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Renault 16 Raumschiff

Der Innenraum verströmte Pariser Chic
Der Innenraum verströmte Pariser Chic
© press-inform - das Pressebuero
Der Renault 16 brachte französischen Chic auf Deutschlands Straßen. Die Limousine mit den charakteristischen Formen war ein echter Dauerläufer und wurde zwischen 1965 und 1980 gebaut.

Wenn man an Frankreich und Autos denkt, fallen einem schnell ein paar markante Modelle ein. Natürlich der Citroën 2CV, die Ente, mit der die Euro-Hippies gegen das Establishment fuhren. Dann ist da noch die Göttin, der Citroën DS, das Auto, das ein Meilenstein in der Entwicklung des Pkws war und die beiden Renaults R4 und R5. Tres bien. Aber diese Aufzählung wäre ohne den Renault R 16 nicht komplett.

Die französische Limousine setzte im Jahr 1965 Maßstäbe. Die Fachzeitschrift "auto motor sport" war voll des Lobes und erkor sie sogar zum Vorbild für deutsche Autos. Zurecht. Der "Espace de vie", also der großzügige Lebensraum des R16 vermittelte einen Hauch von Pariser Chic, von dem Ambiente der französischen Metropole, einem Kontrapunkt zum mobilen Gelsenkirchener Barock -den klassischen Stufenheck-Limousinen.

Anfang der 1960er Jahre gab der damalige Renault-Chef Pierre Dreyfus ein neues Mittelklasse-Modell in Auftrag, das dem ewigen Konkurrenten Peugeot endlich in die Schranken weisen sollte. Mit dieser Vorgabe machten sich die französischen Ingenieure an die Arbeit, doch der Weg hin zum automobilen Volltreffer war steinig. Das erste Ergebnis, das "Projekt 114", eine klassische Stufenhecklimousine wurde im Sommer 1961 präsentiert und Dreyfus senkte sofort den Daumen - zu gewöhnlich! Der Konzernlenker nahm die Sache selbst in die Hand, trommelte die Verantwortlichen zusammen und schrieb ihnen Folgendes auf die erste Seite des Lastenhefts: "Ein Familienauto elegant wie eine Limousine und dabei geräumig und wandlungsfähig wie ein Kombi."

Also begann man beim "Projekt 115" wieder bei null. Ein junger Designer namens Gaston Juchet verwandelte die Direktive des Chefs in Formen und ersann eine Limousine mit schrägem Heck. Der erste Schritt war getan, Dreyfus gab sein Placet und der Prototyp des Renault 16 ähnelte bereits dem Auto, das 1965 auf dem Genfer Auto Salon für Furore sorgen sollte.

Der Renault 16 läutete eine neue Ära der Automobile ein und ließ so manchen Konkurrenten wie Alteisen aussehen. Der variable Innenraum mit der weit aufschwingenden Heckklappe, der umlegbaren Rückenlehne der hinteren Sitzbank und den großen Fensterflächen vermittelte ein bislang ungekanntes Raumgefühl. "Innen größer als außen", frohlockte ein Tester. Die Passagiere nahmen auf bequemen Polstern Platz und glitten wie Gott in Frankreich über den Asphaltteppich. Liegesitze sorgten nicht nur in Paris für Vergnügen. Die selbsttragende steife Karosserie mit der verschweißten Bodengruppe und das ausgewogene Fahrwerk trugen zu diesem außergewöhnlichen Fahrkomfort bei.

Als Antriebsquelle diente ein Vierzylinder-Aluminiummotor mit 1.470 Kubikzentimeter Hubraum und 40kW / 55PS, einer fünffach gelagerten Nockenwelle und auswechselbaren Zylinderlaufbuchsen. Dank des niedrigen Gewichts von weniger als einer Tonne, war man mit dem Renault 16 und einer Höchstgeschwindigkeit von rund 150 km/h flott unterwegs. Kleine Details hatten eine große Wirkung, wie zum Beispiel die Entlüftungsschlitze am Wagenheck. Die sorgten nämlich für eine gute Durchlüftung des Innenraums und damit dafür, dass man nicht ständig die Fenster aufreißen musste und deshalb das Geräuschniveau im Innenraum im Vergleich zur Konkurrenz nach unten drückten. Die Fachpresse war begeistert und verliehen dem variablen Franzosen im Jahr 1966 die begehrte Auszeichnung "Auto des Jahres".

Nicht nur in Frankreich fand der Renault 16 Freunde, sondern auch in Deutschland, Spanien, Großbritannien und den USA. Im Laufe der Jahre wurde der französische Familienfreund immer weiter verbessert und aufgewertet: 1967 ein neues Armaturenbrett und zwei Jahre später eine Automatik, die ebenfalls großen Anklang fand, ehe 1971 eine große Überarbeitung folgte. Neben optischen Verbesserungen - unter anderem mit eckigen statt mandelförmigen Rückleuchten, gab es auch einen 1.6 Liter Motor mit 49 kW / 67 PS.

Dem Erfolg des Renault 16 tat das keinen Abbruch: Im Januar knackte der flotte Gallier bereits die eine Million-Grenze. In den Folgejahren ruhten sich die Franzosen nicht auf diesen Lorbeeren aus, sondern verbesserten den R 16 kontinuierlich weiter, sei es mit stärkeren Aggregaten (68 KW / 93 PS) und den markanteren Vier-Augen-Gesicht (ab 1974). Der Renault 16 alterte in Würde. Als Ende Dezember ein erfolgreiches Autoleben zu Ende ging, zeigte der Zähler 1.845.959 Exemplare an. Heute hat der schmucke Monsieur noch viele Fans.

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