Polo 1,2 L Highline Kleiner ist besser


Der Polo ist einfach toll. Punktum. Wer weder Kinder, noch Rennräder oder einem Wohnwagen befördern muss, für den gibt es nur eine Option: Kaufen! Eingefleischte Volkswagen-Hasser sollten also besser nicht weiterlesen.

Kleiner Trost für die Konkurrenz: Selbst bei Volkswagen sticht der Polo hervor. Neben ihm wirkt der Golf fett und bräsig. Für zwei Personen muss ein Golf nicht sein, für vier ist er auch immer noch klein. Besonders im direkten Vergleich sieht der Polo einfach knackiger aus, ist schärfer gezeichnet, setzt auch mal ein paar mutige Linien im Blechkleid. Innen hält er ohnehin den Golfstandard ein. Kunststück: viele Dinge ähneln sich nicht nur, sie sind baugleich. Was die Materialien angeht, handelt es sich beim Polo nicht um die Sparversion des Klassenprimus. Eklatant fällt der Unterschied zum Vorgänger ins Auge. Der alte Polo war gewiss nicht schlecht und konnte sich durchaus positiv von Konkurrenten wie dem Corsa oder den Peugeot 207 absetzen. Aber der Nachfolger steckt den Vorfahren einfach die Tasche.

Der 1,2 L TSI-Motor liefert überschaubare 105 PS ab. Das reicht nicht, um im Kleinwagen den lauernden Porschekiller zu wecken. Doch die 105 PS-chen genügen beim Polo für ein gefühltes, sportliches Fahrerlebnis. Wer nicht die Schlacht auf der linken Spur sucht, wird sehr gut bedient. Der Einstiegsmotor ist dagegen eher nicht zu empfehlen, diese Mehrausgabe sollte man also einplanen. Wer auf die Schaltempfehlung im Anzeigendisplay achtet, kann tatsächlich in die Nähe des Normverbrauchs von 5,5 Litern kommen. Wer dem aufgeladenen Minimotor allerdings auch mal die Sporen gibt, muss eher mit 6.5 Litern kalkulieren. Sicher macht ein DSG-Getriebe immer Spaß, doch wer noch mit dem Tausender rechnen muss kommt auch mit dem Sechs-Gang-Getriebe gut zurecht. Der Testwagen war ein Dreitürer. Für Mütter und Väter eine Katastrophe, aber zu zweit sehr schick. Für den gelegentlichen Transport von Passagieren reicht der Platz hinten gut aus, der Einstieg durch die Vordertüren bleibt aber beschwerlich – so wie bei allen kleinen Dreitürern.

Der Polo besitzt im Kofferraum eine Ladekante. Manche halten das für einen Nachteil, doch es stellt sich die Frage, ob es wirklich Sinn macht, immer einen riesigen zweiten Stauraum unter dem Kofferraum anzulegen, nur damit ein vollkommen ebener Ladeboden attestiert werden kann. Der reguläre Kofferraum umfasst 280 Liter. Für alltägliche Besorgungen reicht das. Unter dem Ladeboden gibt es weitere Staufächer, und durch Umklappen der Rückbank wächst das Kofferraumvolumen auf immerhin bis zu 952 Liter. Preislich startet der Dreitürer bei 16.600 Euro – rechnet man noch etwas an Ausstattung hinzu und streicht etwas Rabatt wieder weg, bleiben doch etwa 17.000 Euro für ein Neufahrzeug. Im Preisgefüge spiegelt sich damit der Qualitätssprung zu den Mitbewerbern, auch Volkswagen möchte nichts verschenken. Weniger glückliche Fahrzeuge aus der gleichen Klasse kann man in halbwegs brauchbarer Ausstattung als Kurzzulassung schon für etwas über 12.000 Euro bekommen.

Der Polofahrer kann sich mit einem sehr guten Werterhalt trösten, aber auch bei solchen Gegenrechnungen ist der Polo ein sehr gutes, aber nicht das billigste Angebot.

Korrektur: Natürlich handelt es sich bei dem Polo-Modell um einen Dreitürer und nicht um einen Dreisitzer.


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