HOME

Nissan setzt auf Elektroantrieb: Stromstöße

Hybridmodelle wird man von Nissan zumindest in Europa in den nächsten Jahren nicht sehen. Der japanisch-französische Konzern setzt bis zum Jahre 2025 bevorzugt auf Elektromodelle.

Nissan Leaf Jahrgang 2016 mit 250 km Reichweite

Nissan Leaf Jahrgang 2016 mit 250 km Reichweite

Der Nissan Leaf ist mit aktuell knapp 250.000 verkauften Modellen das meistverkaufte Elektroauto auf der Welt. Jüngst wurde die Reichweite durch einen vergrößerten 30-kWh-Akku auf bis zu 250 Kilometer vergrößert. Doch damit soll lange noch nicht Ende sein. Schon Ende 2017 / Anfang 2018 soll die nächste Leaf-Generation folgen, die dann mit einem 40 kWh-Paket rein elektrisch mindestens 350 Kilometer weit fahren kann. Der übernächste Schritt ist dann ein Akkupaket mit 60 kWh, der den kommenden Leaf und seine Elektrobrüder von Renault und Nissan bis zu 550 Kilometer weit fahren lassen soll. Das sind Reichweiten, mit denen aktuell die Volumenmodelle mit Verbrennermotoren unterwegs sind. Einzig die in Europa beliebten Dieselmodelle von Qashqai, X-Trail und Co bieten noch größere Reichweiten.

Stromstöße
Nissan Leaf Jahrgang 2016 mit 250 km Reichweite

Nissan Leaf Jahrgang 2016 mit 250 km Reichweite

Rund um das Advanced Technology Center von Nissan rund eine Stunde außerhalb von Yokohama ist es hügelig, schwül und betont beschaulich. Die japanischen Autoentwickler leben hier seit langem Hand in Hand mit der Natur. Im Foyer des Entwicklungszentrums steht eine der beiden großen Hoffnungen des Konzerns. Das neue Akkupaket, mit dem der kommenden Leaf-Generation rein elektrisch Flügel verliehen werden soll, sieht auf den ersten Blick nicht viel anders aus, als die aktuell verbaute Batterie nur ein paar Meter entfernt. Die hat jedoch nur eine Leistung von 30 kWh und zwingt den Leaf-Fahrer spätestens nach 250 Kilometern wieder an die Steckdose. Die zweite Leaf-Generation wird mehr als doppelt so weit fahren können. "Unseren Untersuchungen nach ist die 300-Kilometer-Marke eine wichtige Größe", erklärt Daniele Schillaci, als Executive Vice President verantwortlich für Global Sales & Marketing bei der Nissan Motor Corporation, "dann verliert der potenzielle Kunde seine Reichweitenangst. Unsere Kunden sind mit dem Leaf bisher insgesamt über 4,7 Milliarden Kilometer gefahren - ohne jegliche Probleme."

Hier im Entwicklungszentrum laufen die Erfahrungen der weltweit fahrenden Leaf-Modelle zusammen. Alle Fahrzeuge werden ständig in einem Rechenzentrum überwacht und die Informationen dann in der Firmenzentrale in Yokohama und dem Entwicklungszentrum verarbeitet. Über 4G-Datenleitungen werden in 20-Minuten-Zyklen nahezu in Echtzeit alle Informationen über die verfügbaren Ladestationen an die Elektroautos weitergegeben. Reichweite, Ladezyklen oder Stromstärken - alles ist für die Entwicklung der kommenden Leaf-Generation und der Schwestermodelle von Renault von Bedeutung. Doch beim kommenden Leaf wird sich nicht nur technisch etwas tun. Orientiert an der sehenswerten Studie des IDS Concept soll das kommende Elektromodell der Japaner optisch deutlich emotionaler und schnittiger daherkommen als der aktuelle Leaf, dessen Design nicht auf allen Märkten gleichermaßen gut ankommt.

Langfristig sollen sich auch die Elektroautos von Nissan vollautonom im Verkehr bewegen können. Der erste Schritt zur Teilautonomie wurde jüngst mit dem Autobahnassistenten namens ProPilot 1.0 mit dem Familienvan Nissan Serena gemacht. Die Technik kommt weiter verfeinert mit der Modellpflege des Qashqai im kommenden Frühsommer auch nach Europa. Der kommende Nissan Leaf dürfte 2018 den ProPilot 2.0 bekommen, mit dem er auf Autobahnen nicht nur eigenständig Spur, Abstand und Tempo halten kann, sondern auch ohne Zutun des Fahrers andere Verkehrsteilnehmer überholt. 2020 will Nissan dann auch in Innenstädten autonom und unfallfrei unterwegs sein. Langfristig bekommen nicht nur die Elektromodelle von Nissan die beiden Modi PD (Pilot Drive) und MD (Manual Drive). Wenn der Fahrer nicht mehr selbst in Lenkrad greifen will (Manual Drive), fährt das Auto im Pilot Drive mit weggeklappten Steuer eigenständig bis zum Ziel.

Während andere Hersteller dem kontaktlosen Laden ohne Stecker eine zentrale Bedeutung bei der Marktdurchdringung von Elektroautos geben, sieht man das bei Nissan durchaus anders. "Das Wireless Charging haben wir natürlich im Blick und es ist ein durchaus wichtiges Thema, doch die Technik ist nicht ganz einfach und liegt insbesondere an der Infrastruktur", räumt Daniele Schillaci ein, "die Tankstelle der Zukunft ist für uns überall - zu Hause, auf der Straße, im Büro. Doch das wird noch dauern."

Langfristig soll der Leaf nicht das einzige Elektroauto im Hause Nissan bleiben. Für 2020 / 2021 ist ein elektrischer Crossover geplant, an dem derzeit auch Firmen wie Audi, BMW oder Mercedes mit Hochdruck arbeiten. Bis Mitte des kommenden Jahrzehnts dürfte dann noch ein elektrischer Sportwagen folgen. In welche Richtung Nissan hier gehen will, zeigten in den vergangenen Jahren Elektrospielereien mit einem elektrischen Prototypen, der außer Konkurrenz beim 24 Stunden Rennen von Le Mans startete; hier jedoch durchfiel. Durch die Konzentration auf den Elektroantrieb werden langfristig einige bekannte Modelle mit Verbrennungsmotor aus dem Nissan Portfolio fallen. Kaum anzunehmen, dass beispielsweise der in die Jahre gekommene Sportwagen 370 Z einen Nachfolger bekommt und auch für das solide, aber im Wettbewerbsumfeld blasse Kompaktklassemodell Pulsar dürfte es schwierig werden. Seit einiger Zeit warten die Sportwagenfans zudem einen komplett neu entwickelten Nissan GT-R. Der potente Konkurrent des Porsche 911 Turbo ist trotz mehrere Modellpflegen mittlerweile ebenfalls betagt. Die zweite Generation dürfte nach Vorbild von anderen Supersportwagen jedoch zumindest ein Hybridmodul bekommen. So ganz will man den Verbrennern jedoch auch bei Nissan noch nicht abschwören. "Gerade in Europa sind nach wie vor die Diesel besonders effizient", sagt Daniele Schillaci.

pressinform

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.