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Peugeot iOn: Viel Geld, viel Geduld fürs grüne Gewissen

Nicht reden, machen. Als erster europäischer Autohersteller schickt Peugeot ab Dezember das Elektrofahrzeug iOn an den Start. Kaufen kann man den City-Stromer jedoch nicht, sondern muss ihn für fünf Jahre leasen - wenn man denn überhaupt einen kriegt.

Von Michael Specht

Der Eintritt in die emissionsfreie Mobilität erfordert zunächst einmal viel Geduld. Wer Morgen zum Peugeot-Händler fährt und den iOn bestellen möchte - die ersten Exemplare werden ab Dezember ausgeliefert - wird vermutlich enttäuscht wieder aus dem Laden gehen. Der knuffige Elektro-Kleinwagen ist ausverkauft. Für wie lange, darauf will man sich bei Peugeot nicht so genau festlegen. Als ziemlich sicher gilt: bis Ende nächsten Jahres. Dahinter steckt kein böser Wille der französischen Automarke. Im Gegenteil, man möchte seinen Ruf als Hersteller sparsamer und umweltfreundlicher Autos weiter festigen. Doch der Peugeot iOn ist keine Eigenentwicklung, sondern basiert auf dem Mitsubishi i-MiEV - und die Japaner bestimmen die Lieferkontingente. "Für ganz Europa bekommen wir nächstes Jahr nur 3500 Fahrzeuge", sagt Christoph Ritter, der Projektleiter des iOn. Die Lage entspannt sich erst 2012, wenn 9000 iOn nach Europa verschifft werden. In den Folgejahren sollen es jeweils 12.000 Stück sein. Peugeots Ziel bis 2015 liegt bei insgesamt 50.000 verkauften Elektroautos. 30 000 Euro für fünf Jahre

Zu den ersten iOn-Kunden gehören hauptsächlich Behörden, Flottenbetreiber, Fuhrparks und Firmen, die mit einem Elektroauto ihr Öko-Image fördern wollen. Vermutlich werden auch einige Privatkunden darunter sein, die mit dem iOn ein soziales Statement setzen wollen, nach dem Motto: Seht her, ich will etwas für die Umwelt tun und lasse mir das auch was kosten. Und dies ist nicht wenig. Der Leasingvertrag läuft über den ungewöhnlich langen Zeitraum von fünf Jahren, in denen eine Nutzung von 50.000 Kilometer vereinbart ist. Monatlich verlangt Peugeot dafür eine Rate von 499 Euro. Darin enthalten ist eine fünfjährige Garantie auf den Lithium-Ionen-Akku. Wer rechnet, kommt auf gut 30.000 Euro, die man am Ende der Laufzeit für die Benutzung des kleinen Fünftürers bezahlt hat. Für das gleiche Geld gibt es eine Limousine der gehobenen Mittelklasse. Ein konventioneller Kleinwagen kostet weniger als die Hälfte.

100 Kilometer kosten nur 1,50 Euro für Strom

Als Gegenwert gibt es eine neue Art von Fahrspaß hinter dem Lenkrad, ein positives Umweltgewissen und fast schon lächerlich geringe Fahrkosten. Peugeot gibt 1,50 Euro für 100 Kilometer an. Mehr kostet der Ladevorgang an der heimischen Steckdose für diese Distanz nicht. Das ist weniger als ein Viertel, was ein Kleinwagen mit Benzinmotor benötigt. Zudem braucht ein Elektroauto kein Öl und weniger Wartung. Höchstens mehr Voraussicht bei der Routenplanung. Denn die Batterien sind im Idealfall gut für 150 Kilometer Reichweite. Ideal heißt EU-Normzyklus. Da auch konventionelle Autos im Alltagsbetrieb meist rund 20 Prozent über diesem auf dem Rollenprüfstand gemessenen Verbrauchswert liegen, darf man getrost auch beim E-Auto ein Fünftel der Reichweite abziehen. Macht also 120 Kilometer. Reichweite kann um 50 Prozent einbrechen Peugeot ist sogar so ehrlich und gibt Werte an, die man mit eingeschalteter Heizung bzw. Klimaanlage gefahren hat. Wer beispielsweise mit dem iOn im dichten Stadtverkehr mit Durchschnittstempo 15 km/h und eingeschalteter Klimaanlage fährt, schafft nur noch 75 Kilometer. Auf die gleiche Distanz reduziert sich Kraft der Batterie, wer auf der Autobahn mit 115 km/h und Heizung auf "warm" unterwegs ist. Nach unserer ersten Testfahrt (50 Kilometer) über Landstraßen und durch Dörfer nördlich von Paris zeigte das Instrument im Cockpit noch 60 Prozent der ursprünglichen Akku-Kapazität an. Also auch in diesem Fall wäre nach 100 bis 120 Kilometern Schluss gewesen.

Beschleunigung wie am Gummiband

Der Umgang mit dem iOn läuft absolut problemlos. Schlüssel drehen und so lange halten, bis im Cockpit das grüne "Ready" leuchtet und ein Signal ertönt, Wählhebel auf "D" stellen und leise surrt der Wagen davon. Spaß bereiten immer wieder die kleinen Zwischensprints, weil Elektromotoren prinzipbedingt ihre höchste Kraft (hier sind es 180 Newtonmeter) schon ab der Drehzahl Null liefern. Autos mit Verbrennungsmotor und vergleichbarer Leistung können da nicht mithalten. Wer bei 30 km/h ins Pedal tritt, ist nur 3,5 Sekunden später auf 60 km/h. Kein Schaltvorgang stört die Beschleunigung, wie am Gummiband gezogen schnellt das Auto los.

Zum Kennenlernen: Leihen statt leasen

Trotz aller Engpässe und Lieferschwierigkeiten will Peugeot dennoch dem Kunden die Möglichkeit bieten, den iOn zu fahren und dadurch mit einer neuen Art der Mobilität in Kontakt zu kommen. Das Zauberwort heißt "Mu by Peugeot". Hiermit können Peugeot-Modelle über eine spezielle Prepaid-Karte gemietet werden. Das Angebot gilt für alle Autofahrer - man muss also kein Peugeot-Kunde sein - und umfasst nicht nur Pkws, sondern auch Fahrräder, Scooter und Transporter, darüber hinaus Navigationsgeräte, Dachboxen und anderes Zubehör. Mit "Mu by Peugeot" will die 200 Jahre alte Marke zeigen, dass man nicht nur Fahrzeughersteller sein will, sondern auch Mobilitätsanbieter. Ein Geschäftsfeld, das Zukunft haben könnte. Denn neueste Untersuchungen haben ergeben, dass das Auto sein Image als Statussymbol mehr und mehr verliert, vor allem bei jungen Leuten. Dafür wachsen die Ansprüche an die Flexibilität bei der Fortbewegung, die zudem kostengünstig und umweltfreundlich sein soll. Der iOn könnte hier schnell zu den begehrten Objekten gehören.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.