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VW Golf Plus: VW Golf Plus Der große Leichtversteher

Mehr Golf fürs Geld gab es nie. Der Plus ist eine sanfte Revolution, die man zuerst kaum wahrnimmt. Im Vorbeirollen passt VW die Kompaktklasse den gewachsenen Raumbedürfnissen der Familie an.

Auf diesen Golf haben wir gewartet

Auf diesen Golf haben wir gewartet

"Junge, bist du aber gewachsen!" Ein seltsamer Satz, der einem im Inneren eines Golfs durch den Kopf schießt. VW schafft den Trick, mehr Raum, besser Sitze, mehr Variabilität zu bieten, ohne dass der Wagen länger oder unhandlicher wird. Und für dieses Kunststück wollen die Wolfsburger fast kein Geld mehr verlangen. Durch Schaden klug geworden und auf den Boden der Tatsachen ankommen, angesichts des fatalen Premium-Preis-Gedröhnes zur Zeit der Einführung des Golf, mag man unken. Aber wer damals gespottet hat, muss jetzt zugeben: VW hat die Signale einer Zeit des knappen Geldes verstanden.

Bietet der Großmann auch für Sie ein "Plus"?

Ein "Plus", das man kapiert

Der Plus macht genau die Dinge merkbar besser, die vielen Leuten wichtig sind: Sie sitzen besser, die Kids sind fürstlich untergebracht und im Bedarfsfall geht eine Menge mehr hinein. Warum nicht gleich so? Denn eigentlich ist der Plus der Wagen, den man gleich beim Start des Golf V erwartet hätte. Doch, so gibt man beim Volkswagen zu bedenken, so ein Wageschritt hätte die konservative Kundschaft nicht verstanden. Nun ist die Zeit reif.

Was war geschehen?

Trotz zahlreicher Neuerungen herrschte Langeweile in der Klasse der klassischen Kompakten. Furchtbare Langweile. Das bisschen Variabilität, das in den letzten Jahren Einzug hielt, war nicht mehr, als ein paar Brosamen vom Tisch der Mini-Vans, den praktischen Alleskönnern. Bei ihnen hielt sich das Fahrvergnügen in schwankenden Grenzen, also wurde der "normale" Kompakte immer sportlicher getrimmt. Voller Stolz wurden neue Fahrwerke für sündhaftes Geld entwickelt, deren Leistungsplus der "normale" Fahrer weder versteht noch ausfährt. Der bemerkte eher, dass die Wagen immer schwerer wurden und dummerweise die hinteren Passagiere trotzdem eine Nackenstarre bekamen. Die Dachlinie musste ja sportiv abfallen. Wer 16-jährige Kinder hatte, sollte einen Mini-Van oder gleich eine ganze Klasse teurer ordern. Wahrscheinlich waren viele Kunden der Kompaktklasse nicht so Rallye-Sport versessen wie die Autoentwickler, noch hatten sie Mittel und Bereitschaft, ohne zu murren einen Passat oder Sharan zu kaufen.

Der Leichtversteher

Ein Wagen muss zuerst im Kopf funktionieren, und den kleinen Großmann versteht jeder. Der Plus ist ein Auto, von dem VW-Verkäufer träumen. Mit wenigen Worten ist das "Plus" im Verkaufsraum zu beschreiben. Ein paar Handgriffe, und auch der Letzte hat begriffen, wofür er 535 Euro mehr als für den normalen Golf ausgeben soll. Wesentlich schwieriger muss es sein, Sinn und Daseinszweck einer komplizierten Mehr-Lenker-Hinterachse einer Kundschaft zu erklären, die um 100 PS herum einkauft.

Bei der Hochdachvariante wirken die 9,5 zusätzlichen Höhenzentimeter (159 cm Höhe) wahre Wunder. Der Golf Plus bietet die ausgezeichneten Sitze des Golfs. Nur lassen sie sich wie beim Zahnarzt in die Höhe pumpen. Die von angehenden Formel-1-Piloten verschmähte, aber von vielen Frauen geliebte hohe Übersichtsposition lässt sich mühelos herstellen. So hoch, bis "sie" das Augenniveau eines Mini-Vans spielend erreicht. Bester Nebeneffekt: In der aufrechten Position vergrößert sich die Kniefreiheit und das Raumangebot für alle Passagiere maßgeblich. Hinten kann man frech die Beine übereinander schlagen, ohne den Vordermann das Knie in den Rück zu bohren, die Fußspitzen passen locker unter den Vordersitz. Auf der hinteren Position frappiert der Unterschied zum normalen Golf am meisten. Ohne schlechtes Gewissen kann man hier seine groß gewordenen Sprösslinge parken.

Da geht etwas hinein

Weiterer Clou, der nach Meinung des Verfassers allein den Mehrpreis rechtfertigen könnte, ist die in Längsrichtung verschiebbare Rückbank. Sie lässt sich insgesamt um 16 Zentimeter variieren, je nachdem ob man mehr Kofferraum gewinnen will oder mehr Beinfreiheit. Zusätzlich lassen sich die Elemente der teilbaren Bank jeweils einzeln verschieben. Das Kofferraumvolumen variiert dann von 395 Litern bis zu 505 Litern. Ab der Ausstattungslinie Comfortline gibt es einen variablen Ladeboden, der sich zweifach in der Höhe verstellen lässt.

