Genfer Autosalon Die Suche nach den Frühlingsgefühlen


Nach einem schwachen Start ins neue Jahr soll der traditionsreiche Genfer Autosalon jetzt in der gebeutelten Autobranche die Frühlingsgefühle wecken.

Nach einem schwachen Start ins neue Jahr soll der traditionsreiche Genfer Autosalon jetzt in der gebeutelten Autobranche die Frühlingsgefühle wecken. "Es ist zu früh, die Flinte ins Korn zu werfen. 2004 kann noch ein gutes Autojahr werden", sagt Ferdinand Dudenhöffer, einer der renommiertesten Branchenexperten in Deutschland. Die Fahrzeuge bei den Kunden seien alt. Zudem werde auch der Autosalon (4. bis 14. März) zeigen, dass die Industrie mit einer Vielzahl von neuen Modellen für bessere Zeiten gerüstet sei. In Genf gibt es mehrere Dutzend Studien und fertig entwickelte Fahrzeuge als Welt-Premieren zu sehen.

Startschuss für Aufschwung noch nicht gefallen

Die Veranstaltung in Genf, die am Dienstag mit den Vorab-Tagen für die Presse startet, eröffnet traditionell das europäische Autojahr. Im wichtigsten Markt Deutschland war der Januar schwach verlaufen. Die Zahl der Neuzulassungen sank um 12 Prozent auf gut 208 000 verkaufte Fahrzeuge. Die Branche hofft, dass das nur ein Ausrutscher war. Im Februar zogen die Auftragseingänge wieder an. Der Startschuss für einen echten Aufschwung sei in Ländern wie Deutschland, Frankreich oder der Schweiz aber noch nicht gefallen, sagt Dudenhöffer, Professor an der FH Gelsenkirchen und Geschäftsführer des Prognoseinstituts B&D Forecast. Noch sei die Verunsicherung der Verbraucher zu groß.

Mit Rabattaktionen, günstigen Finanzierungsmodellen und einer Flut von Neuerscheinungen stemmt sich die Industrie gegen die Flaute. Auch wenn die Autofirmen ihre Neuheiten immer öfter auf eigenen Events und nicht erstmals auf den großen Messen präsentieren, erhofft sich die Branche von Genf Rückenwind.

Opels Angriff auf VW

Auch die deutschen Hersteller sind auf dem Auto-Salon mit zahlreichen Neuheiten vertreten. So setzt Opel große Hoffnungen in den neuen Astra, der dem nur stotternd gestarteten neuen Golf Konkurrenz machen soll. Zudem zeigt Opel mit dem kleinen knackigen Zweisitzer Tigra einen offenen Sportler auf Corsa-Basis. Weltpremiere hat zudem die Kleinstwagen-Studie TRIXX. Das Konzept-Auto könnte, wenn es denn in Serie geht, eines Tages dem smart als Stadt-Flitzer Konkurrenz machen.

BMW mit breiter Brust

Auch BMW kommt nach einem Rekordabsatz im vergangenen Jahr mit breiter Brust nach Genf. Die Münchner präsentieren erstmals den neuen 5er in seiner Touring-Version. Auch für die Kleinwagen-Tochter Mini ist Genf diesmal besonders wichtig. Erstmals gibt es auf dem Autosalon das Cabrio zu sehen, mit dessen Hilfe der Mini-Absatz in diesem Jahr auf hohem Niveau gehalten werden soll.

Bei Volkswagen setzt man ebenfalls auf das offene Dach. Die Wolfsburger geben eine Vorschau, wie der Nachfolger des Golf Cabrios aussehen soll. In Genf wird zwar vorerst nur eine Studie gezeigt, die offene Version dürfte aber in einem Jahr gebaut werden. Konzerntochter Skoda stellt mit dem Octavia II eine wichtige Neuheit vor, unter deren Blech die Golf-Technik Dienst tut.

Auch Mercedes-Benz ist mit einer Reihe von Neuheiten am Start. Der neue Roadster SLK feiert seine Weltpremiere am Lac Leman - charakteristisch ist die an Formel-1-Rennwagen erinnernde Nase, eine Weltneuheit die Klimaanlage für den Nacken, die auch bei kalten Temperaturen das Fahren mit offenem Verdeck ermöglichen soll. In der Serienversion wird das neue viertürige Coupé CLS gezeigt, das auf der vergangenen IAA noch als Studie präsentiert wurde. Ihre Publikumspremiere erlebt die überarbeitete C-Klasse.

Axel Höpner/DPA DPA

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