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Technik: Drahtlos surfen im Auto: Hotspot auf Rädern

Chrysler bietet in den USA den drahtlosen Internetzugriff im Auto an. Alle Passagiere sollen mit Laptop, iPhone oder anderen Geräten gleichzeitig surfen können. Bei uns beginnt das automobile Webzeitalter bescheidener.

Im Jahr 2007 gab es in Deutschland 13.000 WLAN-Hotspots – Plätze im Café, am Flughafen oder auf einem Messegelände also, an denen man sich mit seinem Computer auch ohne UMTS-Karte drahtlos ins Internet einklinken kann. Auf 100.000 Einwohner kamen damit 16 Hotspots, rechnet der Branchenverband Bitkom vor. Die Zahl der WLAN-Stationen steigt weiter rasant.

Doch Deutschland liegt bei der Liebe zum drahtlosen Surfen nur im Mittelfeld: In der Schweiz, in Frankreich oder den USA zum Beispiel gibt es deutlich mehr Hotspots pro Einwohner. In Großbritannien kamen schon 2007 laut Bitkom-Statistik 28 Spots auf 100.000 Einwohner. In den USA will der Chrysler-Konzern nun seine Autos zu rollenden WLAN-Hotspots machen.

In einem Umkreis von 30 Metern um das Fahrzeug sollen sich die Passagiere drahtlos ins World Wibe Web einklinken können – mit dem Laptop, dem iPhone, der Playstation oder sonstigen WLAN-fähigen Geräten. Damit könnte die ganze Familie auch beim Picknick im Grünen im Web einkaufen, die neuesten YouTube-Videos anschauen oder sich mit Online-Spiele verlustieren. Der Service "UConnect Web" soll es mit Mobilfunk- und WiFi-Technologie möglich machen und ab August als Herstellerzubehör für Chrysler-, Dodge- und Jeep-Modelle zu haben sein.

Surfen wie daheim

Chrysler USA verspricht in der Pressemitteilung einen "unbegrenzten und sicheren Internetzugriff im und um das Auto ohne Unterbrechungen." Das Router-Modul mit Antenne werde fest ins Fahrzeug eingebaut. Der Hersteller verspricht Übertragungsraten von 400-800 Kbps/sec. Damit wäre das System ähnlich schnell wie das Drahtlosnetzwerk zu Hause. Das System arbeite mit mehreren Betriebssystemen zusammen, darunter Windows, Mac und Linux.

In Deutschland ist das drahtlose Surfen bei Chrysler noch nicht in Sicht. "Der Service ist angedacht, kommt aber zumindest in diesem Jahr nicht auf den Markt", sagt Chryslers Deutschland-Sprecher Markus Hauf.

In den USA arbeitet Chrysler mit dem Internetanbieter Autonet Mobile zusammen. "Autofahrer können nun ihren Internet-Lebensstil auf ihr Fahrzeug ausweiten", glaubt der Autonet-Chef Sterling Pratz.

Die drahtlose Freiheit dürfte die Passagiere allerdings ziemlich teuer zu stehen kommen. Das Router-Modul soll laut Chrysler-Pressemitteilung für umgerechnet 284 Euro zu haben sein, dazu kommen noch die Einbaukosten beim Händler. Die monatliche Nutzungsgebühr veranschlagt Autonet Mobile mit umgerechnet 18 Euro.

Bajuwaren-Netzwerk

In Deutschland will BMW Vorreiter beim Thema Internet im Auto sein. Statt der drahtlosen Freiheit gibt es allerdings ein System, das die Internetseiten auf dem Multifunktionsbildschirm in der Mittelkonsole anzeigt. BMW verspricht den uneingeschränkten Internetzugriff, der Download oder das Hochladen von Dateien sei aber aus Sicherheitsgründen nicht möglich.

Die Darstellung der Webseiten im Auto erfolgt nicht direkt aus dem Netz, sondern nimmt den Umweg über einen zentralen BMW-Server. Damit soll die Übertragung optimiert werden – Flash-Animationen zum Beispiel werden in animierte GIFs umgerechnet. Die Kosten des Systems wollen die Münchner noch bekannt geben.

BMW nutzt zur Übertragung die EDGE-Technik (Enhanced Data Rates for GSM Evolution). EDGE beschleunigt die Datenübertragung des Mobilfunkstandards GPRS und macht sie drei- bis viermal so schnell. Die Übertragung geht zwar nicht so flott wie mit UMTS, dafür ist EDGE aber zumindest in Deutschland flächendeckend verfügbar. Bei UMTS gibt es noch viele weiße Flecken auf der Landkarte.

Chrysler setzt in die WLAN-Aufrüstung große Hoffnungen. Amerikanische IT-Spezialisten sind allerdings skeptisch, dass das drahtlose Surfen im Auto ein Renner wird. Autokäufer liebten zwar drahtlose Freisprecheinrichtungen, sagt Doug Newcomb vom Wired Magazine. "Aber nichts deutet darauf hin, dass sie hinter dem Steuer auch surfen wollen", sagt Newcomb. "Der Internetzugriff im Auto steht auf der Prioritätenliste der Kunde ziemlich weit unten", zitiert auch das gewiß nicht web-feindliche Wired Magazine den IT-Experten Thilo Koslowski vom Analystenhaus Gartner.

Sebastian Viehmann / pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.