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Kleinroller: Unu-Motorroller - die schnelle und billige E-Mobilität für die City

Beim Motorroller zeigt sich, wie einfach man elektrisch unterwegs sein kann. Der Unu-Roller ist ebenso flott wie ein Zweitakter - stinkt aber nicht und ist obendrein sehr günstig

Das modernisierter Retro-Design passt. Besonders edle Materialien kann man in der Preisklasse allerdings nicht erwarten.

Das modernisierter Retro-Design passt. Besonders edle Materialien kann man in der Preisklasse allerdings nicht erwarten.

Vollelektrisch mit einem fahren, das geht schon seit langem, zumindest wenn man sich auf die Modelle beschränkt, die nur 45 km/h fahren können. Aber bis vor Kurzem hatten die meisten Roller zwei entscheidende Probleme: Sie waren vergleichsweise teuer und hatten ein Konzept, die sie für die meisten Kunden uninteressant machten.

Unu will das alles anders machen, wie haben mal einem ausprobiert. Für den Unu spricht der Preis, den kleinen Roller gibt es in verschiedenen Konfigurationen, aber pauschal kann man sagen: Dieser Elektroroller kostet so viel wie ein Elektrofahrrad.

Für den Unu hat man ein aufgeräumtes Retrodesign gewählt. Das kennt man auch von anderen China-Rollern, die allerdings gern eine Interpretation der legendären Honda-Shadow anbieten. Die Unu-Roller erinnern mit ihrem starren Scheinwerfer an den Italien-Look der Nachkriegszeit, ohne in einen reinen Retro-Look abzugleiten. Dafür fehlen der übliche Chromzierrat und die beliebten Retro-Farben.

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Elektro-Motorroller E-Scooter Niu N1s

Niu N1s - die kleine Rakete

Der Gasgriff beim Niu N1s ist sensibel, ein kleiner Dreh genügt und der Flitzer schießt mit Macht nach vorn. Also schön die Nackenmuskeln anspannen. Niu ist 2015 in Peking aus einem Crowdfunding-Projekt hervorgegangen.  Binnen zwei Wochen wurden damals zehn Millionen Niu-Roller vorbestellt. Klar, dass daraus schnell ein Unternehmen erwuchs. Das junge Gründerteam hatte von Anfang an den internationalen Markt im Blick. Viele chinesische Roller-Hersteller sind in Europa unbekannt. China bietet mit jährlich 20 Millionen verkauften E-Scootern ohnehin reichlich Wachstumspotenzial. Einer der Niu-Chefs ist Designer, was man den Niu-Rollern sofort ansieht. Klare Linien und Formensprache statt Retro oder übertrieben futuristischer Look. Die Verarbeitung ist Top und die maßgebliche Technik kommt von Bosch. Darunter auch das System der Energierückgewinnung beim Bremsen. Für 2700 Euro ein sehr faires Angebot. Das jüngste Modell "M" gibt es schon für 1900 Euro. Der Einsitzer bringt lediglich 59 Kilo auf die Waage und ist als sehr wendiger Stadtflitzer gedacht.

Zum Hersteller

Auf jeden Fall sieht der Unu gut aus. Der kleine Cityroller passt auch für größere Personen, zumindest wenn sie allein fahren. Zu zweit sind solche Roller immer nur eine Notlösung – oder etwas für junge Verliebte.

Wichtige Frage: Wie fährt sich der Unu? 

Überraschend gut. Die Motorisierung mit 2000 Watt reicht für einen frischen Anzug und das besondere Roller-Fahrerlebnis. Der Unu ist jedenfalls keine lahme Ente. In der Ebene reichen 2000 Watt aus, bei langen Steigungen würden wir zur 3000-Watt-Variante greifen. Zum günstigeren 1000-Watt-Modell würden wir nicht raten.

Ansonsten ist der Unu ein typischer Kleinreifenroller: flott und wendig im Verkehr, bei Kopfsteinpflaster und Schlaglöchern aber wenig komfortabel.

Angenehm ist die absolute Lautlosigkeit des Rollers. Ein großer Unterschied zu einem Zweitakter mit seinem Auspuffgeknatter und seiner Qualmfahne. Umgekehrt bedeutet das aber auch: Nostalgiker die auf eine Schwalbe, eine oder eine alte Aprilia schwören, werden mit dem neumodischen Elektroteil nichts anfangen können.

