrauch (10,1 Liter) mit einer Start-Stopp-Automatik noch etwas hätte drücken können. Aber zumindest bis auf weiteres Muss der Murano ohne Standabschaltung auskommen. Immerhin sorgt eine Bremsenergierückgewinnung (Rekuperation) dafür, dass Lichtmaschine und Motor immer wieder mal entlastet und so leicht im Verbrauch gedrosselt werden. Ein durch diverse Verbesserungen der Aerodynamik von 0,37 auf 0,34 Cw-Wert hilft auch noch mal etwas beim Spritsparen.

Damit liegt der Murano nun ganz ordentlich im Konkurrenzumfeld. Der Volvo XC90 mit 185-PS-Diesel etwa schluckt 8,3 Liter, Hyundais ix55 gar 9,4 Liter. Der 6-Zylinder-Diesel im neuen VW Touareg dagegen ist trotz 240 PS ebenso wie der 245 PS starke BMW X5 bereits mit 7,4 Litern zufrieden - offiziell zumindest. Auf die Straße bringt der Murano seine 190 PS über ein intelligentes Allradsystem. Im Normalfall sind nur die vorderen Räder angetrieben. Erst wenn die Sensoren einen Verlust an Traktion registrieren, werden über eine Lamellenkupplung die Hinterräder dazu geschaltet. So kommen dann variabel bis zu 50 Prozent der Antriebskräfte an die Heckräder.

Üppige Serienausstattung

Nissans Flaggschiff fährt sich mit dem Diesel und in Verbindung mit der serienmäßigen stufenlosen Automatik so angenehm, wie man es für einen Einstandspreis von 45.590 Euro erwarten kann. Von dem Flüster-Diesel selbst hört man schon ein paar Minuten nach dem Kaltstart kaum mehr etwas. Er läuft rund und vibrationsarm und wird selbst beim Ampelstart nicht krawallig. Viel investiert haben die Nissan-Techniker denn auch in die Geräuschdämmung. So finden sich etwa im Motorraum ein fünftes Motorlager und jede Menge Dämmmaterial. Die Schaltung geht weich durch die Gänge und ist gut auf den Motor abgestimmt. Bereits ab 1500 U/min. steht ein Drehmoment von 400 Nm zur Verfügung - das sorgt mit für entspanntes Fahren. Denn ein Renner ist der Murano nicht - muss er auch nicht sein: Er ist eher als komfortabler Gleiter und Reisewagen gefragt. Diese Rolle allerdings spielt er perfekt.

Genutzt hat Nissan die Einführung der Diesel-Version auch für ein paar leichte optische Retuschen. So bekam er eine modifizierte Frontpartie mit einem etwas größeren Grill in Waben-Optik und abgeänderten Stoßfängern. Die Heckleuchten sind nun wie beim Qashqai zweigeteilt und ziehen sich weit in die seitlichen Kotflügel hinein. Brems- und Rücklichter haben jetzt LED-Einsätze. Zum Preis-Vergleich: Der Volvo XC90 mit 185 PS beginnt in der Basisausstattung bei 43.990 Euro, den VW Touareg bekommt man als Diesel nicht unter 50.700 Euro und Hyundai will für den ix55 mindestens 42.290 Euro. Mit 45.590 Euro ist der Nissan Murano Diesel also sicher kein Schnäppchen mehr. Aber erstens will er das auch gar nicht sein und zweitens relativiert sich der Preis angesichts der üppigen Serienausstattung, für die man anderswo noch einmal problemlos den Wert eines Kleinwagens aufschlagen müsste.

Denn um die Aufpreisliste muss sich der Murano-Käufer kaum kümmern - nahezu alles ist schon serienmäßig eingebaut. Einen Festplatten-Navigation gehört als Teil des Multimedia-Systems ebenso dazu wie getönte Scheiben ab der B-Säule, Bi-Xenon-Scheinwerfer, Tempomat, elektrisch umklappbare Rücksitze, elektrisch zu betätigende Heckklappe oder eine zweite Einparkkamera am rechten Rückspiegel - die zeigt dann, wie nahe das Vorderrad am Randstein steht.

Jürgen Wolff, press-inform / press-inform

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