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Reportage: Pariser Salon 2008: Aufbruchstimmung

Es gibt Städte, die Autos mehr lieben als Paris. Doch der Mondial de l’Automobile gilt als größte Automesse der Welt. Neben den bekannten Design-Kapriolen stehen an der Seine neue Antriebskonzepte im Mittelpunkt.

Mehr als zwei Wochen blickt die automobile Welt ab heute auf das Messegelände an der "Porte de Versailles" im Südwesten von Paris. Von der blinden Angst, die noch vor einem Jahr auf dem Frankfurter IAA herrschte, ist in der französischen Metropole nichts mehr zu sehen. Die meisten Hersteller haben ihre Hausaufgaben gemacht und haben gleichermaßen effiziente wie emotionale Fahrzeuge im Gepäck.

Schließlich dürfte mittlerweile auch der letzte Hersteller begriffen haben, dass sparsame Autos nicht so dröge aussehen müssen wie ein Toyota Prius oder ein Honda Accord Hybrid und sportliche Fahrleistungen keineswegs in Kontrast zu einem sparsamen Verbrauch stehten.

So bezaubernd sich Studien wie der innovative Nissan Nuvu, der Audi A1 Sportback Concept oder der neue Volkshybrid Honda Insight auch präsentieren: Ohne die richtige Technik geht in Paris rein gar nichts. Die Quadratur des Kreises von Dynamik, Motorleistung und Verbrauch ermöglichen dabei vor allem kleinvolumige Triebwerke, bevorzugt mit Turboaufladung und Direkteinspritzung.

Das große Thema auf dem Pariser Salon ist nicht der plakative und immer schwammiger werdende Begriff "Hybrid". Es ist in zunehmendem Maße das Thema Teilelektrifizierung. Kaum eine Studie und kaum ein neues Serienfahrzeug ohne Alternativantrieb. Mercedes S-Klasse, Toyota Avensis, Audi A4 2.0 TDIe, Mini Crossover Concept, Peugeot RC HYMotion4, Honda Insight oder BMW X1 Concept – alle setzen auf Elektromodule, die den Verbrauch im Stop-and-Go-Verkehr ebenso senken sollen wie auf Landstraßen und Autobahnen.

Heimspiel

Selbst die grandios gezeichnete Studie des viertürigen Lamborghini Estoque mit ihrer Gesamtlänge von 5,15 Metern und einer Leistung von mindestens 560 PS dürfte wohl nur dann Realität werden, wenn aus dem VW-Konzernregal ein Hybridmodul den sonst zügellosen Benzindurst eines implementierten Zehnzylinders einbremst.

Mit einer erwarteten Besucherzahl von knapp 1,4 Millionen wird der Pariser Salon wohl ein weiteres Mal die größte Automesse des Jahres 2008 sein. Die meisten Autofans kommen verständlicherweise aus Frankreich. Und die bekannt patriotischen Franzosen können sich bei ihrem automobilen Heimspiel auf mehr als 180.000 Quadratmetern über sehenswerte Serienfahrzeuge, coole Studien und innovative Techniken aus dem eigenen Land freuen.

Beeindruckend schön präsentiert sich der Peugeot RC HYMotion4, der getrost auch eine der Hauptrollen im neuesten Bat-Man-Streifen hätte übernehmen können. Nicht weniger realitätsfern ziehen Renault Ondelios und Citroen mit der Studie Hypnos viel Aufmerksamkeit auf sich. Wer Citroen kennt, dürfte keinen Zweifel daran haben, dass die extravaganten Franzosen zahlreiche Stilelemente in zukünftige Fahrzeugmodelle integrieren werden. Deutlich realitätsnäher zeigt sich Renault mit seinen Eco2-Modellen, dem pfiffigen Kangoo BeBop und Peugeot mit seinem längst überfälligen Prologue HYMotion4.

SUV-Klasse pulsiert

Wer statt französischer Lebensart auf der Mondial lieber die nüchterne Hausmannskost genießen möchte, ist in der Mittelklasse genau richtig. Lässig aufgepeppt feiert in Paris der überarbeitete Skoda Octavia ebenso seine Weltpremiere wie der neue Toyota Avensis oder der überraschend sehenswert gezeichnete Seat Exeo aus Basis des alten Audi A4. Dazu kommt die Kombiversion des Opel Insignia - ebenfalls alles andere als unsehnlich. Alle vier Modelle kommen deutlich besser rüber als ihre etablierten Vorgänger und könnten der Mittelklasse abseits aller Premiumansprüche neues Leben einhauchen.

Noch größer ist die Aufmerksamkeit jedoch in der SUV-Liga, in der von einem Abschwung keine Rede sein kann. In Paris gibt es mit dem schmucken Mini Crossover Concept, dem wenig emotionalen BMW X1 Concept, dem lang erwarteten Hyundai ix55 und dem Toyota Urban Cruiser drei Fahrzeuge zu sehen, die so oder ähnlich in den nächsten zwei Jahren die Geländewagenansprüche der Kunden in kleinere Klassen herunter schrauben werden.

Ähnlich im Trend liegen allein Kleinwagen und Microcars, die mit Nissan Pixo, Suzuki Alto, Mazda Kiyora oder Toyota iQ neue Stars auf die Straßen dieser Welt bringen werden. Ebenfalls sehenswert der neue Ford Ka oder der ebenfalls schmucke Hyundai i20 als Nachfolger des Getz.

Es tut sich einiges in der Autobranche – und zwar in fast allen Klassen. Das kann den Kunden von morgen nur freuen.

Stefan Grundhoff / pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.