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Filmautos: Enzo: Demi Moore mag's italienisch

Charlie lebt hinter einem Lautsprecher und schickt drei ebenso hübsche wie schlagkräftige Geheimagentinnen durch die Weltgeschichte. "Guten Morgen, Engel! Seid Ihr bereit?" Was so unverbindlich beginnt, endet meist kurz vor dem Weltuntergang. Mindestens.

Charlie lebt hinter einem Lautsprecher und schickt drei ebenso hübsche wie schlagkräftige Geheimagentinnen durch die Weltgeschichte. "Guten Morgen, Engel! Seid Ihr bereit?" Was so unverbindlich beginnt, endet meist kurz vor dem Weltuntergang. Mindestens. Diesmal bekommen es Charlies Engel mit Demi Moore zu tun, die sich einen ganz besonderes Fahrzeug zugelegt hat: einen Ferrari Enzo.

Technische Daten

Triebwerk

Zwölfzylinder-Motor

Hubraum

5998 ccm

Blitzeis in Texas: Irre Pirouette: Dieser SUV-Fahrer hat mehr Glück als Verstand

Leistung

660 PS / 485 kW

Länge/Breite/Höhe

4.702/2.035/1.147 Millimeter

Leergewicht

1.365 Kilogramm

Höchstgeschw.

mehr als 350 km/h

0-100 km/h

3,65 Sekunden

Preis

650.000 Euro (ausverkauft)

"Volle Power"

"Charlies Angels - Full Throttle" heißt das neuste Abenteuer von Natalie (Cameron Diaz), Dylan (Drew Barrymore) und Alex (Lucy Liu) auf Englisch. Wenn der Streifen in die deutschen Kinos kommt, müssen sich Fans der drei Engel mit dem wenig eleganten Zusatz "Volle Power" anfreunden. Sei's drum. Hinter dem holprigen Titel steckt reinste Girlpower.

Dünne Handlung, heiße Action

Als zwei Hochzeitsringe verschwinden, machen sich Charlies Engel auf die Suche. Enthalten die Schmuckstücke doch verschlüsselte Informationen über die neuen Identitäten aller Personen im amerikanischen Zeugenschutz-Programm. Warum jemand solch brisante Daten in Hochtzeitsklunkern versteckt? Keine Ahnung. Spielt auch keine Rolle. Die dünne Handlung muss immer nur so lange halten, bis sich eines der Engelchen in Pose geworfen hat oder die nächste Action-Szene beginnt. Auch schön. Vor allem die Einstellungen, in denen Demi Moore mit fiesem Grinsen in einen roten Ferrari gleitet. In DEN Ferrari.

Enzo auf Engel-Jagd

463 Stück dieses roten Flitzers wird es in naher Zukunft geben, ungefähr 60 davon in Deutschland. Keinen mehr. Allesamt von den treusten der treuen Ferrari-Kunden vorbestellt. Beim Blick auf die technischen Daten muss man ernsthaft am Fortbestand des himmlischen Trios zweifeln. Während die Engelchen mit nervigen Motorrädern und unspektakulären Sportwagen vorlieb nehmen müssen, steht Demi Moore ein Formel-1-Auto im Straßen-Outfit zur Verfügung. Im Heck brüllt ein Zwölfzylinder-Motor, der aus sechs Litern Hubraum 660 PS schöpft. Das reicht für eine Spitzengeschwindigkeit von über 350 Sachen. Den Sprint von 0 auf 100 bringt Enzo in 3,65 Sekunden hinter sich.

Unbequemer Dienstwagen

Pech für Demi - so richtig bequem hat sie es in ihrem Dienstwagen nicht. Bei einer Höhe von 114 Zentimetern wird die Hollywood-Schöne mehrmals mit dem Kopf gegen das Ferrari-Dach geknallt sein. Trotz der spektakulären Flügeltüren. Unwesentlich angenehmer ist es hinter dem Lenkrad. Von hautengen Hosenträger-Gurten in die knochenharte Schalensitze gepresst, dürfte es Demi Moore alias Madison Lee schwer gefallen sein, sich über so viel Power zu freuen.

Ansaugen und überholen

In kundigen Händen schlägt der Enzo alles, was eine Straßenzulassung hat. PS sind dabei nicht alles. Eine ausgeklügelte Aerodynamik hält den Wagen auf der Straße. Die hohe Schnauze, bekannt vom Formel-1-Ferrari, leitet die Luft unter das Fahrzeug, wo sie in durch mehrere Kanäle möglichst schnell zum Heck des Ferraris geleitet wird, wo sie über den so genannten "Diffusor" austritt. Unter dem Fahrzeug entsteht ein Unterdruck, der den Wagen auf die Straße saugt. Zusammen mit dem Heckspoiler drücken bei Tempo 300 bis zu 750 Kilo von oben auf den Ferrari.

Der selige Enzo Ferrari hätte seine Freude an dem Automobil gehabt, das 14 Jahre nach seinem Tod den handgeschriebenen Ferrari-Schriftzug tragen darf. Verkörpert es doch alle Tugenden, die der "Commendatore" an seinen Autos so schätzte - Dynamik, Kraft und Eleganz gepaart mit unbeschreiblich weiblichen Formen. Die Frage, dafür 650.000 Euro bezahlen möchte, stellt sich erst gar nicht. Alle Enzos sind bereits verkauft.

Jochen Knecht

Wissenscommunity