Spar-Modus für zehn Kilometer Reichweite

Den Unu kann man mit einem oder zwei betreiben, die angegebene Reichweite beträgt dann 50 beziehungsweise 100 Kilometer. Die Reichweitenangaben sind praxisgerecht. Fährt man aber so, wie man es bei der Vespa liebt, also Vollgas, schrumpft die Reichweite merklich. Auf den letzten zehn Kilometern Reichweite schaltet der Roller zudem in einen Sparmodus. Dann kommt man auch noch ans Ziel – zumindest wenn es nicht bergauf geht – aber Spaß macht das nicht mehr. 

Bei frischer Fahrweise blieben uns etwa 30 Kilometer ungetrübte Reichweite pro Akku, bevor die Maschine in den Spar-Modus überging. Den Unu gibt es nur in der 45 km/h-Version. Das ist auch sinnvoll. Bei einer höheren Geschwindigkeit müsste man auch einen deutlich größeren Akku an Bord haben.

Platz für das Ladegerät des Unu

Ist nur ein Akku an Bord, bleibt im Fach unter der Bank noch Platz für das Ladegerät. Ein zweiter Akku geht mit fast 700 Euro mächtig ins Geld. Schlauer ist es, das Ladegerät mitzunehmen und den Akku im Büro oder bei einem Stopp aufzuladen. Das passt, denn es ist unwahrscheinlich, dass jemand mehr als 50 Kilometer in einem Zug mit einem Kleinroller zurücklegen will. Anders als bei vielen Rollern von Markenherstellern lässt sich der Akku des Unu zum Laden herausnehmen. Ein entscheidender Vorteil für Laternenparker, der Unu benötigt keinen regengeschützten Stromanschluss bei seinem Parkplatz.

Der Motor steckt im Hinterrad und stammt von Bosch, im Akku sind Zellen einer Weltmarke verbaut, die 10-Zoll-Reifen von Heidenau. Man muss also nicht fürchten, dass hier irgendein Gelump aus Fernost installiert wurde. Wir schätzen, dass die Maschine im Betrieb weit wartungsarmer und unproblematischer arbeiten wird, als ein Verbrennermotor. Der Motor in der Radnabe macht sich beim Fahrverhalten übrigens nicht negativ bemerkbar. Im Prinzip soll der Motor beim Abbremsen Energie zurückgewinnen, das ist aber kaum merklich. Es ist nicht so, dass man den Roller mehr oder minder mit dem Gaspedal abbremsen kann.

Die Verarbeitung des Unu gibt keinen Anlass zur Klage. Es sind aber auch keine besonders edlen Materialen verbaut, die den Besitzer stolz machen könnten. Soweit man erkennen kann, erinnert der Rahmen an den anderen China-Roller. Laternenparker sollten an den Metallteilen Rostvorsorge betreiben. Die Kunststoffverkleidung rostet natürlich nicht.

Wäre es unser eigener Roller, würde wir nach und nach Einzelteile wie den Rahmen des Gepäckträgers gegen einen wertigeren Ersatz austauschen. Das Helmfach unter der Bank ist für die Akkus reserviert. Es ist daher zu empfehlen, auf dem Träger eine Box oder eine Tasche zu installieren, damit man etwas Stauraum hat.

Preise ab 1800 Euro

Wie bereits erwähnt, ist der schlagende Vorteil des Unu der Preis. Für Markenroller mit Stromantrieb in der 45 km/h-Klasse werden Preise von über 5000 Euro aufgerufen. Der Unu startet bei 1800 Euro, mit der empfehlenswerten 2000-Watt-Motoriserung sind es 2300 Euro. Ob ein zweiter Akku wirklich notwendig ist, hängt von den jeweils gefahrenen Distanzen und den Möglichkeiten zum Aufladen ab.

Zum Preis eines normalen Elektrorades kann man also einen E-Scooter bekommen. Welchem Modell man den Vorzug gibt, hängt von individuellen Faktoren ab. Der Roller fährt schneller und flotter als ein Pedelec mit 25 km/h. Außerdem kann ein Passagier mitgenommen werden. 

Beim E-Bike schätzen es viele Kunden, dass sie trotz Stromunterstützung weiter treten können, sich also sportlich betätigen. Das geht beim Roller nicht. Und nicht zuletzt darf der Roller nicht überall hin. In Deutschland darf man mit ihm weder auf Radwegen fahren, noch Parkwege benutzen. Betrachtet man den Roller jedoch als Autoersatz in der Stadt ist er das deutlich schnellere Verkehrsmittel.

Homepage Unu-Motors


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