Besitzt man einen umlegbaren Vordersitz, können Güter bis zu 230 cm Länge transportiert werden. Hübscher fahren lässt es sich ohnehin, um die Schultern bleibt viel Platz, nirgendwo zwickt der Wagen. Das Interieur wirkt mit den großen Scheiben hell, freundlich und aufgeräumt. Anstatt auf PS-Seligkeit macht der Plus lieber auf Straßen-Wellness. Das Armaturenbrett wurde der gewachsenen Höhe angepasst, in der Seitenansicht bildet es jetzt eine große organische Welle, so wie man es aus SSVs gewöhnt ist. Die Zahl der Lüftungsdüsen wurde verdoppelt. Ein kleiner Zierring macht sie wesentlich schmucker als die Öffnungen im Mauerblümchenlook des "alten" Golf. Stauraum gibt es in Hülle und Fülle. Wenn das Ablagen-Paket für 150 Euro mitbestellt wurde, dürfte man einen kompletten Schrankinhalt in den 43 Läden, Schlitzen und Schieben verstecken können. Damit ist die Golf-Klasse wieder vollkommen familientauglich. Mehr Auto braucht kein Mensch.

Der Sympath aus Wolfsburg

Deutlich verschärfter wäre der Plus geworden, hätte Volkswagen ihm den neuen Markengrill spendiert. Nun wirkt er nicht unbedingt moderner, sondern vor allem sympathisch und knuffig. In jedem Fall ist keine Transport-Kiste aus ihm geworden. Die Haube wölbt sich rundlich, die Scheinwerfer werfen einen freundlichen Blick nach vorn und auch die Seitenflanken wachsen organisch in die Höhe. Nach hinten scheinen die neuen LED-Rückleuchten als Blickfang.

Aufgeräumt, dabei hell und freundlich

Aufgeräumt, dabei hell und freundlich

Keine Hochbeinziege

Dabei fährt der Plus wie ein normaler Golf, also sehr gut. Wo klassische Mini-Vans in Kurven schnell an ihre Grenzen kommen, geht der Plus willig und ohne Zerren und Ziehen zur Sache. Auf einem Handlingkurs dürfte sich der höhere Massenschwerpunkt des Plus negativ bemerkbar machen, im Alltag bemerkt man keinen Unterschied. Zu bedenken sind lediglich eine etwas größere Seitenwindempfindlichkeit und ein zusätzliches Gewicht von etwa 100 Kilogramm. Gerade die kleinen Benziner mit 75 PS werden sich damit schwer tun, sollte der Wagen tatsächlich einmal seinen Daseinszweck erfüllen und mit Kind und Kegel voll beladen sein. Beide Diesel wuppen das Mehrgewicht ohne Probleme.

Zum Start wird der Golf Plus mit zwei Benzin- und zwei Dieseltreibwerken angeboten: Den 1,4 Liter (75 PS/16.740 Euro), den 1,6 Liter FSI (115 PS/19.240 Euro) und den 1,9 Liter TDI-Aggregaten mit 105 PS (20.040 Euro) und dem 2,0 Liter-TDI mit 140 PS (22.190 Euro). Ab Herbst kommen noch zwei weitere FSI-Motoren und einen weiterer TDI hinzu. Dann soll es auch ein Automatik- und ein Direktschaltgetriebe geben. Der neue VW Golf Plus steht zwar zu einem Preis ab 16.700 Euro bei den Händlern. Wie immer ist auch beim Plus der Einstiegspreis nur die halbe Wahrheit. Um in den Genuss von variablem Ladeboden und Klimaanlage zu kommen, empfiehlt sich die Comfort Line Ausstattung. Kombiniert mit den 1.9 TDI-Diesel (105 PS) liegt der Wagen dann bei 21.450 Euro.

Epochenschwelle

Wer den Golf Plus gefahren hat, darf von sich sagen, er habe die Zukunft der Kompaktklasse gesehen. Nicht, dass VW als erster Hersteller auf die Idee gekommen wäre, mehr Raum durch mehr Höhe bei gleichen Maßen und Verhalten anzubieten. Diese Vision hatten schon andere. Aber weil Marktführer Volkswagen den Golf Plus baut, wird die gesamte Klasse neu geprägt werden. Denn nur was Golf wird, wird auch wahr.

Einfach die bessere Wahl

Der Golf Plus lässt keine Fragen offen. Wer den zusätzlichen Raum benötigt, aber die Mehrkosten für einen Mini-Van scheut, wird den Wagen lieben. Fragt sich nur, wer braucht noch den normalen Golf? Außer dem Heißreifen GTI ist er eigentlich überflüssig. Wahrscheinlich hat VW nur darum darauf verzichtet, dem Familien-Golf das neue Markengesicht, wie beim GTI zu gewähren, damit der Normalo neben dem Plus nicht schon von außen so alt aussieht wie von innen.


Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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