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Honda: "Start your engines!"

Honda hat mehr als nur Civic und Gold Wing. Neben Automobilen und Motorrädern befeuern die japanischen Triebwerke von der Hybrid-Schneefräse bis zum Learjet fast alles.

Von Christian Gebhardt

Kaum ein Honda-Fahrzeug sorgt für mehr Euphorie bei der ersten Probefahrt als der HF 2417 HT. Wie? Kennen Sie nicht? Dann sind Sie nicht allein! Was die Japaner neben Automobilen und Motorrädern noch alles zum Laufen bringen, wissen die Wenigsten. Die Firmengeschichte von Honda beginnt 1948 mit der Produktion von motorbetriebenen Fahrrädern. Heute gehört Honda mit einer Jahresproduktion von 22 Millionen Aggregaten zum größten Motorenhersteller der Welt.

Hinter dem merkwürdigen Kürzel HF 2417 HT verbirgt sich beispielsweise der Mercedes von Honda. Stufenloses Automatikgetriebe, 18-Zoll-Walzen an der Hinterachse sowie ein angenehmer Komfortsitz. Keine Eckdaten die auf einen motorisierten Rasenmäher schließen lassen. Das schnöde Wort "Rasenmäher" klingt auch eher nach Majestätsbeleidigung. Dies merkt man schon beim schwungvollen Sprung auf den besagten Komfortsitz des aerodynamisch geformten Rasentraktors. Kein ohrenbetäubendes Motorengeräusch belästigt den Mähmeister bei der Jagd nach Grashalmen. Trotzdem sorgt das Zweizylinder-Triebwerk mit 17 PS für einen energischen Vortrieb beim Tritt aufs Gaspedal. Eine elektrische Grasfangsack-Entleerung und eine leichtgängige Lenkung machen das Mähen zum unterhaltsamen Motorsport im eigenen Garten. 4799 Euro für das elitäre Mähgerät dämpfen dann allerdings wieder den Fahrspaß.

Doch die Produktpalette von Honda ist längst nicht erschöpft und hält neben Auto und Motorrad unter dem Namen Honda Power Equipment noch weitere Männerspielzeuge parat. Mobile Generatoren für eine autarke Stromerzeugung oder verschiedene Hightech-Gartengeräte warten hier auf den Abnehmer. Nachdem im Sommer der Rasen dank Edel-Mäher gestutzt wurde, muss im Winter der verschneite Gehweg natürlich auch mit einer Schneefräse geräumt werden. Damit der Neidfaktor der Nachbarschaft ins Unermessliche steigt, darf es natürlich keine 08/15-Fräse aus dem Baumarkt sein. Seit fünf Jahren entwickelt Honda die Schneeräumgeräte auch mit Hybrid-Technik. Ähnlich wie beim Serien-PKW werden auch hier zwei Motorentechniken kombiniert. Für den Antrieb des Raupenlaufwerks sorgen zwei Elektromotoren, während ein 15PS-Verbrennungsmotor die Fräse beim Schneeschaufeln unterstützt.

Dank Quad und Hybrid-Schneefräse geht's auch im Winter rund

Nicht nur die Honda-Fräsen fühlen sich im Winter wohl. Für die Extraportion Schnee präsentierte Honda bereits 1970 ein All Terrain Cycle. Das robuste Dreirad war speziell für den Einsatz im unwegsamen Gelände konzipiert und bildet den Grundstein für die heutige Quad-Generation von Honda. Fünf Quads stehen heute, von 250 bis 680 ccm, zur Auswahl. Bei der rasanten Offroad-Fahrt wird viel Gefühl verlangt. Die Geschwindigkeitsregelung erfolgt über einen kleinen Hebel per Daumendruck am Lenkrad. Diese Form der Handgasschaltung ist gewöhnungsbedürftig. Die präzise Gasdosierung verlangt nach etwas Übung.

Durch die verschiedenen Einsatzgebiete der japanischen Motorenschmiede profitieren die Honda-Ingenieure und nutzen die gesammelte Erfahrung zum Technologie-Transfer. So wird die Hybrid-Technik nicht nur in der Schneefräsen-Herstellung angewandt, sondern auch im PKW-Sektor. Der Mittelklassewagen Civic läuft seit 2003 mit einem Hybrid-Antrieb, anfangs noch unter dem Namen Civic IMA (Integrated Motor Assist). Die technische Verwandtschaft zwischen den verschiedenen Honda-Triebwerken wird auch zum gegenseitigen Austausch zwischen Automobiltechnik und Bootstechnologie genutzt. So bietet Honda seine Motoren aus den PKW-Modellen Jazz, Accord sowie auch das kraftvolle 3,5 Liter Sechszylinder-Aggregat des Honda Legend ebenfalls zu Wasser an. Seit 40 Jahren rüsten die Japaner Boote mit ihrer Motorentechnik aus. So gehören Außenbordmotoren aus der Produktpalette des Bereich Honda Marine zum Marktführer unter den Bootsmotoren.

Honda hebt ab

Fehlt eigentlich nur noch die Lufthoheit. Doch auch auf diesem Sektor tüfteln die Honda-Ingenieure bereits fleißig. So hob im Dezember 2003 ein Versuchsflugzeug von Honda zum ersten Testflug mit selbstentwickelten Düsentriebwerken des japanischen Automobilherstellers ab. Bereits zwei Jahre später erfolgte die weltweite Präsentation des siebensitzigen HA-420 HondaJets in den USA. Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann bereits jetzt bei der Honda Aircraft Company bestellen. Zum Schnäppchenpreis von 3,65 Millionen Dollar sollen dann ab 2010 auch die ersten Hondas durch die Luft fliegen.

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